Club Nr. 12 informiert

„Knochenbrüche“ - Verprügelte Bayern-Fans berichten von Verletzungen

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„Die reine Anwesenheit im Fanblock genügte völlig, um Ziel eines tätlichen Angriffs zu werden“, schreibt der Club Nr. 12.

München - Zwei Wochen ist es her, dass ein Teil der mitgereisten Bayern-Fans im Madrider Estadio Santiago Bernabéu im Gäste-Fanblock Schläge kassierte. Der Club Nr. 12 meldet sich mit einer aktualisierten Stellungnahme.

Der Vorfall bewegt die Fanszene des FC Bayern nach wie vor. Vor zwei Wochen musste ein Teil der mit nach Madrid gereisten Anhänger des Rekordmeisters üble Schläge der spanischen Polizei einstecken. Die Gesetzeshüter stürmten den Gäste-Fanblock im Real-Stadion Santiago Bernabéu und attackierten die Fans mit Schlagstöcken.

Neue Stellungnahme des Club Nr. 12

Grund für die umstrittene Situation am Rande des Rückspiels im Viertelfinale der Champions League ist nach Auffassung der Bayern-Fanvereinigung Club Nr. 12 die Fahne einer Fangruppe aus Bordeaux, die die Polizisten kommentarlos aus dem Gästeblock entfernten. „Die Gruppe, zu denen eine Fanfreundschaft besteht, war zur Unterstützung der Mannschaft nach Madrid gereist“, erklärt der Club Nr. 12 gegenüber unserer Online-Redaktion. „Als sie anschließend ihren Unmut - wohlgemerkt verbal - äußerten, hat die Polizei angefangen zu prügeln.“ Davon seien auch Unbeteiligte betroffen gewesen. Der Fanverband bot den Anhängern im Nachgang Rechtshilfe an und ging davon aus, dass die spanischen Beamten angezeigt werden.

Inzwischen hat sich der Club Nr. 12 mit einer aktualisierten Stellungnahme erneut zu Wort gemeldet. Nachdem sich zahlreiche Betroffene gemeldet hatten, wird das ganze Ausmaß der ausgeübten Staatsgewalt klar. „In den zurückliegenden Tagen erreichten uns viele Nachrichten von Euch, mit teilweise haarsträubenden Schilderungen der Vorkommnisse. Die uns dabei übermittelten Bilder und Videos vom Verhalten der Polizeikräfte und Ordner lassen einen fassungslos auf die Bilder starren“, schreibt der Fanverband auf Facebook.

„Blaue Flecken, Prellungen, Verstauchungen, Platzwunden, Knochenbrüche“

Eine aktuelle Zwischenbilanz der mehreren Dutzend verletzten Bayern-Fans sieht nach Angaben des Club Nr. 12 so aus: „Die Verletzungen reichen von blauen Flecken und Prellungen über Verstauchungen bis hin zu Platzwunden und Knochenbrüchen. Unter den Verletzten des ‚Gäste‘-Blocks sind Fans, die einen Querschnitt der Bayern-Anhänger abbilden. Nicht nur die aktive Fanszene war betroffen. Es hat einfach jeden getroffen, der einem Schlagstock zufällig in die Quere kam. Es spielte dabei keine Rolle, ob man sich völlig passiv verhielt oder ‚nur‘ versuchte, sich zu schützen. Die reine Anwesenheit im Fanblock genügte völlig, um Ziel eines tätlichen Angriffs zu werden.“ Neben den Polizisten habe auch der von Real Madrid eingesetzte private Sicherheitsdienst „erheblich zur Eskalation der Situation beigetragen“.

Auch zum Auslöser der heftig diskutierten Polizeiaktion gibt es Neuigkeiten. Nach Recherchen des Club Nr. 12 handelte es sich bei der ach so anstößigen Fahne  um ein zirka ein Quadratmeter großes Fan-Banner der Ultramarines Bordeaux: „Diese Fahne erregte das Missfallen der Polizei, vermutlich, da sie mit einer Fahne der bei Real verbotenen Ultragruppierung ‚Ultras Sur‘ verwechselt wurde.“

Die Fanvereinigung will rechtliche Schritte einleiten, um die Vorkommnisse aufzuarbeiten und gegebenenfalls zu sanktionieren. Dazu bittet der Club Nr. 12 weiterhin um Videomitschnitte aus dem Stadion und ermutigt die betroffenen Fans, persönlich Anzeige zu erstatten.

Ausdrücklich danken möchte der Fan-Dachverband aber auch einigen Unterstützern: dem Sanitätsdienst im Estadio Santiago Bernabéu, dem Fanprojekt München sowie dem FC Bayern und seiner Fanbetreuung. Der Verein hatte sich sogar bei der Bundesregierung über die Vorfälle in Madrid beschwert.

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