König Franck ist wieder da

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Franck Ribery wie man ihn kennt: dynamisch und voller Energie.

Er hat ein dickes blaues Veilchen am rechten Auge, aber Franck Ribéry geht es so gut wie lange nicht mehr.

Nach drei Monaten Verletzungspause wegen seines Syndesmoserisses ist der Franzose auf dem Weg zurück zu alter Stärke und hat ganz nebenbei den FC Bayern ein Stück aus der Krise geführt. Seit seiner Rückkehr in die Stammformation hat der Fußball-Rekordmeister keines der sechs Spiele verloren.

„Wir haben auf seinen Spielwitz gewartet. Franck ist nicht zu ersetzen“, sagt Jürgen Klinsmann. Es ist auch Ribérys Verdienst, dass der nach dem schlechtesten Saisonstart seit 31 Jahren in die Schusslinie geratene Trainer wieder ruhig arbeiten kann. Auch bei seinem Comeback im französischen Nationalteam schoss der 1,70 Meter große Wirbelwind ein Tor beim 2:2 in Rumänien und rettete damit den Job von Nationaltrainer Raymond Domenech.

Ribéry selbst sieht sich trotz seiner doppelten Rettungsaktion derzeit allerdings erst bei 85 Prozent seines Leistungsvermögens und meint mit einem verschmitzten Grinsen: „Den letzten Schritt muss ich noch gehen, aber es wird nicht mehr lange dauern.“ Gegen den VfL Wolfsburg leitete Ribéry mit seinem ersten Saisontreffer zum 1:2 die Aufholjagd zum 4:2-Sieg ein und nahm den bei einem Zweikampf eingehandelten Bluterguss am Auge mit einem Schulterzucken hin.

Frankfurt - FC Bayern: Die Spieler in der Einzelkritik und weitere Bilder der Partie

Frankfurt - FC Bayern: Die Spieler in der Einzelkritik und weitere Bilder der Partie © 
Michael Rensing: Kaum geprüft, bei weiten Bällen auf sein Tor – bis auf eine Szene kurz vor Schluss – aufmerksam. War beim Eigentor von Demichelis ohne Chance, hätte sich ansonsten sicher mehr Situationen gewünscht, um sein Können zu zeigen. Note: 3 © dpa
Massimo Oddo: Wieder mit Problemen im Zweikampf, auch seine Flanken blieben ungefährlich. Weltmeisterlich ist das beileibe nicht. Note: 5 © dpa
Lucio: Was ist nur mit ihm los? Auch gegen harmlose Frankfurter war ihm die Verunsicherung anzumerken. Besonders bei Kontern kam er einige Male zu spät. Note: 4 © dpa
Martin Demichelis: Ein bitterer Abend für den Gaucho-Grätscher. Was Frankfurt wohl den ganzen Abend nie geschafft hätte, erledigte Micho für sie: Er schoss beim Versuch eine Flanke zu klären den Führungstreffer. Ein unglückliches Eigentor, das einen Schatten auf seine Leistung wirft. Note: 4 © dpa
Zé Roberto: Als Linksverteidiger gegen Wolfsburg bekam er noch das Prädikat: besonders wertvoll. Gegen Frankfurt aber war er auf der Position etwas verschenkt. Zwar blieb er im Zweikampf nahezu fehlerfrei, es fehlte aber seine Antriebskraft im Mittelfeld. Eine Dauerlösung hinten links ist er daher nicht. Note: 3 © dpa
Mark van Bommel: Fing im defensiven Mittelfeld enorm viele Bälle ab, gutes Stellungsspiel, stark im Kopfball. Seine Pässe fanden aber zu selten den Mitspieler. Kommen auch die Zuspiele wieder besser, hat der Holländer endgültig den Stammplatz zurück. Note: 4 © dpa
Bastian Schweinsteiger: Mit der Riesenchance zur Führung (21.), die er aber zu lässig vergab. Ansonsten unscheinbar und mit einigen ungewohnten technischen Fehlern. Bereitete aber stark Kloses Ausgleich mit der Hacke vor. Note: 3 © dpa
Tim Borowski: Nach seinem starken Auftritt gegen Wolfsburg bekam er die Chance von Beginn an. Bewegte sich viel, versuchte das Spiel an sich zu reißen, nur zum Teil mit Erfolg. Hat Probleme mit der Schnelligkeit und im Defensivverhalten. Note: 4 © fishing4
Franck Ribéry: Er ist so wichtig! Erzielte den Siegtreffer mit wunderbarem Direktschuss, war ansonsten ohne Foul kaum vom Ball zu trennen. Wurde von den Frankfurtern hart rangenommen, setzte dennoch unermüdlich zu Dribblings an. Ganz der Alte ist er aber noch nicht. Note: 2 © 
Lukas Podolski: Chance erneut nicht genutzt! Ließ sich immer wieder zurückfallen, um aus dem Lauf heraus Richtung Tor zu gehen. Hatte aber gegen die defensiven Frankfurter große Probleme sich durchzusetzen. Zudem wurden seine direkten Bälle in die Tiefe oft abgefangen. Note: 5 © dpa
ab der 80.: Andreas Ottl: Zu spät für eine Bewertung. © Sampics
Miroslav Klose: Hatte zunächst gegen die aggressiven Frankfurter einen sehr schweren Stand, konnte sich nur selten durchsetzen. In der ersten Hälfte ohne Torschuss, dann mit einem Treffer der Marke Gerd Müller und der schönen Vorbereitung für Ribéry. Note: 2 © fishing4
Jürgen Klinsmann vor dem Spiel: Von Anspannung keine Spur. © fishing4
Bayern-Manager Uli Hoeneß vor dem Spiel. © fishing4
Skeptisch: Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel. © dpa
Da war die Frankfurter Welt noch in Ordnung: Nach dem Eigentor durch Demichelis jubelt die Eintracht. © dpa
Was fängt der Rensing denn da? Den Ball oder den Kopf von Juvhel Tsoumou ? © dpa
Lucio und Ribery bejubeln den Siegtreffer des Franzosen. © dpa
Jürgen Klinsmann hat nach dem Bayern-Sieg gut lachen: Seine Mannschaft arbeitet sich in der Tabelle kontinuierlich nach vorne. © dpa
Frankfurts Liberopoulos war nach dem Spiel k.o.: alles gegeben und doch leer ausgegangen. © dpa

Auch beim Sieg in Frankfurt war Ribery wieder Torschütze - der Franzose erzielte den 2:1-Siegtreffer. Der kleine, freche Techniker hat dem Bayern-Spiel den Witz zurückgegeben, aber zufrieden ist Ribéry mit den Auftritten des Klinsmann-Teams noch nicht. „Wir sind noch nicht so gut, wie wir in der letzten Saison waren. Wir fangen uns noch zu viele Tore“, kritisiert der 25-Jährige. Er sieht das Team aber definitiv auf dem richtigen Weg und die Auftritte von 1899 Hoffenheim gelassen: „Die spielen sehr gut und haben Spaß. Aber am Ende wird Bayern Meister.“

Der wichtigste Garant dafür ist Deutschlands Fußballer des Jahres, der auch von den Profikollegen mit 37,3 Prozent der Stimmen mit riesigem Vorsprung gewählt wurde. Der große Reformator Klinsmann hat an der Position des unersetzbaren Spaßvogels nicht gerüttelt – und das ist gut so. „Ich habe weiterhin die Freiheit, mich überall auf dem Platz zu bewegen. Das brauche ich für mein Spiel, sonst wäre ich nicht mehr ich“, erzählt Ribéry, der seinen bis 2011 laufenden Vertrag erfüllen will.

Die wertvollsten Bayern-Spieler

Die wertvollsten Bayern-Spieler © 
Transfermarkt.de ist die renommierteste deutsche Webseite für Spieler-Transfers. Zu Beginn der Rückrunde haben die Experten wieder die Marktwerte der FCB-Spieler beziffert und u.a. Leistungsvermögen, Alter und Entwicklungsfähigkeit berücksichtigt. Demnach hat der Bayern-Kader insgesamt einen Marktwert (Stand: 04.02.2009) von rund 242 Mio. Euro. Sehen Sie hier die Rangliste des FCB. Auf Platz 22: Thomas Kraft (Marktwert 250.000 €) © dpa
Platz 21: Hans-Jörg Butt (1.250.000 €) © sampics
Platz 20: Andreas Ottl (2.000.000 €) © dpa
Platz 18: Christian Lell (3.000.000 €) © Fishing4
Platz 18: Landon Donovan (3.000.000 €) © dpa
Platz 17: José Ernesto Sosa (4.000.000 €) © sampics
Platz 16: Michael Rensing (4.500.000 €) © sampics
Platz 15: Massimo Oddo (6.500.000 €) © Fishing4
Platz 13: Daniel van Buyten (7.000.000 €) © sampics
Platz 13: Breno (7.000.000 €) © sampics
Platz 12: Tim Borowski (7.500.000 €) © Fishing4
Platz 11: Zé Roberto (8.000.000 €) © Fishing4
Platz 9: Hamit Altintop (11.000.000 €) © dpa
Platz 9: Mark van Bommel (11.000.000 €) © sampics
Platz 8: Lukas Podolski (12.000.000 €) © sampics
Platz 6: Bastian Schweinsteiger (16.000.000 €) © sampics
Platz 6: Martin Demichelis (16.000.000 €) © sampics
Platz 5: Lucio (18.000.000 €) © sampics
Platz 4: Miroslav Klose (20.000.000 €) © Fishing4
Platz 3: Luca Toni (24.000.000 €) © Fishing4
Platz 2: Philipp Lahm (25.000.000 €) © dpa
Platz 1: Franck Ribéry (35.000.000 €) © Fishing4

Quelle: tz

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