Zum Aus der Bayern

tz-Kommentar: Pep weiß, was der FC Bayern jetzt braucht

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Pep Guardiola (r.) reagiert hier scheinbar ungehalten auf Barcas Neymar. Bei der Planung für die neue Saison ist aber Bedacht angesagt.

München - Bayern-Reporter Jose Carlos Menzel Lopez analysiert das Aus der Bayern im Halbfinale der Champions League gegen Barca. Er glaubt: Trainer Guardiola wird die richtigen Lehren daraus ziehen.

Pep Guardiola wird es wie ein kleines Déjà vu vorkommen. Und letztlich ist es das ja auch. Als der Katalane Barça im Jahr 2012 nach 14 Titeln in vier Jahren verließ, hatte das viele Gründe: Er fühlte sich ausgebrannt, konnte sich nicht mehr motivieren und sein Verhältnis zu Präsident Sandro Rosell war mit Hund und Katz’ noch milde umschrieben. Der entscheidende Punkt: Barça hatte alles gewonnen, einen neuen Stil geprägt und eine Ära markiert, doch Guardiola spürte: Wenn wir weiterhin ganz oben bleiben wollen, müssen wir uns auch weiterentwickeln. Der Trainer wusste, dass die Mannschaft, die ganz Europa verzaubert hatte, einen neuen Anstrich brauchte – ein Vorschlag, der bei Rosell & Co. allerdings nicht ganz so gut ankam. Ganz nach dem Motto: Mit Xavi & Co. in unseren Reihen werden wir auch noch in 100 Jahren unbesiegbar sein.

"Die nächste Gala der drei Außerirdischen" - Pressestimmen

Ein Irrtum. Auch Xavi, das Nervenzentrum des FC Barcelona, hat ein Verfallsdatum, was sich in den Folgejahren bemerkbar machte. Erst als die Mannschaft kernsaniert wurde und Spieler wie Jordi Alba, Neymar und Luis Suárez dazustießen, ging es wieder bergauf.

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An dem Punkt, an dem sich der FC Barcelona 2012 befand, steht der FC Bayern heute. Das Champions-League-Aus war nur das unausweichliche Ende einer Entwicklung, die bereits vor der Saison absehbar war. Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Xabi Alonso, Arjen Robben, Franck Ribéry – allesamt Topstars, die eine Ära geprägt, Schalen und Henkelpötte in den Himmel gereckt haben und in einigen Fällen auch noch Weltmeister geworden sind. Und genauso wie bei Barças Xavi denken wir uns: Wie großartig wäre es, wenn sie alle noch weitere fünf Jahre auf Topniveau und ohne Verletzungssorgen hinlegen könnten. Es ist ein Wunschtraum.

Zweimal die Zwei: Bilder und Einzelkritik zum Champions-League-Aus  

Die Bayern und Guardiola stehen nun vor der Mammutaufgabe, den FCB von morgen zu formen. Dafür werden mit Sicherheit frische Kräfte – aber genauso auch unpopuläre Entscheidungen vonnöten sein. Der Trainer wird sie kommende Saison treffen und dafür auch Kritik einstecken müssen. Aber es geht nicht anders. Sonst dauert es womöglich wieder zwölf Jahre bis zum nächsten Champions-League-Triumph.

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker

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