Guardiola verlässt den FC Bayern

Kommentar: Mit Peps Abschied endet ein Zyklus

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Pep Guardiola.

München - Bayern-Reporter Marc Beyer schreibt in seinem Kommentar über den Abschied von Pep Guardiola als Trainer des FC Bayern München.

Hinterher ist man immer schlauer, und so klingt dieser Satz von der Weihnachtsfeier heute anders als damals. Man hätte schon am Nikolaustag stutzig werden können, als Karl-Heinz Rummenigge die Belegschaft auf das eine Ziel einschwor: das Triple. Offiziell war bis dahin immer Demut oberstes Gebot. Nun appellierte er plötzlich an die Mannschaft, „noch mal alles dem FC Bayern unterzuordnen“.

Das klang nach der letzten Patrone, nach dem finalen Bündeln aller Kräfte und Zurückstellen aller Egos. Warum nur? Die Bayern sind erfolgreich und auf ihrem Weg des Generationenwechsels ziemlich weit. Mit einem exquisiten Kader, einem außergewöhnlichen Trainer und einem prallen Festgeldkonto sollte ihnen vor der Zukunft nicht bange sein.

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Kader und Konto sind auch nächste Saison noch da, der Trainer nicht. Für die Bayern ist es eine ernüchternde Erkenntnis, dass selbst die besten Arbeitsbedingungen, die prächtigsten Perspektiven, die Zuneigung der Mannschaft, das größte Entgegenkommen der Vereinsspitze, kurz: die ganze Einmaligkeit dieses Klubs einen Abwanderungswilligen nicht zum Bleiben bewegen kann.

Pep Guardiola hat in München viele Qualitäten und große Expertise bewiesen. Den Eindruck aber, dass er diesen sehr speziellen Weltverein begriffen hat, vermittelt er bis heute nicht. Allein das Unverständnis über die ewigen (und nachvollziehbaren) Fragen nach seiner Zukunft ist Beleg, wie fremd ihm ein Teil dieses Mia-san-mia-Gebildes geblieben ist. Dabei muss auch ihm klar sein, dass Zukunftsplanung nicht auf den letzten Drücker möglich ist. Sofern er nicht nur auf sich schaut.

Seine eigene Zukunft dürfte Guardiola schon geplant haben. Die des Klubs ist weniger scharf umrissen. Große Teams siegen in Erfolgszyklen. Die Bayern bewegen sich seit Jahren am oberen Ende ihrer Leistungsfähigkeit. Sie kennen kein Nachlassen oder Schwächeln, und wenn es große Niederlagen setzte, hatten sie gewaltige Gründe (taktischer Irrtum gegen Real, kolossales Verletzungspech gegen Barcelona). Endlos, das lehrt die Geschichte, lassen sich solche Phasen nicht dehnen. Der Münchner Zyklus könnte beizeiten enden. Ein guter Grund, noch mal alles dem FC Bayern unterzuordnen.

Guardiola hat viel von sich verlangt, aber auch vom Verein. Er hat taktische Radikalmanöver verordnet, auch medizinische Drahtseilakte. Dass er bis zum Zerreißen angespannt wirkt, ist eher Alltag als Ausnahme. Bald beginnt für ihn ein neuer Zyklus.

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