Götze und der FC Bayern - ein Missverständnis?

Kommentar: So geht man mit einem Weltmeister nicht um

München - Mario Götze kommt beim FC Bayern nicht mehr zum Zug. Pep Guardiola ignoriert ihn, die Bayern-Bosse geben kein klares Statement ab. Ein Kommentar von Florian Weiß.

Kennen Sie Andrés Iniesta? Keine Frage, den kennt der geneigte Fußball-Fan. Vom FC Barcelona, aus der spanischen Nationalmannschaft. Spätestens durch sein entscheidendes Tor für Spanien im WM-Finale 2010, als er die "Furia Roja" zum ersten Titel schoss. Konnten Sie sich diesen damals 24 Jahre alten Kicker als Bankdrücker vorstellen? Wohl kaum!

Nach dem WM-Finale 2014 war das auch bei Mario Götze undenkbar. Sein historischer Treffer in Rio verlieh ihm zunächst einen (nötigen) Schub beim FC Bayern, doch als es in der Spielzeit 2014/2015 dann um die Wurst, also in die entscheidenden Spiele in der Champions League ging, setzte Pep Guardiola nicht mehr auf Götze. Sein Stammplatz war die Bank, seine Einsatzzeiten dürftig.

2015/2016 sollte alles besser werden, wurde es aber nicht wirklich - und dann verletzte Götze sich auch noch schwer. Jetzt könnte er wieder spielen - darf aber nicht mehr. Der Höhepunkt der Götze-Farce: Pep Guardiolas lapidare "Erklärung", warum der Nationalspieler auch gegen Köln nicht spielen durfte. Zitat: "Es war meine Entscheidung und es war die beste Lösung für Bayern München. Wenn wir gewinnen, dann liege ich richtig."

Und die Bayern-Bosse? Karl-Heinz Rummenigge sagte, Götze sei "ein Spieler, der mit einem großen Namen verpflichtet wurde" und "es wäre schön, wenn Mario in den zwei Monaten, die jetzt sehr wichtig sind, Bedeutendes dazu beiträgt, dass wir am Ende hoffentlich die eine oder andere Silberware auf dem Tisch stehen haben." Und Sammer: "Wir werden die Lage im Sommer analysieren. Wir müssen auch sehen, was der Spieler will." Götze will spielen, das ist klar! Aber was will denn der Verein? Wie wichtig ist Götze für den FC Bayern? Wird auf ihn gebaut? Und was plant Bald-Trainer Carlo Ancelotti?

Wo soll Götze beim FC Bayern spielen?

Fakt ist: Götzes Lieblingsposition, die Spielmacher-Position, wird beim FC Bayern nicht besetzt. Und auf den Flügeln sind mit Kingsley Coman, Douglas Costa, Frack Ribéry und Arjen Robben vier Spieler vor dem Weltmeister gesetzt. Und für die vorderste Sturmreihe kommt hinter Robert Lewandowski eher Thomas Müller in Frage. Was man Götze zugute halten muss: Er motzt nicht, er meckert nicht. Er bleibt ruhig, erträgt es.

Aber geht man so mit einem Weltmeister um? Einem Weltklasse-Spieler, der noch immer als Talent bezeichnet werden darf (er ist erst 23 Jahre alt), den man im Sommer 2013 für 37 Millionen Euro vom ärgsten Kontrahenten Borussia Dortmund loseiste, weil der FC Bayern ihn unbedingt wollte (Guardiola musste ja erst überzeugt werden, er wollte eigentlich Neymar)? Ein Spieler, der international anerkannt und geachtet wird?

Ein klares Nein! Götze hat klare Statements verdient, klare Erklärungen - wie auch die Fans! Ein plumpes "Weil es besser so ist" reicht da einfach nicht aus. Wenn Götze nicht (mehr) ins Pep-Konzept passt, darf man das sagen! Oder wenn es einfach zwischen Bayern und dem Spieler (Vertrag endet 2017) nicht mehr passt.

Klare Positionen und Aussagen wären für alle Parteien die beste Lösung. Ob Pep Guardiola oder der FC Bayern diese noch tätigen werden, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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