Ein Spiel fast auf Augenhöhe

BVB nach Topspiel gegen Bayern: Mit Mentalität über den Winter - Ein Kommentar.

Münchens David Alaba und Dortmunds Erling Haland (r) in Aktion
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Fast auf Augenhöhe: Die Bayern gegen Dortmund - mit David Alaba und Erling Haaland.

Eine Niederlage tut immer weh - aber trotzdem war das 3:2 ein Kompliment für den BVB und die Bundesliga. Die Bayern werden weiter marschieren, aber die Dortmunder womöglich dran bleiben. Ein Kommentar.

  • Der FC Bayern hat das Topspiel mit 3:2 gegen Dortmund gewonnen.
  • Der Sieg war verdient - aber der BVB schlug sich achtsam.
  • Die Liga darf auf einen spannenden Kampf an der Spitze hoffen.

München - Das Wort „Mentalität“ hat ja schon einige Duelle zwischen dem BVB und dem FC Bayern begleitet. Wann immer im Team von Lucien Favre eine Diskussion über Einstellung, Willen und fehlenden Kampfgeist losgetreten wurde, standen auf der anderen Seite die nimmersatten Münchner, die gegen den vermeintlich größten Gegner in Deutschland stets lieferten. Sinnbildlich war nicht selten ein Mann, der BVB-Boss Hans-Joachim Watzke schon richtig auf den Geist ging: Joshua Kimmich, in München gerne „Mentalitätsmonster“ genannt – und nun erst mal zum Zuschauen verdammt. Ist das die Chance des BVB?

Drei Punkte Vorsprung hat der FC Bayern jetzt, nach dem sogenannten Gipfeltreffen am siebten Spieltag. Freilich kam die Partie viel zu früh, um von einer Vorentscheidung zu sprechen. Die 90 Minuten von Dortmund aber haben doch Aspekte aufgedeckt, die für den weiteren Verlauf der 58. Bundesliga-Spielzeit von Bedeutung sein könnten. Der alles überstrahlende ist, dass der FC Bayern aller Voraussicht nach auf dem Weg zum neunten Serien-Titel nicht aufzuhalten sein wird. Und trotzdem müssen die geschlagenen Dortmunder sich nach diesem Auftritt nicht nur grämen.

Borussia Dortmund kann bis zum Frühjahr dran bleiben

Das 1:0 im Frühjahr (Tor: Kimmich) war vorentscheidend auf dem Weg zur letzten Meisterschaft, und es war – auch wenn das Ergebnis knapp wirkte – eine andere Machtdemonstration als jenes 3:2 vom Samstag. Damals ging es aufseiten des BVB (natürlich!) um Mentalität, Favres Taktik stand in der Kritik. Diesmal entschieden in der Partie gegen die wohl beste Mannschaft im Weltfußball eher Nuancen. Letztlich haben die Bayern verdient gewonnen, weil sie ein Tor mehr geschossen haben als die Dortmunder. Aber nicht, weil sie es so viel mehr wollten und so viel mehr konnten als der Gegner. Das darf man in Westfalen durchaus als Kompliment sehen.

27 Spieltage stehen noch aus, Anfang März trifft man sich wieder. Die Bayern werden bis dahin eher nicht entscheidend einbrechen, nicht mal ohne ihr Parade-Monsterchen Kimmich. Dennoch: Sollte der BVB auf den Erfahrungen des Wochenendes aufbauen – und das Potenzial endlich mal konstant ausschöpfen –, könnte er bis dahin dran bleiben. Der Liga wäre es zu wünschen.

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