Was steckt hinter der Super League? 

Kommentar zur Super League: Bekommen sie den Hals nie voll? 

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FCB-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge äußerte bereits die Vermutung, dass die Super League bald kommen wird. 

Ein Bericht des Spiegel über die Super League und dem möglichen Bundesliga-Ausstieg des FC Bayern sorgt für Aufsehen. Das Motiv, das hinter diesen Plänen steckt, liegt jedoch auf der Hand. Ein Kommentar von José Carlos Menzel López. 

Der Fußball hat zwei Gesichter. Auf einer Seite steht dieser Sport für grenzenlose Leidenschaft, die Wochenende für Wochenende Millionen Menschen in die Arenen dieser Welt führt. Daraus resultiert enorme Geldströme und damit einhergehend die zweite, dunkle Seite des runden Leders: die von Habgier, Machtmissbrauch und Korruption.

Und den Hals bekommt in diesem Geschäft allem Anschein nach niemand voll genug.

Welches Motiv steckt hinter der Einführung der Super League? Geld, Geld und nochmal Geld

Sport-Redakteur José Carlos Menzel López. 

WM mit 48 statt 32 Teilnehmern, Nations League, ein dritter UEFA-Wettbewerb neben Champions und Europa League – und jetzt der Bericht des Spiegel über die Einführung einer Super League. Motiv: Geld, Geld und noch mehr Geld!

Der FCB soll in dem Kontext selbst die Möglichkeiten für einen Ausstieg aus der Bundesliga geprüft haben, Real Madrid liegt laut Spiegel eine Absichtserklärung für die geplante Liga mit 16 Topteams vor, die von den restlichen Klubs unterzeichnet werden soll. Dass ein Unternehmen Profite anstrebt, ist klar. Dass die Fans Tag für Tag den Glauben an den Sport verlieren, wenn sie davon lesen, dass Scheichklubs wie PSG oder ManCity mithilfe von FIFA-Präsident Gianni Infantino das Financial Fairplay aushebeln konnten, allerdings ebenso.

Nun also die Super League. Ein Wettbewerb, der keiner wäre, weil die Big Player wie Real, Barça & Co. laut der Entwürfe ohnehin nicht absteigen könnten. Warum auch verbandsgesteuerten Ligen wie der Champions League oder der Bundesliga die Treue schwören, wenn man sich doch privat organisieren und dadurch zehnmal so hohe Gewinne einfahren kann? „Ich vermute, dass die Liga eines Tages kommen wird“, meinte Karl-Heinz Rummenigge neulich bei 11Freunde

Super League: Bundesliga ohne BVB und Bayern ließe sich nur schwer vermarkten 

Und die Fans werden eines Tages gehen. Oder wie soll man sich dieses Szenario denn aus ihrer Sicht vorstellen, wenn es am Wochenende nicht mehr mit der Bahn nach Frankfurt oder Mainz, sondern mit dem Flieger nach Manchester oder Madrid gehen muss? Der Fan von morgen braucht eine gut gedeckte Visa-Karte, so viel steht fest.

Den Bundesligaklubs würde diese auf Dauer wohl gesperrt, schließlich würde sich ein Austritt ihrer Zugpferde drastisch auf die Etats der verbliebenen Vereine auswirken. Jedenfalls dürfte sich eine Bundesliga ohne FCB und BVB schwer vermarkten lassen rund um den Globus. Große Schuld an dieser Entwicklung trägt die wachstums- und entwicklungshemmende Bundesliga allerdings auch selbst. 

Die Investorenbremse 50+1, das starre Ablehnen der Spieltagsaufsplitterung sowie die latente Rückwärtsgewandtheit in all ihren Entscheidungen haben dafür gesorgt, dass das „Kulturgut Bundesliga“ (Aki Watzke) den Anschluss an die großen Ligen verloren hat. Die Super League kann daher auch als letzter Weckruf verstanden werden. Es ist das einzig Positive an ihr.

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