So nicht geplant

Kovac-Aus beim FC Bayern: Es stand schon vor der Frankfurt-Klatsche fest - wer zog dann die Notbremse?

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Eigentlich sollte Niko Kovac beim FC Bayern noch mindestens eine Woche bekommen - am Ende ging die Trennung doch zügig.

Tag eins nach dem großen Trainer-Knall bei Bayern München: Selbst die Spieler waren vom Rücktritt von Niko Kovac überrascht. Wie kam das abrupte Ende zustande? Maßgeblich war der Zitterauftritt im Pokal.

München - An Tagen wie diesen gehören genaue Zeitangaben einfach dazu, und weil am Abend vorher der große Knall passiert war, als die TV-Kameras an der Säbener Straße längst abgebaut waren, ging es am Montag von vorne los. Also: 9.15 Uhr, Karl-Heinz Rummenigge fährt beim FC Bayern vor. 11.11 Uhr: Uli Hoeneß erreicht die Tiefgarage, nach eigenen Angaben „gut gelaunt“. 

Die Bosse spielten das Spielchen am Tag 1 nach der Trennung von Niko Kovac gerne mit, aber sie wussten beim Betreten des Klubgeländes auch, dass hinter verschlossenen Autofenstern und Bürotüren harte Arbeit wartet.

FC Bayern: Die Intention war bei der Zusammenkunft keine Trennung

Um genau zu sein, wissen sie das seit knapp einer Woche, also seit jenem Tag, an dem der FC Bayern acht Minuten vom Pokal-Aus in Bochum entfernt war. Dass die Partie letztlich noch 2:1 endete, änderte nichts daran, dass der denkwürdige Auftritt Rummenigge, Hoeneß und Hasan Salihamidzic zum Grübeln gebracht hat. Er war der Knackpunkt in der Bewertung von Kovac. Die 1:5-Niederlage in Frankfurt sorgte dann nur dafür, dass die ernsten Gespräche früher geführt wurden als nach den nun anstehenden Partien gegen Piräus und Dortmund.

Die Intention am Sonntagabend war bei Zusammenkunft keine Trennung. An einem Tisch wurde aber deutlich, dass eine Zusammenarbeit kaum mehr Sinn hat. „Die Leistungen und auch die Resultate unserer Mannschaft haben in den vergangenen Wochen nicht den Erwartungen entsprochen“, sagte Rummenigge. Der Vereinsboss wies auf die Wichtigkeit der kommenden Spiele hin, vor allem am Samstag gegen Borussia Dortmund. Den „deutschen Classico“, sagte der 64-Jährige, „gilt es zu gewinnen.“

Video: Was verändert der Kovac-Nachfolger Hansi Flick?

Kovac hatte vor der Mannschaft am Sonntagvormittag noch so gesprochen, als bleibe er mindestens eine weitere Woche im Amt. In einer Teamsitzung soll er gar 25 Szenen vom Peinlich-Auftritt in Frankfurt zerpflückt und einzelne Spieler in die Pflicht genommen haben. Die Profis waren am Abend selbst vom Rückzug des Coaches überrascht. In einer internen E-Mail an alle, inzwischen mehr als 1000 Bayern-Mitarbeiter verabschiedete sich der Kroate und wählte damit nach 491 Tagen im Amt einen Abschied mit Stil. Genauso wichtig wie ein würdiges Servus war es ihm, in der offiziellen Mitteilung am Abend vorher als Initiator der Trennung aufgeführt zu werden. „Den Rücktritt angeboten“ war die Formulierung, das Heft des Handelns lag bei Kovac.

Neuer FC-Bayern-Trainer? Große Überraschung scheint ausgeschlossen

An der Seitenlinie wird nun erst mal Hansi Flick stehen. Wie lange, wird derzeit sondiert. Rummenigge war es am Montag wichtig zu betonen, dass er – auch in Zukunft – alle Entscheidungen gemeinsam mit dem in zehn Tagen scheidenden Präsidenten Hoeneß sowie Salihamidzic „diskutiert und beschließt“. Der Trainermarkt ist parallel sondiert worden, eine große Überraschung scheint ausgeschlossen. Rummenigge wollte zu „Gerüchten und Spekulationen“ keine Stellung beziehen, schloss aber ein längeres Engagement von Flick auch nicht aus.

Namen wie jener von Erik ten Hag (Vertrag bis 2022 bei Ajax) und Ex-Juve-Trainer Massimiliano Allegri (ohne Job) kursieren längst. Allegri übrigens ist ein guter Freund von Giovanni Branchini, Bayerns Chef-Vermittler. Der wurde am Montag jedoch nicht bei der Einfahrt in die Garage gesichtet. Weil er längst in Verhandlungen steckt?

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