Wegen der Beziehungen zu Katar

Kritik aus der Südkurve: Rummenigge mit Tomaten auf den Augen?

Die Fans des FC Bayern haben beim Heimsieg über Werder Bremen mit einem Banner Kritik an der Haltung des Rekordmeisters gegenüber WM-Gastgeber und Partner Katar geäußert.

Seit vielen Jahren entflieht der FC Bayern dem Winter und reist in der Vorbereitung auf die Rückrunde nach Katar. In der Aspire Academy in Doha findet der Rekordmeister beste Bedingungen für sein Wintertrainingslager, zudem ist der örtliche Hamad International Airport ein Sponsor der Roten. Diese geschäftlichen Verbindungen von Deutschlands Vorzeigeverein ins Emirat, das wegen zahlreicher Verstöße gegen die Menschenrechte im internationalen Fokus steht, werden von vielen Seiten kritisch gesehen. Vor allem die Ultras der Bayern gefällt das gar nicht. Den Sponsoren-Deal mit dem Flughafen kritisierten sie anno 2016 bereits. Im Frühjahr 2017 protestierten sie gezielt gegen den Wüstenstaat als Wintertrainingslager.

An diesem Sonntag beim 4:2-Erfolg ihres Teams über Werder Bremen entrollten sie erneut ein Protest-Banner gegen die bayerisch-katarische Beziehung. „Die Situation der Arbeiter in Katar hat sich durch den Fußball verbessert“, war darauf zu lesen. Daneben prangte auf einem Plakat das Konterfei von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, die Brillengläser in Rot gefärbt. Das sollte wohl bedeuten, dass Rummenigge mit Blick auf Katar wohl Tomaten auf den Augen habe.

Das Zitat auf dem Banner bezieht sich auf eine Aussage Rummenigges in einem Gespräch mit der tz Anfang Januar, kurz vor dem Abflug nach Katar. „Außenminister Sigmar Gabriel hat mir neulich bestätigt, dass sich die Situation der Arbeiter in Katar durch den Fußball verbessert habe, auch wenn sie natürlich immer noch besser werden könne“, sagte er damals.

Rummenigge trat in diesem Gespräch auch dem Eindruck der Leisetreterei gegenüber den Bayern-Gastgebern am Golf entgegen. "Der FC Bayern steuert hier als ein Vertreter der gesamten Fußballfamilie seinen Teil bei. Unsere Partner in Doha kennen auch unsere Überzeugungen. Darüber sprechen wir vertraulich, und mit jedem Gespräch wächst ein Stück Vertrauen. Das ist die Voraussetzung für Veränderung", sagte Rummenigge über den Einsatz seines Klubs für gesellschaftliche Veränderungen im Gastgeberland der WM-Endrunde 2022.

Im Sommer 2017 hatte der FC Bayern zudem ein Statement zu seinen Katar-Verträgen abgegeben und vermeldet, man könne „die aktuelle politische Situation am Golf und die Vorwürfe von Nachbarstaaten gegen Katar“ von sich aus „derzeit nicht bewerten.“ Der Sponsorenvertrag des FC Bayern mit dem Hamad International Airport, der seit dieser Saison auch Ärmelsponsor der Münchner ist, läuft noch bis 2023. Ob sich der Rekordmeister für kommenden Winter ein neues Ziel für sein Trainingslager suchen wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

fw mit SID

Rubriklistenbild: © @Sky_Torben auf Twitter

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