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„Das ist hier nicht die Bundesliga“ – Spanische Medien weisen Lewandowski zurecht

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Von: Christoph Klaucke

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Robert Lewandowski ist zum Liga-Auftakt beim FC Barcelona noch ein Fremdkörper. Die spanische Presse kann sich eine Spitze nicht verkneifen.

München/Barcelona – Das hat sich Robert Lewandowski sicher anders vorgestellt: Bei seiner Pflichtspiel-Premiere für seinen neuen Verein FC Barcelona bliebt der Stürmer torlos. Während Ex-Klub FC Bayern ein Schützenfest nach dem anderen feiert und auch Sadio Mané in seinen ersten beiden Partien treffen konnte, tut sich Lewandowski im ungewohnten Umfeld noch schwer.

Zum Auftakt in La Liga kam Barca im heimischen Camp Nou gegen Rayo Vallecano nicht über ein 0:0 hinaus. Lewandowski musste nach dem Spiel teils harsche Kritik der spanischen Medien einstecken. Die Presse zog sogar einen kuriosen Vergleich mit der deutschen Bundesliga.

FC Bayern: Lewandowski kassiert nach Barcelona-Wechsel ersten Rückschlag

Lewandowski blieb vor allem in der ersten Halbzeit blass und war kaum ins Spiel des FC Barcelona eingebunden, nach dem Seitenwechsel ließ der 33-Jährige einige Chancen aus. „Der Pole hat in seinem ersten Spiel einiges gelernt. Der ganze Spielfluss und die enorme Durchschlagskraft aus den Testspielen waren verschwunden, als es ernst wurde. In einer guten Phase des Spiels, insbesondere in der ersten Halbzeit, war er isoliert und gezwungen, zu oft in die eigene Hälfte zu gehen“, urteile die spanische Sportzeitung Marca, die Real Madrid nahe steht und zumeist kritisch über Barcelona berichtet. Lewandowski, der erst einen Tag vor der Partie eine Spielberechtigung erhalten hatte, erkannte die Hilflosigkeit seines Teams und wollte die 81.104 Zuschauer im Camp Nou zur Unterstützung animieren.

Robert Lewandowski enttäuschte bei seinem ersten Pflichtspiel für den FC Barcelona.
Robert Lewandowski enttäuschte bei seinem ersten Pflichtspiel für den FC Barcelona. © Urbanandsport/Imago

„Die andere Lehre ist, dass die Fans ihr Team nicht besonders anfeuern. Ja, sie sind motiviert bei großen Spielen, aber nicht bei einem wie gestern. Das ist hier nicht die Bundesliga, und deshalb musste er die Leute zum Anfeuern auffordern“, klärte die Marca auf. Die Fans in Barcelona sind in der Tat als „Operetten-Publikum“ bekannt und lassen sich nicht so leicht beeindrucken. Lewandowskis Nachfolger bei den Bayern, Sadio Mané, hat mit den Fans dagegen schon nach kurzer Zeit eine innige Beziehung aufgebaut und ist am ersten Spieltag in Frankfurt mit Megafon auf den Zaun zum gemeinsamen Feiern geklettert.

Ex-Bayern-Star Lewandowski von spanischen Medien kritisiert – „Das ist hier nicht die Bundesliga“

Das spanische Blatt El Mundo attestierte Lewandowski zwar ein Bemühen, erkannte aber auch Hilflosigkeit in den Aktionen des Stürmers: „Er hatte es satt, Räume zu schaffen, indem er Rayo-Verteidiger Catena zwang, seine Position zu verlassen. Aber er wusste nicht mehr, was er tun sollte, damit ihn jemand anspielt.“ Die katalanische Sport schrieb: „Die Blaugranas hatten in der ersten Halbzeit, in der Lewandowski fast unbemerkt blieb, Schwierigkeiten, Räume zu finden und Chancen zu generieren.“

Immerhin Barcelonas Trainer war mit der Vorstellung von Lewandowski „zufrieden, weil er für das Team arbeitet. Er kontrolliert den Ball sehr gut und hilft dem Team“, sagte Xavi. „Aber wir brauchen etwas mehr Effektivität. Das war heute das Hauptproblem. Robert und wir alle sind vom Ergebnis enttäuscht. Es ist eine Frage der Zeit, bis er den Unterschied macht.“ Während Lewandowski auf dem Rasen noch seinen Platz sucht, ist er außerhalb von Barcelona in einem idyllischen Küstenstädtchen schon heimisch geworden – „wie in einem Film“. (ck)

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