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Nagelsmann will FC Bayern jetzt umkrempeln: „Da geht es nicht nur um die Mannschaft“

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Von: Marcus Giebel

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Julian Nagelsmann sitzt auf der Bank und schaut nach rechts in Richtung Kamera
Der Blick schweift in die Ferne: Julian Nagelsmann nimmt beim FC Bayern „das große Ganze“ in den Fokus. © IMAGO / Eibner

Julian Nagelsmann ist seit knapp einem Jahr beim FC Bayern. Sein Eindruck: Hier muss sich Grundlegendes ändern. Auch abseits seines Teams.

München - Julian Nagelsmann ist bekannt für seine Vergleiche der Fußballwelt mit anderen Lebensbereichen. Kürzlich erarbeitete er sich mit seiner Aussage, beim FC Bayern sei es nicht wie bei der Freiwilligen Feuerwehr, eine Stippvisite bei den Schwabinger Einsatzkräften. Nach der 1:3-Schmach in Mainz, während der es im Münchner Strafraum mehrmals lichterloh brannte, bemühte der Trainer im Bauch des Stadions des alten und neuen Meisters nun Parallelen zur Wirtschaft.

Denn für den 34-Jährigen ist klar: Beim FC Bayern muss sich einiges ändern. Und zwar offenbar grundlegend. „Du kannst ja nicht immer das gleiche machen. Jedes DAX-Unternehmen, das zu den erfolgreichsten Unternehmen gehören möchte, kennt dieses Phänomen auch“, betonte Nagelsmann, der bald sein Einjähriges an der Säbener Straße feiert.

Nagelsmann und der FC Bayern der Zukunft: „Das ist der Punkt, wo wir was verändern müssen“

Offenbar genug Zeit, um - nicht nur anhand der zuweilen uninspirierten Auftritte - zu erkennen: „Wenn es dann so wirkt, als würden wir einen Dienst abhalten müssen und es nicht mehr so richtig die Leidenschaft ist, dann ist das immer schon ein Punkt, wo wir was verändern müssen. Und da sind wir gerade.“ Wichtig sei: „Du darfst den Punkt dann nicht verpassen. Darum geht es.“

Die Mannschaft befindet sich bekanntlich mitten im Umbruch, mit Abgängen von wichtigen Spielern wie Franck Ribéry, Arjen Robben, Thiago, Mats Hummels, Jerome Boateng oder David Alaba. Dazu dem drohenden Abschied von Robert Lewandowski. Doch auf das kickende Personal allein ist Nagelsmanns Plan gar nicht ausgerichtet: „Da geht es nicht nur um die Mannschaft, sondern um allgemeine Dinge. Es ist normal: Wenn eine Unternehmung über Jahrzehnte erfolgreich ist, ist immer Zeit, mal was zu verändern. Das ist auch gar nicht schlimm.“

Video: Fakten-Report zur Bayern-Niederlage in Mainz

Nagelsmann will FC Bayern erneuern: „Da bin ich auch kein Mahner“

Vielmehr legte er nach: „Es geht um das große Ganze. Da bin ich auch kein Mahner oder irgendwas. Ich will ja auch nur, dass wir den Weg erfolgreich weitergehen.“ Gibt also Bayerns jüngster Meistertrainer den Anstoß, um den größten Verein im Land umzukrempeln? Immerhin sitzen ja auch an der Spitze nach den jahrzehntelang herrschenden Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge mittlerweile neue Gesichter. Herbert Hainer als Präsident, Oliver Kahn als Vorstandsboss.

Was konkret Nagelsmann vorschwebt, verriet er nicht. Es gebe einen Ansatz, mehr ließ er sich nicht entlocken. Reichlich nebulös vom bis 2026 unter Vertrag stehenden Coach. Aber nicht nur die Fans dürfen gespannt sein, was sich in den kommenden Wochen und Monaten bei den Roten tun wird. Auf und neben dem Platz.

Nagelsmann hatte zuletzt ja deutlich gemacht, dass die Meisterschaft allein nicht sein Anspruch sein kann. Was selbstredend auch für den Verein gilt. Doch offenbar befürchtet er, dass künftig gar nicht viel mehr drin sein wird - abgesehen natürlich vom DFB-Pokal, wenn der FC Bayern, der ja mit seiner AG auch ein Wirtschaftsunternehmen darstellt, seinen Vorstellungen nicht folgt.

Nagelsmann und die vielen Niederlagen: „Zu viele derselben Art und Weise“

Auf dem Rasen jedenfalls gab es in dieser Spielzeit „zu viele Niederlagen. Zu viele in derselben Art und Weise. Auch heute.“ Dafür hat er ebenfalls eine Erklärung, die Nagelsmann aber zumindest mit der Öffentlichkeit nicht teilt: „Das sage ich intern, das sage ich der Mannschaft.“

Lange hieß es immer, beim FC Bayern würden die Spieler nicht vordergründig nach den Wünschen der Trainer verpflichtet werden. Sondern vor allem mit dem Hintergedanken, dass sie zur Vereinsphilosophie passen und auch nach einem Wechsel auf der Bank nicht direkt auf selbiger versauern. Vielleicht hatte noch kein Vorgänger so viel Macht, wie sie Nagelsmann anscheinend vorschwebt.

Letztlich ordnet er alles dem Erfolg unter. Darum geht es vor allem. Und ganz nebenbei, auch selbst wichtigen Vergleichen standhalten zu können. Mit den großen Trainer-Ikonen des FC Bayern. (mg)

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