Audi-Cup 2019

Kuriose Szene: Fenerbahce-Spieler will einfach den Platz verlassen - Trainer hält ihn fest

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Nabil Dirar (links) im Zweikampf mit Thomas Müller vom FC Bayern.

Kuriose Szene beim Spiele des FC Bayern: Ein Fenerbahce-Spieler wollte einfach das Spielfeld verlassen, nachdem ihn die Fans ausgepfiffen hatten.

München - Der Auftakt des Audi Cups ist aus Sicht des FC Bayern München definitiv geglückt. Mit einem satten 6:1 zogen die Münchner in das Finale des Pokals in der heimischen Allianz Arena ein. Gerade für den Gegner Fenerbahce Istanbul gab es eher weniger zu lachen. Dass der Frust sowohl bei den Fans als auch bei den Spielern tief sitzt, zeigte dann eine Szene ganz besonders: Interims-Kapitän Nabil Dirar wollte nach Pfiffen der eigenen Anhänger einfach den Platz verlassen und das, obwohl er gerade den Ball am Fuß hatte.

Obwohl der Audi Cup keinen Pflichtspiel-Charakter hat, zeigte sich, dass die Nerven bei Fenerbahce Istanbul aktuell blank liegen. Die Fans des türkischen Hauptstadt-Klubs waren zahlreich nach München gekommen und feuerten ihr Team von Anfang an lautstark an. Doch beim Stand von 6:1 hatten sie offenbar genug gesehen und die Stimmung kippte. Die Fans pickten sich den Marokkaner Nabil Dirar heraus, der zu diesem Zeitpunkt die Kapitänsbinde trug, und pfiffen ihn gnadenlos aus.

Gegen FC Bayern: Fenerbahce-Spieler will während des Spiels einfach gehen

Dirar beschwerte sich wild gestikulierend bei den Fenerbahce-Anhängern. Nach einem missglückten Angriff stand er ohnehin vor dem Fan-Block und zeigte sich wenig begeistert von der auf keinen Fall hilfreichen „Unterstützung“ der Fans. Allerdings halfen Dirars Entnervtheit und die eher feindseligen Gesten dann auch nicht, die Situation zu beruhigen. Die Fans wurden eher noch lauter.

Dirar hatte dann einfach keine Lust mehr: Bei der nächsten Aktion stoppte er in vollem Lauf den Ball ab, drehte sich einmal um und schob das Leder völlig ohne Gegenwehr mit dem Außenrist ins Aus. Dann wollte der Marokkaner den Platz verlassen - in der 72. Spielminute. 

Trainer will seinen Spieler aufhalten - Thomas Müller kommt hinzu

Sein Trainer Ersun Yanal war natürlich gar nicht begeistert von der Aktion, hob den Ball auf und versuchte, Dirar dazu zu bewegen, auf dem Rasen zu bleiben. Dirar versuchte zunächst, den Coach wegzuschieben und so den Weg in die Kabine frei zu machen. Aber Yanal ließ nicht locker. Drei Fenerbahce-Angestellte kamen hinzu sowie einige andere Spieler. Gemeinsam konnte man Dirar schließlich davon überzeugen, zu bleiben. Auch Thomas Müller schaltete sich ein und suchte das Gespräch mit Dirar. Der Trainer Yanal stellte sich anschließend demonstrativ hinter seinen Spieler und forderte das Publikum auf, zu klatschen, weil Dirar geblieben war. Dirar beruhigte sich, blieb und die Fans klatschten am Ende für ihren Kapitän. Eine Szene, die kaum kurioser geht.

Natürlich steckt hinter der Aktion weit mehr als nur der 6:1-Rückstand gegen den FC Bayern. Fenerbahce hat eine absolute Horror-Saison hinter sich. Sie spielten um den Abstieg, hatten drei verschiedene Trainer und landeten am Ende auf Tabellenplatz sechs, was bedeutet, dass man nicht für internationale Turniere qualifiziert ist. Viel zu wenig für die Fans und die Spieler des stolzen Traditionsvereins. Bei der bitteren Pleite gegen den FC Bayern kamen dann wohl auf allen Seiten viele Emotionen hoch, die man gerne vergessen würde. Auch Neuzugang Max Kruse fand nach der Partie deutliche Worte.

rjs

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