Autor Beer klärt auf

Kurt-Landauer-Film: Welche Szenen falsch waren

+
Kurt Landauer (Josef Bierbichler) in den Trümmern des Grünwalder Stadions.

München - Entsprachen alle Szenen des Films über Kurt Landauer der Wahrheit? Dieser Frage nimmt sich Autor Roman Beer an und klärt auf, was im Film anders war als in der Geschichte.

Der Film über Kurt Landauer - er lockte am Mittwochabend über drei Millionen Zuschauer vor die TV-Geräte. Die Geschichte des mehrmaligen Präsidenten des FC Bayern, seiner Verfolgung und wie er den Verein groß machte - all das hat nachhaltig Eindruck hinterlassen. Doch natürlich stellt sich bei entsprechenden Filmen, die einer wahren Begebenheit nachempfunden sind, die Frage: Wurde alles so dargestellt, wie es wirklich gewesen ist? Wurden Szenen überspitzt dargestellt? Oder wurden gar Elemente gestrichen oder hinzugefügt?

Roman Beer hat sich darüber seine Gedanken gemacht und sich nun über die Facebook-Seite des Vereins "Freunde des Sechz'ger Stadions e.V." zu Wort gemeldet. Der Autor des Buches "Kultstätte an der Grünwalder Straße" kennt sich aus in der Münchner Fußballgeschichte und hat zum Film über Kurt Landauer einiges klarzustellen.

"Es ist richtig, dass der FC Bayern beim Wiederaufbau des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße („Sechzger-Stadion“) mehrmals mitgeholfen hat", so Roman Beer, "vor allem durch Geld- und Materialspenden. Der im Film über Kurt Landauer dargestellte Wiederaufbau durch Mitglieder und Spieler des FC Bayern und des TSV 1860 fand allerdings so nicht statt." Eine derartige Mithilfe sei von der Stadt zwar des Öfteren gefordert worden, doch weder der FCB noch Sechzig nahmen sich dieser Bitte in ausreichender Form an.

Kurt Landauer: Lokalderby im Film fand nie statt

Die Bitte Kurt Landauers an den damaligen Münchner Oberbürgermeister, das Stadion selbst wieder aufzubauen und im Gegenzug ins Eigentum des Vereins übernehmen zu wollen, ist in dieser Form der Darstellung falsch. "Aktenkundig dokumentiert ist ein ähnlicher Vorschlag bereits im Juli 1945 (also vor Landauers Rückkehr), der von beiden Vereinen gemeinsam vorgebracht wurde, bei dem allerdings als Gegenleistung der Stadt nur geringere Pachtzahlungen gefordert wurden", erklärt Beer. Ein Aspekt, der gar frei erfunden ist, ist das initiierte Lokalderby zwischen den Roten und Blauen, infolgedessen beide Vereinspräsidenten verhaftet werden. Dies hat nie stattgefunden.

Dennoch zeigt sich Beer von dem Film angetan. "Trotz mancher historischer Ungenauigkeiten: es handelt sich um einen großartigen Film und – bei aller sportlichen Rivalität zwischen Blauen und Roten – gebührt den Fangruppen Schickeria und Club Nr. 12 großer Respekt dafür, dass sie das Gedenken an einen großen Mann des Münchner Fußballs nach langen Jahren des Vergessens wiederbelebt haben."

Uri Siegel, der Neffe des legendären Bayern-Präsidenten Kurt Landauer, hat zudem noch etwas an der Darstellung seines Onkels auszusetzen, wie er der tz verriet. Er erkenne ihn im Film kaum wieder: "Er war nicht so verbissen, wie er im Film dargestellt wird." Landauer habe nie viel über seine bedeutende Tätigkeit gesprochen, so Siegel.

"Landauer - Der Präsident" in der ARD-Mediathek

Der Film "Landauer - Der Präsident" steht in der Online-Mediathek der ARD zum Abruf bereit. Hier können sich die Fans die kompletten 90 Minuten der Biographie von Kurt Landauer noch einmal ansehen.

fw

Auch interessant

Meistgelesen

Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Neuer Versuch: Zidane will Alaba zu Real locken
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
Goretzka: Angeblich gibt es eine Tendenz
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler sind beim FC Bayern München im Gespräch?
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler sind beim FC Bayern München im Gespräch?
So hat sich der Fußball während Heynckes‘ Auszeit verändert
So hat sich der Fußball während Heynckes‘ Auszeit verändert

Kommentare