In 137 Sekunden geben die Bayern den Sieg gegen Gladbach aus der Hand

"Lachhaft!" Lattek verhöhnt Bayerns Schönwetterspieler

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Gladbach jubelt, Bayern schaut in die Röhre: Das 2:2 war für die Bayern eine gefühlte Niederlage.

Mönchengladbach/München - In der Kabine sagte keiner ein Wort. Den Frust über das unnötige Unentschieden gegen Mönchengladbach hatten die Bayern-Star schon vorher im Spielertunnel abgelassen.

„Schönwetterspieler!“, brüllte Tim Borowski auf dem Weg vom Spielfeld in die Kabine. Und dann, noch lauter: „Leck mich am A...!“ Auch Luca Toni fluchte lauthals, Michael Rensing schimpfte, die ganze Mannschaft war stinksauer.

Der FC Bayern in Gladbach: Die Einzelkritik und mehr Bilder vom Spiel

Der FC Bayern in Gladbach: Die Einzelkritik und mehr Bilder vom Spiel © 
Rensing: Hatte fast überhaupt nichts zu tun, flog aber einmal gefährlich an einer Flanke vorbei. Note: 4 © dpa
Lell: Stand eigentlich einigermaßen sicher, ließ aber die Flanke vor dem Ausgleich zu. Nach vorne ohne Aktionen. Note: 5 © dpa
Lucio: Bis zum Anschlusstreffer sicher und souverän, danach vogelwild. Er muss abgeklärter werden. Note: 5 © dpa
Demichelis: Für ihn gilt das gleiche wie für Lucio, doch war er einen Tick besser. Daher Note: 4 © dpa
Lahm: Ihm war seine Pause nicht anzumerken, auch wenn er sich anfangs einige Male überlaufen ließ. Wurde immer besser, bereitete ein Tor vor, hätte einen Elfer verdient gehabt. Note: 2 © dpa
ab 67. Sosa: o.B. © Fishing4
van Bommel: Er ordnete das Bayern-Spiel, war sehr präsent und zweikampfstark. Mit einigen guten Bällen in die Spitze. An ihm lags nicht. Note: 3 © sampics
Zé Roberto: Unauffällig. Erst als er nach den Wechseln in der Mitte fehlte und linker Verteidiger spielte wurde deutlich wie wichtig er ist. Note: 4 © dpa
Schweinsteiger: Es war nicht sein Tag. Keine Ideen, keine Impulse - keine gute Note: 5. © dpa
ab 65. Borowski: o.B. © Fishing4
Ribéry: Das 1:0 leitete er ein, das 2:0 bereitete er vor - und erzielte es per Elfmeter selbst. Aber alles gelang ihm nicht, kann man ja auch nicht verlangen. Note: 2 © Fishing4
Toni: Sein Tor erzielte er in echter Knipser-Manier und beinahe hätte er noch das 3:2 gemacht. Ansonsten: ging so. Note: 3 © dpa
Klose: Von ihm war fast nichts zu sehen. Ein paar gute Pässe, viele verlorene Zweikämpfe. Note: 5 © dpa
ab 80. Kroos: o.B. © Fishing4
Sehen Sie hier weitere Bilder vom Spiel. © Fishing4
Jürgen Klinsmann zeigte sich zunächst gut gelaunt - aber da kannte er auch das Endergebnis noch nicht. © Fishing4
Uli Hoeneß lächelte weniger. © Fishing4
Jubel nach dem 1:0: Luca Toni erzielte das erste Tor. © dpa
Jubel nach dem 1:0: Luca Toni erzielte das erste Tor. © dpa
Luca Toni ärgert sich über eine vergebene Chance. © dpa
Franck Ribéry im Zweikampf mit dem Gladbacher Michael Bradley © dpa
Luca Toni gegen Filip Daems © dpa
Am Ende jubelten die Gladbacher: Für sie war das Unentschieden ein gefühlter Sieg, die Bayern waren enttäuscht. © Fishing4

Kein Wunder, hatte sie doch in 137 Sekunden den sicheren Sieg wieder aus der Hand gegeben. Mit 2:0 führte Bayern bis zur 78. Minute, dann glich Gladbach mit einem Doppelschlag noch aus. „Das war total unnötig und fahrlässig!“, schimpfte Jürgen Klinsmann hinterher. Und auch die Spieler fanden deutliche Worte. „Natürlich bin ich sauer. Wir führen 2:0, haben alles im Griff. Die Gladbacher haben ja schon selber nicht mehr daran geglaubt. Das sind drei todsichere Punkte, die wir noch aus der Hand gegeben haben. Das darf nicht passieren!“, polterte Torwart Michael Rensing. Und auch Miro Klose wollte nichts beschönigen. „Nach dem Anschlusstreffer waren wir verunsichert, sind wild durch die Gegend gelaufen und haben unser Konzept nicht gefunden. Wir müssen besser organisiert sein!“, meinte der Bayern-Stürmer. Nur einer sagte gar nichts: Uli Hoeneß. Der stapfte wortlos an den Journalisten vorbei, wollte sich nicht äußern. In ihm brodelt es, jeder weiß: Wenn Hoeneß nichts sagen will, dann ist er richtig sauer!

Bitter für die Bayern: Statt nur einem Punkt sind es nun wieder drei Punkte Rückstand auf die Spitze. „Das sind die wichtigen Spiele, die man gewinnen muss. So verliert man den Anschluss“, sagte Philipp Lahm. Und auch der Vorstands-Boss war ziemlich angefressen. „Wir haben zwei wichtige Punkte liegen gelassen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge, gab sich dann aber kämpferisch: „Das macht nix. Das ist zwar ein kleiner Rückschritt, aber wir wollen in den nächsten Wochen angreifen und versuchen, Herbstmeister zu werden.“

Die Frage nach dem Spiel aber blieb: Wie kann eine Mannschaft so ein Spiel noch aus der Hand geben? Und warum passiert den Bayern das schon zum dritten Mal in dieser Saison? Zur Erinnerung: Am ersten Spieltag nach 2:0-Führung nur ein 2:2 gegen den HSV, gegen Bochum nur 3:3, nach 3:1-Führung. Jetzt das peinliche 2:2 gegen Gladbach. „Das ist kein Zufall!“, schimpfte Bastian Schweinsteiger. Es war eine Mischung aus Sorglosigkeit und Arroganz, weswegen die Bayern nach dem 2:0 durch Ribérys Foulelfmeter (65.) die Arbeit einstellten. „Die Mannschaft ist absolut nicht gefestigt! Wie die vor den Gegentoren in die Zweikämpfe gehen, das ist lachhaft! Die haben das 2:0 nur verwaltet, aber so weit ist die Mannschaft noch nicht“, höhnte DSF-Experte Udo Lattek. Kapitän Mark van Bommel ist da anderer Meinung. „Wenn man 2:0 führt und den Anschluss kassiert, dann bekommt der Gegner neue Luft. So etwas passiert eben. Aber bis dahin haben wir unser bestes Spiel dieses Jahres abgeliefert“, sagte van Bommel.

Von Arroganz wollte Karl-Heinz Rummenigge nach dem Spiel nicht sprechen, doch gab er zu: „Wir sind fahrlässig mit dem Spiel umgegangen.“ Weil die Bayern das Spiel schon gewonnen glaubten, deswegen nicht mehr 100 Prozent gaben. „Ich war auch ziemlich siegessicher“, gestand Schweini. Doch woher kommt diese Einstellung? Vielleicht weil Klinsi die Mannschaft stärker redet als sie ist? Im Sportstudio jedenfalls sagte er: „Der FC Bayern steht auf einer Ebene mit Real, ManU oder Barcelona. Und ich will die Mannschaft weiter entwickeln, damit sie mit den Besten der Welt mithält.“ Doch so weit sind die Bayern noch längst nicht.

Quelle: tz

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