So starteten die anderen Bayern-Stürmer

Ladehemmung? Lewandowski im Knipser-Check

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Robert Lewandowski.

München - Robert Lewandowski hat nach zehn offiziellen Spielen im Bayern-Trikot eine eher mäßige Bilanz. Aber wie starteten seine Vorgänger im Angriff?

Tabellenführer in der Bundesliga, Tabellenführer in der Champions League – der Kapitän hat aber trotzdem was zu meckern. „Wir können noch häufiger den Abschluss suchen, obwohl wir heute viele gute Möglichkeiten hatten. So mussten wir bis zum Schluss zittern“, sagte Philipp Lahm nach dem 1:0-Sieg der Bayern in Moskau. „Das betrifft uns schon seit ein paar Wochen, dass wir den Sack nicht frühzeitig zumachen.“ Und ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass der 30-Jährige recht hat!

Erarbeiteten sich die Roten in der Vorsaison noch im Schnitt 2,6 Großchancen pro Spiel, sind es aktuell nur noch 1,8. Klar: Die Gegner agieren noch defensiver als in der vergangenen Saison, mit der dürftigen Chancenverwertung der Münchner hat das aber recht wenig zu tun. Benötigte das Pep-Team im Vorjahr gerade mal 6,7 Schüsse für ein Tor, sind es aktuell 10,1. Zehn Abschlüsse, damit die Kugel im Netz zappelt – viel zu viel! Und sinnbildlich für die Ladehemmungen steht auch der Edelknipser selbst: Robert Lewandowski.

Die eher mäßige Bilanz des Polen nach insgesamt zehn offiziellen Spielen im Dress der Roten: zwei Kisten und drei Assists! Der als Königstransfer gefeierte Ex-Borusse – er ist noch nicht so richtig angekommen beim FC Bayern. „Als Stürmer hat man einfach Phasen, in denen man vielleicht alles richtig macht und trotzdem kein Tor schießt“, sagte der 26-Jährige zu seiner Torblockade. „Man darf sich da keine Gedanken machen, warum und weshalb das so ist. Man muss einfach weiter Gas geben, dann kommen die Tore schon irgendwann von allein.“

Klingt unkompliziert – und ist es auch! Ein Blick auf die großen Stürmereinkäufe der jüngsten Vergangenheit zeigt: Bis auf vereinzelte Ausnahmen brauchte jeder Torjäger-Transfer eine gewisse Anlaufzeit, bis er beim Rekordmeister so richtig in Fahrt kam. Claudio Pizarro zum Beispiel. Der Peruaner wechselte 2001 an die Isar und machte in seinen ersten zehn Partien ebenfalls nur zwei Buden. Roy Makaay fand in seinen ersten zwei Spielen 2003 praktisch nicht statt und bei Kölnknipser Lukas Podolski standen nach zehn Spielen in München auch nur drei Tore zu Buche. Luca Toni (acht Tore) und Miroslav Klose (zehn Tore) drehten zwar gleich von Beginn an auf, in der Regel brauchen die Stürmer aber einige Spiele – und zwar um sich an die Spielweise des FCB zu gewöhnen.

Lewandowski hat noch das Dortmunder Direktspiel im Blut. Schnelles Umschalten, rasante Konter, ungeordnete Abwehrreihen – all das ist Mangelware in München, wo die Bayern in der Regel auf tief stehende Abwehrbollwerke treffen, die sie mit intensiven und geduldigem Passspiel zu überbrücken versuchen. Für Lewy komplettes Neuland!

Und dennoch: Philipp Lahm ist sich sicher, dass „Lewandowski bei uns einschlägt“. „Er hat sehr viel Qualität, vor allem im Strafraum“, so der Kapitän. Ob er auch hier recht behält, bleibt vorerst abzuwarten…

J. Carlos Menzel Lopez

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