Läuft Dortmund den Bayern den Rang ab?

Arjen Robben (l.) gegen Kevin Großkreutz: Läuft der BVB den Bayern den Rang ab

München - Der heftige Zweikampf zwischen dem FC Bayern und dem BVB aus den 90er Jahren ist durch den Wechsel von Marco Reus neu entbrannt. Doch wer hat die Nase vorn? Die tz prüft nach.

Es war die Knaller-Nachricht im Trainingslager der Bayern in Doha: Mega-Talent Marco Reus wechselt zu Borussia Dortmund – und nicht zu den Bayern, die sich auch um den 22-Jährigen bemüht hatten. Doch was heißt das, wenn ein Spieler lieber nach Dortmund geht, als zu den Bayern? Läuft die Borussia den Bayern den Rang ab? Immerhin klauten sie den Münchnern in der vergangenen Saison bereits den Meistertitel, jetzt krallten sie sich eines der größten Talente in Deutschland.

Nach der Absage von Marco Reus: Wer käme jetzt als Neuzugang in Frage?

Nachdem feststeht, dass Marco Reus im kommenden Sommer zu Borussia Dortmund und nicht zum FC Bayern wechselt, muss der Rekordmeister bei den Planungen für die neue Saison umdenken. Klar ist, ein Backup für Arjen Robben und Franck Ribéry wäre gut zu gebrauchen. Die Frage ist nur: Holen die Bayern einen Hochkaräter - oder doch nur einen Backup? Fakt ist: © Getty
In den eigenen Reihen haben die Bayern eigentlich genug hochkarätiges Spielermaterial, das die Außenpositionen bekleiden kann. Sei es Thomas Müller auf rechts ... © dpa
Oder auch Toni Kroos für die rechte Seite ... © dpa
David Alaba kam schon als Ribéry-Ersatz auf der linken Seite zum Einsatz. © dpa
Doch Bayern-Trainer Jupp Heynckes hat ja schon angekündigt, dass er den Kader im kommenden Sommer ordentlich aufrüsten will. "Ich habe dem Vorstand gesagt: Wir haben im Sommer eine EM, bei der viele Bayern-Spieler mitmischen werden. Das müssen wir bei unseren Planungen berücksichtigen", so Heynckes. © dpa
Wer käme hierfür in Frage? Mit wem könnte Sportdirektor Christian Nerlinger Kontakt aufnehmen, wenn es darum geht, einen Backup für Robbéry zu verpflichten? Wir haben einige realistische und vielleicht auch weniger realistische Möglichkeiten aufgelistet. © M.i.S.
Jefferson Farfan: Der Vertrag des Offensivallrounders beim FC Schalke läuft im Sommer aus, seine Berater haben ihn laut "Bild" schon mal sicherheitshalber beim FC Bayern angeboten. Denn: Jupp Heynckes ist angeblich ein Fan des Flügelflitzers. Farfan soll von Schalke für eine Vertragsverlängerung angeblich 14 Millionen Euro gefordert haben. Der Peruaner wird daher von vielen als Raffzahn hingestellt. Wäre er trotzdem einer für die Bayern? © dpa
Definitiv einer wäre Mario Götze von Borussia Dortmund. Doch der Superstar bleibt auf jeden Fall bis 2013 beim BVB, darauf einigten sich Spieler und Verein laut Sportdirektor Michael Zorc. Die Borussen würden ihn auch für eine Millarde Euro nicht ziehen lassen, sagte Zorc. © Getty
Didier Ya Konan: Der Angreifer von Hannover 96 stand im vergangenen Sommer bei den Bayern auf dem Zettel. Er steht bei den Niedersachsen noch bis 2014 unter Vertrag, allerdings haben den Ivorer zahlreiche Verletzungen zurückgeworfen. Derzeit steht Ya Konan im Schatten von ... © Getty
Mohamed Abdellaoue: Der Norweger erwischte in der Saison 2011/2012 einen überragenden Start und könnte sich zu einem Kandidaten für die Bayern aufschwingen. Sein Vertrag läuft bis 2014, der Marktwert wird auf 7,5 Millionen Euro geschätzt (transfermarkt.de). Kommen wir jetzt zu Spielern aus dem Ausland: © Getty
Dries Mertens: Der Flügelflitzer vom PSV Eindhoven dominiert mit einer überragenden Tor- und Assistquote die niederländische Ehrendivision. Deswegen haben ihn die Bayern angeblich bereits beobachten lassen. Er könnte die Versicherung der Bayern gegen die Verletzungsanfälligkeit von Arjen Robben und Franck Ribéry werden. © Getty
André Ayew: Der Ghanaer (Jahrgang 1989)wirbelt bei Olympique Marseille und galt schon einmal als ein Kandidat, um die Bayern-Offensive zu verstärken. Er erzielte im Champions-League-Spiel gegen Borussia Dortmund zwei Treffer, sein Vertrag bis 2015 beinhaltet eine Ausstiegsklausel (10,5 Millionen Euro). © Getty
Xherdan Shaqiri: Der Wirbelwind vom FC Basel fiel den Bayern-Bossen erstmals in der Saison 2010/2011 auf, als die Bayern in der Champions League auf die Eidgenossen trafen. "Nach den beiden Spielen gegen Basel kann ich einen jungen Spieler nennen, der für den FC Bayern interessant ist: Xherdan Shaqiri", sagte Uli Hoeneß damals. Der Nationalspieler (Jahrgang 1991) spielt noch immer für den FCB der Schweiz, sein Vertrag läuft bis 2014. © Getty
Kaká: Der Brasilianer wäre zweifellos ein Kracher, eine Attraktion für die gesamte Bundesliga. Bei Real Madrid findet der ehemalige Weltfußballer mehr und mehr zu alter Stärke zurück. Mit Di Maria, Ronaldo und Özil ist die Konkurrenz bei den Spaniern aber immens, möglicherweise zieht es Kaka (Jahrgang 1982) im kommenden Sommer weiter. Die Bayern könnten Interesse anmelden ... © Getty
Ein serbisches Sportportal berichtete im Dezember, dass die Bayern Dusan Tadic vom FC Groningen beobachten. Der 23-Jährige kann als offensiver Außenspieler oder auch in der Zentrale agieren. © getty
Als Backup für Arjen Robben und als Ergänzungsspieler soll auch Greuther Fürths Sercan Sararer auf der Liste der Bayern stehen. Sportdirektor Christian Nerlinger hat sich den 21-Jährigen sogar schon einmal live bei einem Heimspiel der SpVgg angeschaut. © getty
Lucas Ocampos: Beim argentinischen Zweitligisten Atlético River Plate flitzt ein junger Mann namens Lucas Ocampos über den Platz. Der Bubi ist 17 Jahre alt, spielt auf der Position des Linksaußens und ist Nationalspieler in Argentiniens U17 (acht Einsätze). Es habe bereits Bemühungen des FC Bayern gegeben, Ocampos zu verpflichten, sagte sein Berater unlängst. Ob die Bayern aber die kolportierten 20 Millionen Euro Ablösesumme bereit wären zu zahlen? Wohl eher nicht. © ap
Nani: Schon einmal wurde Nani mit den Bayern in Verbindung gebracht, damals von der "Daily Mail". Der Portugiese von Manchester United wäre bei einem Vertrag bis 2014 und einem geschätzten Marktwert von 29 Millionen Euro (transfermarkt.de) wahrlich kein Schnäppchen, doch davon sprach Trainer Jupp Heynckes beim Wunsch nach Top-Stars ja auch nicht. Nani ist in der Offensive vielseitig einsetzbar und vielleicht auch bald ein ernsthafter Kandidat für die Bayern. © Getty
Eden Hazard: Es gibt keinen europäischen Topklub, mit dem Hazard nicht in Verbindung gebracht wird. Das belgische Supertalent wird den OSC Lille wohl bald verlassen. Ob die Bayern bei den Unsummen, die in Verbindung mit dem Mittelfeldspieler genannt werden (bis zu 40 Millionen Euro), mitmischen werden, erscheint fraglich. © Getty
Andrej Arshavin: Der Stürmer steht beim FC Arsenal noch bis 2012 unter Vertrag. Bei den "Gunners" spielt der dann wohl ablösefreie Russe nur die zweite Geige, ein Vereinswechsel ist wahrscheinlich. Doch ob die Bayern Interesse an einem Mitläufer aus der Premier League haben, bleibt abzuwarten ... © Getty

Für Ottmar Hitzfeld, der sowohl Dortmund als auch die Bayern trainierte, hat der Wechsel nachvollziehbare Gründe. Hitzfeld bei sky Sport news HD: „Reus ist noch jung und hat noch viele Optionen. Ich glaube nicht, dass Uli Hoeneß sich ärgert. Wenn er ihn wirklich gewollt hätte, dann hätte Bayern ihn geholt. Die Frage ist, ob Götze im Sommer bleibt, oder Reus schon der Götze-Ersatz ist“.

Revanchieren sich die Bayern also noch bei Dortmund? Zudem soll es beim BVB Überlegungen geben, Nuri Sahin (ging im Sommer für 12 Millionen zu Real) zurückzuholen. „Da ist überhaupt nichts dran“, dementierte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei den Ruhr Nachrichten sogleich: „Wir führen keine Gespräche.“

Korbsammler FC Bayern: Diese Spieler wollten nicht nach München

Alles sah schon nach einem Wechsel nach München aus bei Vincent Thill. Er war sogar mit seinem Vater Serge schon an der Säbener Straße zu Gast. Doch das Mega-Talent aus Luxemburg unterschrieb dann doch langfristig beim FC Metz. © FC Metz
Martin Ödegaard: Der damals 16-jährige Norweger galt als eines der begehrtesten Talente im europäischen Fußball und auch der FC Bayern machte keinen Hehl aus seinem starken Interesse. Tatsächlich standen die Münchner gemeinsam mit Real Madrid in der Endauswahl des Kickers, er entschied sich dann aber für einen Wechsel zu Real Madrid. © dpa
Xavi: Einem Bericht der spanischen Zeitung "El Mundo Deportivo" zufolge wollte Bayern-Trainer Pep Guardiola seinen ehemaligen Spieler Xavi im Sommer 2014 vom FC Barcelona nach München locken. Doch der Spieler gab den Bayern einen Korb! Er wolle nicht zu einem Verein wechseln, auf den Barca in der Champions League treffen könnte. Stattdessen stünde ein Wechsel nach Katar oder in die USA zur Debatte. Letzten Endes entschied sich Xavi aber doch noch für einen Verbleib in Barcelona. © dpa
Der FC Bayern war vor der Saison 2012/2013 auf der Suche nach einer neuen Nummer 2 hinter Manuel Neuer, da Jörg Butt seine Karriere beendete. Ein Wunschkandidat von Trainer Jupp Heynckes war Leverkusens Fabian Giefer, doch der wechselte lieber als Stammkeeper zu Fortuna Düsseldorf. "Ich bin jung und wollte lieber bei einem anderen Klub um einen Stammplatz kämpfen, deshalb gab ich Bayern einen Korb", so Giefer. Mittlerweile ist Giefer Ersatztorwart beim FC Schalke. © dpa
Nach seinen starken Auftritten bei der EM in Polen und der Ukraine rückte Ex-Löwe Lars Bender in den Fokus des FC Bayern. Auf einer Pressekonferenz verkündete er, dass er in Leverkusen bleiben wolle. Karl-Heinz Rummenigge glaubt allerdings, dass Bender gerne im Trikot des FC Bayern spielen würde. © MIS
Die Bayern hatten offen ihr Interesse an Marco Reus bekundet, doch der Gladbacher wechselt zur Saison 2012/2013 lieber zu Borussia Dortmund. © dpa
Obwohl Arturo Vidal den Bayern sein Wort für einen Wechsel gegeben hatte, hat sich der Chilene doch gegen München entschieden und für Juventus Turin. In der Regel heißt es ja, die Bayern bekämen jeden Spieler, den sie auch haben wollen. Doch wie auch bei Vidal ist das nicht immer der Fall - in der Vergangenheit hatten die Bayern manchmal das Nachsehen. Sehen Sie hier, von dem sich der Rekordmeister Körbe einholen musste.  Update vom 16. Juli 2015: Nach Informationen der tz soll Arturo Vidal von Juventus Turin zum FC Bayern wechseln - im Tausch mit Mario Götze! © dpa
Fabio Coentrão war lange Zeit ein Wunschspieler der Bayern, ehe man von sich aus Abstand von einer Verpflichtung nahm. Der Spieler war ohnehin genervt vom Interesse der Bayern und war froh, als sein Wechsel von Benfica Lissabon zu Real Madrid endlich perfekt war. Zu den Bayern wäre er wohl ohnehin nicht gewechselt. © dpa
Leighton Baines: Den Linksverteidiger vom FC Everton war in der Winterpause 2010/2011 der Wunschkandidat der Bayern für die linke Abwehrseite, das bestätigte damals auch Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger. Doch der Engländer wollte seine Heimat Liverpool nicht verlassen und gab den Bayern buchstäblich einen Korb. © dpa
Gregory van der Wiel: Auch an ihm baggerten die Bayern lange Zeit, doch der niederländische Rechtsverteidiger von Ajax Amsterdam war einfach nicht von einem Wechsel zu überzeugen.  © dpa
Mats Hummels: Den Innenverteidiger ließen die Bayern 2008 für wenige Millionen zu Borussia Dortmund ziehen, wo der Münchner seinen Marktwert schnell erhöhte und zum Nationalspieler avancierte. Die Bayern hätten ihn gerne zurückgeholt, es war sogar von einer Ausstiegssklausel die Rede. Doch Hummels machte Nägel mit Köpfen und verlängerte seinen Vertrag beim BVB schon zwei Mal, der aktuelle Kontrakt läuft bis bis 2017. © picture alliance / dpa
Von Sami Khedira ... © dpa
... und Mesut Özil, damals noch beim VfB Stuttgart, respektive Werder Bremen unter Vertrag, holten sich die Bayern 2010 nicht direkt einen Korb ein. Doch man befand beide für zu leicht und traute ihnen nicht zu, sich bei Bayern durchzusetzen. Mittlerweile sind die beiden Nationalspieler feste Größen bei Real Madrid und dem FC Arsenal. © dpa
Diego sah sich 2009 zu Höherem berufen und wollte Werder Bremen unbedingt verlassen. Die Bayern machten dem Brasilianer ein konkretes Angebot, der sich aber dann für Juventus Turin entschied - genau wie Arturo Vidal. © dpa
Juri Schirkow von ZSKA Moskau gefiel im Jahr 2009 vor allem dem damaligen Manager Uli Hoeneß. Doch als sich auch noch der FC Chelsea ins Rennen um den Russen einschaltete, gab Hoeneß schnell auf: "Da können wir nicht mithalten." So kam es dann auch: Schirkow sagte den Bayern ab und wechselte an die Stamford Bridge, wo ihn ein tristes Reservistendasein erwartete. © AFP
„Wenn Bayern und Barcelona in der nächsten Saison im Halbfinale der Champions League aufeinandertreffen, ist es wahrscheinlich, dass Hleb in einer von beiden Mannschaften spielt“, sagte Karl-Heinz Rummenigge im Sommer 2008. Er behielt recht, nur dass die Bayern bereits im Viertelfinale auf Barca - mit Hleb - trafen. Der Weißrusse entschied sich gegen die Bayern und für Barcelona - ein Jahr später landete Hleb dann auf Leihbasis beim VfB Stuttgart, da wollten ihn die Bayern nicht mehr. © AFP
Gennaro Gattuso war sich 2008 nach eigenen Angaben "zu 95 Prozent mit dem FC Bayern einig". Doch Milan-Klubboss Silvio Berlusconi überzeugte den Weltmeister von 2006, dass Mailand die bessere Option sei. So sagte Gattuso den Münchnern kurzfristig ab. Vier Jahre später entschuldigte sich Gattuso bei Uli Hoeneß für die stillose Absage. © dpa
Sergio Agüero: Von dem argentinischen Stürmer holten sich die Bayern 2006 zwar keinen Korb. Wie im Fall von Özil und Khedira traute man dem damals 17-Jährigen aber nicht zu, sich bei den Bayern durchzusetzen. Agüero wechselte stattdessen zu Atletico Madrid und gehört heute zu den teuersten Stürmern der Welt. So zahlte ManCity 2011 satte 43 Millionen (laut "The Guardian") für den Ex-Schwiegersohn von Diego Maradona. © dpa
Ruud van Nistelrooy stand 2006 bei Manchester United auf dem Abstellgleis und war sich mit den Bayern schon einig, dann kam aber Real Madrid, und der Niederländer konnte nicht widerstehen. Immerhin verhielt sich van Nistelrooy wie ein Gentleman und legte seine Beweggründe in einem offenen Gespräch mit Uli Hoeneß dar. Dieser nahm van Nistelrooy daraufhin seinen Meinungswechsel auch nicht übel. © AFP
Von Michael Ballack erhielt Bayern nicht direkt einen Korb, vielmehr ließ der Bayern-Mittelfeldspieler ein Angebot zur Vertragsverlängerung des Vereins im Herbst 2005 verstreichen, woraufhin der Klub das Angebot öffentlichkeitswirksam auf der Jahreshauptversammlung zurückzog. Ballack wechselte 2006 ablösefrei zum FC Chelsea. © dpa
2004 war Bayern ganz heiß auf Deco, und die Verhandlungen mit dem Champions-League-Sieger des FC Porto schienen bereits sehr weit fortgeschritten. Dann aber mischten sich Chelsea und Barca in den Poker ein, und Deco wollte von den Bayern nichts mehr wissen. In den Folgejahren spielte der Portugiese erst für Barcelona, dann für Chelsea. © MIS
2001 hätten sich die Bayern liebend gerne Tomas Rosicky von Sparta Prag geangelt. Doch Borussia Dortmund preschte dazwischen und angelte sich den Tschechen, mit dem der BVB im Jahr darauf den Meistertitel feierte. © dpa
Mit Borussia Dortmund gab's auch Ende 2001 richtigen Ärger: Sebastian Kehl vom SC Freiburg hatte den Bayern bereits zugesagt und den ab 2002 oder 2003 geltenden Vertrag per Handschlag besiegelt. Auch ein Handgeld von 1,5 Millionen Mark war bereits auf Kehls Konto gelandet - doch alles umsonst. Kehl wechselte lieber zu Borussia Dortmund, überwies das Geld zurück und sorgte so für einen handfesten Streit, der erst nach vielen Gesprächen und öffentlichen Schlammschlachten beendet wurde. © dpa
Jörg Heinrich erhielt laut eigener Aussage sogar zwei Mal ein Angebot der Bayern: Einmal 1995, als er noch für den SC Freiburg spielte. Damals entschied sich der Linksverteidiger für Borussia Dortmund. 2000, als Heinrich vom AC Florenz nach Deutschland zurückkehrte, bevorzugte der Nationalspieler ebenfalls wieder den BVB. © sampics
1998 standen die Bayern vor einer Verpflichtung des französischen Weltmeisters Stephane Guivarc'h. Der sagte aber ab und ging lieber zu Newcastle United. © AFP

In jedem Fall ist der in den 90er Jahren heftig tobende Zweikampf zwischen FCB und BVB neu entbrannt. Doch wer hat die Nase vorn?

Der tz-Check:

Geld: Dass Dortmund plötzlich in der Lage ist, 18 Millionen Euro Ablöse plus geschätzte 20 Millionen Euro Gehalt in fünf Jahren zu stemmen, zeigt, wie gut es dem Klub geht. Umsatz 2011: 110 Mio. Euro. Die Bayern bleiben dennoch der Krösus: Auf dem Festgeldkonto liegen 180 Millionen Euro, Umsatz 2012: 250 Mio. Euro. „Bayern hat das größere Budget und noch viel mehr Möglichkeiten“, urteilt Hitzfeld.

1:0 Bayern.

Prestige: Der FC Bayern spielte in den vergangenen zehn Jahren immer international, davon neun Mal in der Champions League. „Wir haben einen sehr guten Ruf. In Spanien zum Beispiel gibt es nur Real, Barca und Bayern. Das hat mir meine Familie in Spanien erzählt“, sagt Mario Gomez. Ein Grund: Dortmunds internationale Erfolge waren zuletzt überschaubar. Jüngstes Beispiel: Das blamable Aus in der Champions League.

2:0 Bayern.

Mannschaft: Mit Reus hat ich der BVB einen dicken Fisch geangelt. Insgesamt aber ist der Kader der Bayern besser.. „Unsere Mannschaft ist nicht nur besser als Dortmund, sondern als alle anderen. Klar, Dortmund hat viele gute junge Spieler, aber Bayern ist Bayern. Also ist immer einen Tick besser“, sagt Franck Ribéry zur tz. Und Manuel Neuer sagt: „Dortmund hat eine starke Mannschaft. Aber wir haben auf so hohem Niveau gespielt, dass keine Mannschaft in Deutschland einen besseren Fußball bis jetzt gezeigt hat.“ 

3:0 Bayern

Talente: Götze, Großkreutz, Reus – das imponiert auch Thomas Müller: „Sie haben ein gutes Konzept und einen sehr perspektivischen Kader. Das ist kein gekaufter Erfolg“ Das aber sei nicht alles, sagt Ivica Olic: „Nur wegen dieser Talente gewinnt man keine Meisterschaft.“

4:0 Bayern

Fans: Bayern hat 171 345 Mitglieder und 2952 Fan-Clubs. Dortmund 55 000 500 Fanklubs.

Bilanz: 5:0

Fazit Ottmar Hitzfeld: „Ich glaube, dass Borussia in Zukunft der größte Konkurrent der Bayern ist. Einen Machtwechsel kann ich mir aber nicht vorstellen.“

Jan Janssen

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