Kapitän des FC Bayern

Vor Saisonstart: Lahm erwartet den vierten Titel in Serie

Gute Laune – wie lange noch? Götze und Müller streiten sich um einen Platz. Lahm fordert „professionellen Umgang“. afp

München - Philipp Lahm, Kapitän des FC Bayern München, appelliert vor dem Saisonstart an den Teamgeist – und erwartet den vierten Titel in Serie.

Für die einen ist es Fluch, für die anderen Segen. Aber es gehört eben dazu, dass die Diskussionen beim FC Bayern schon losgehen, bevor die Saison überhaupt läuft. Da geht es um Verträge (Guardiola) und mögliche Abgänge (Götze), aber auch um Dinge, die – obwohl ein Sieg gegen Nöttingen nicht sonderlich aussagekräftig ist – das Spiel der Bayern betreffen, „Die letzten ein, zwei Prozent“ fehlen dem deutschen Rekordmeister, heißt es, seitdem Sportvorstand Matthias Sammer jene These in der vergangenen Woche aufgestellt hat. Kapitän Philipp Lahm stellte zwei Tage vor dem morgigen Saisonstart gegen den Hamburger SV daher doch mal klar: „Man darf nicht vergessen: Wir jammern auf extrem hohen Niveau. Wenn die Mannschaft hungrig ist und Energie hat, wird es keinen anderen Deutschen Meister geben.“

„Wolfsburg, Dortmund, Gladbach und Leverkusen“ hat Jerome Boateng als Haupt-Konkurrenten ausgemacht. Und dennoch ist man sich einig, dass man sich auf dem Weg zum vierten (Rekord-)Titel in Folge nur selbst stoppen kann. „Eigentlich ist alles wie immer, aber man weiß halt doch: Wenn man es heuer schafft, ist es ein Rekord. Das ist schon ein Ansporn“, sagte Lahm. Mehr denn je liegt der Fokus daher auf der Bundesliga und dem Gewinn der Meisterschaft, dem jeder Einzelne sein Ego unterzuordnen habe. „Es wird nicht einfach für Spieler, die nicht spielen oder vielleicht auch gar nicht im Kader sind“, prognostizierte der 31-Jährige und forderte seine Kollegen zu „professionellem Umgang mit der Situation“ auf.

„Man kann mal sauer sein, aber muss im Spiel und auf dem Trainingsplatz alles für die Mannschaft tun. Die beste Äußerung zeigt man auf dem Platz“, sagte der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän. Auch ihn selbst kann es mal treffen, eine feste Position im Team hat Lahm nämlich vor dem Start nicht. In der Vorbereitung lief er als Außenverteidiger, Mittelfeldspieler und Flügelflitzer auf: „Ich bin flexibel.“

FC Bayern: Lahm musste sich unter Guardiola umstellen.

Lahm ist einer der Spieler, die sich unter Guardiola umstellen mussten. Überfordert fühlt er sich aber von den Vorstellungen des spanischen Coaches nicht. „Er ist zu 100 Prozent bei der Sache und will die Mannschaft noch verbessern“, sagte er und widersprach der Darstellung, Guardiola starte zunehmend gereizt und unzufrieden in sein drittes Jahr als Bayern-Coach: „Er arbeitet sehr akribisch. Man braucht ihn doch nur an der Seitenlinie zu sehen. Ich habe nicht das Gefühl, dass er sich von uns genervt fühlt.“

Auch Guardiola geht es um die „letzten ein, zwei Prozent“ – daran gilt es zu arbeiten. „Wir haben zuletzt oft den Sack nicht zugemacht und ein wichtiges Spiel aus der Hand gegeben“, gab Lahm zu. Ob das heuer besser gelingt, wird man aber nicht in den nächsten Wochen, sondern wohl erst in der zweiten Saisonhälfte sehen.

Garantiert ist aber schon vor dem Start : Die Diskussionen werden bis dahin weitergehen.

Von Hanna Schmalenbach

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