Lahm, Müller und Co.: Vom Merkur CUP zur WM

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Vier Nationalspieler, die als E-Junioren beim Merkur CUP waren (v.li. n. r.): Philipp Lahm, Thomas Müller, Mats Hummels und Julian Green.

FC Bayern München - Thomas Müller, Philipp Lahm, Julian Green... die Liste der ehemaligen Merkur-CUP-Teilnehmer, die bei der WM in Brasilien spielen ist lang.

Es ist inzwischen ein offenes Geheimnis, dass die Scouts der renommierten Münchner Vereine beim Merkur CUP gezielt nach Talenten suchen. Thomas Müller wurde einst bei dem E-Junioren-Turnier entdeckt, er wechselte daraufhin vom TSV Pähl zum FC Bayern. Der deutsche Nationalspieler ist längst kein Einzelfall – was für ein ausgezeichnetes Sprungbrett der Merkur CUP ist, zeigte neulich das Duell der DFB-Auswahl mit den USA am besten. Gleich fünf Spieler, die beim 1:0 der Deutschen dabei waren, machten beim Merkur CUP ihre ersten Schritte.

Müllers Mutter war einst skeptisch

Vom Merkur CUP bis zur WM in Brasilien – diesen steilen Aufstieg schafften neben Müller auch sein Kapitän Philipp Lahm, Innenverteidiger Mats Hummels sowie die beiden US-Akteure Julian Green und Fabian Johnson. Müller, Lahm und Hummels wuchsen letztlich beim FC Bayern zu Top-Stars heran, Green eifert ihnen aktuell nach, und Johnson mauserte sich beim TSV 1860 zum Bundesligaprofi. Der gebürtige Giesinger ist inzwischen ein gefragter Mann, nach der WM wechselt er von Hoffenheim zu Borussia Mönchengladbach.

Green ist aktuell der, der die größten Schlagzeilen produziert hat. Sein 1:2 gegen die Belgier reichte den Amerikanern zwar nicht zum Einzug ins Viertelfinale, dennoch ist der Miesbacher damit am Ende zu einem der Gewinner im US-Team geworden. Jürgen Klinsmann sieht in ihm die Zukunft, der 18-Jährige darf sich auf eine längere internationale Karriere einstellen. Zumal er bei den Bayern und Pep Guardiola auch hohe Anerkennung genießt.

Green möchte in München schaffen, was vor ihm Müller und Lahm gelungen ist – sich von den Junioren bis zu den Profis durchzukämpfen. Mats Hummels durchlief beim Rekordmeister ebenfalls sämtliche Jugendmannschaften, im Seniorenalter wechselte er dann zu Borussia Dortmund, wo er unter anderem zwei Meisterschaften feierte. Auch sein Werdegang kann sich also mehr als sehen lassen.

Bei Müller trug sich die Geschichte übrigens so zu: Als ihn Jan Pienta beim Merkur CUP entdeckte, war die Mutter des kleinen Buben eigentlich gar nicht so angetan von der Idee, von Pähl zum FC Bayern zu wechseln. Sie fand, er solle in vertrauter Umgebung aufwachsen, ein weitgehend normales Leben führen und sich in Ruhe entwickeln. Die Bayern wollten das Talent aber unbedingt, also fand man in seinem ersten Jahr einen Kompromiss: Er musste nur einmal in der Woche trainieren und zu den Spielen anreisen, die restlichen Einheiten absolvierte er beim TSV Pähl. Das Entgegenkommen des Vereins zahlte sich aus: Müller entwickelte sich nachweislich top, das sieht man nicht zuletzt bei der WM.

Man darf gespannt sein, welche Stars bei den nächsten Turnieren in Frankreich (EM 2016) und Russland (WM 2018) auftrumpfen werden – gut möglich, dass wieder der eine oder andere darunter ist, der einst seine ersten Schritte beim Merkur CUP gemacht hat. Die Scouts sind immer wachsam.

Andreas Werner

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