Bayern-Kapitän verletzt sich im Training

Schock-Diagnose da! Lahm fällt lange aus

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Im Vormittagstraining verletzte sich Phillip Lahm, am frühen Nachmittag humpelte er mit einem zugegipsten rechten Knöchel aus der Praxis von Bayern-Doc Müller-Wohlfarth.

München - Schock beim FC Bayern: Beim Mannschaftstraining am Dienstag hat sich Kapitän Philipp Lahm eine schwere Fußverletzung zugezogen. Sein Schmerzensschrei war über den ganzen Platz zu hören.

Es war kurz nach zwölf Uhr mittags, als Philipp Lahm zu Boden ging, die Hände vor das Gesicht hielt und vor Schmerzen schrie. „Scheiße, scheiße, scheiße“, schallte es über den regennassen Trainingsplatz an der Säbener Straße. Mit einem Golfcart wurde Lahm vom Platz gefahren und danach weiter in die Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt gebracht. Von dort kam gegen halb drei die Diagnose: Bruch am oberen Sprunggelenk.

„Es ist der Knöchel“, hatte Lahm nur kurz mitgeteilt, als er die Praxis des Vereinsarztes nach gut einer Stunde auf Krücken und mit einem Verband um den rechten Knöchel verlassen hatte. Der Bruch am oberen Sprunggelenk muss operiert werden, Lahm wird laut Mediendirektor Markus Hörwick „zweieinhalb bis drei Monate ausfallen“. Heißt: Mitte Februar, wenn in der Champions League das Achtelfinale ansteht, wäre er wieder dabei.

Es hätte wohl wesentlich schlimmer kommen können für den FC Bayern: Er steht bereits als Gruppenerster im Achtelfinale der europäischen Königsklasse und in der Bundesliga als Erster im Moment sehr gut da. Und dennoch kommt der Ausfall von Lahm zu einem reichlich ungünstigen Zeitpunkt: Trainer Pep Guardiola hat im Mittelfeld damit wieder ein Option weniger.

Thiago ist nach wie vor verletzt, eine Rückkehr nicht absehbar. David Alaba wird in diesem Jahr ebenfalls nicht mehr spielen können, Bastian Schweinsteiger ist wieder im Training, aber noch nicht wieder hundertprozentig fit, hinzu kommen Claudio Pizarro, die Torhüter Tom Starke und Pepe Reina sowie die Langzeitverletzten Javi Martinez und Holger Badstuber. Lange Zeit war auch Franck Ribery nicht einsatzfähig gewesen.

Nun also Lahm, der im Konzept von Trainer Pep Guardiola immer eine tragende Rolle gespielt hat - egal auf welcher Position. Guardiola hat den Mannschaftskapitän wiederholt geadelt als den „intelligentesten Spieler“, mit dem er je zusammengearbeitet habe, Lahm könne alles spielen außer Torwart. Nun aber hat der Spanier im Mittelfeld schon wieder eine Option weniger. Bleibt für die Schaltzentrale einstweilen nur Xabi Alonso.

Für Lahm ist es erst die dritte lange Verletzungspause seiner Karriere. Zuvor war er fast das gesamte Jahr 2005 ausgefallen, nachdem er im Januar einen Ermüdungsbruch im rechten Fuß und im Mai einen Kreuzbandriss im rechten Knie erlitten hatte. Zu dieser Zeit spielte Lahm für den VfB Stuttgart, sein Comeback im November 2005 feierte er dann schon wieder im Trikot des FC Bayern, dem er danach höchstens mal tageweise fehlte.

Bittere Ironie: Wäre er noch Nationalspieler, wäre Lahm am Dienstagvormittag wohl nicht an der Säbener Straße gewesen, sondern vermutlich im spanischen Vigo. Nach dem Gewinn des WM-Titels mit der deutschen Mannschaft hatte er allerdings seinen Rücktritt erklärt. Vergangene Woche war er in Berlin mehrfach geehrt worden, unter anderem mit dem Silbernen Lorbeerblatt durch Bundespräsident Joachim Gauck.

Ebenfalls bittere Ironie: Am Dienstag hatte der FC Bayern auf seiner Homepage noch ein Interview mit Lahm veröffentlicht, in dem er mitteilte, wie sehr er die Länderspielpause genieße: „Es ist sehr angenehm. Man hat ein paar Tage frei, kann abschalten, regenerieren und Zeit mit der Familie verbringen. Das tut schon gut“, sagte Lahm da und ergänzte, außerdem werde er ja bereits am Samstag gegen Hoffenheim wieder Fußball spielen.

Fußball spielen wird er nun aber erst mal nicht können.

SID

Der Lahm-Schock in Bildern

Der Lahm-Schock in Bildern

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