Leaderin der FC Bayern Frauen steht vor viertem großen Turnier 

Leupolz: „Der WM-Titel fehlt noch in meiner Sammlung“

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Will mit der Nationalmannschaft Großes erreichen: Melanie Leupolz von den FC Bayern Frauen.

Für Melanie Leupolz vom FC Bayern München steht das nächste große Turnier mit der Nationalmannschaft an. Mit einer neuen Trainerin geht es zur WM nach Frankreich. 

Melanie Leupolz steht im Kader der Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli). Im Interview spricht die 25-jährige Kapitänin des FC Bayern über die Chancen des DFB-Teams und die Entwicklung nach dem Viertelfinal-Aus bei der EM 2017.

Die Nationalmannschaft befindet sich nach zwei Trainerwechseln innerhalb der letzten 14 Monate im Umbruch. Was ist bei der Weltmeisterschaft in Frankreich möglich?

Es ist schwierig zu sagen, wo die Reise hingeht. Ich bin aber sehr zuversichtlich, da wir nach wie vor super Spielerinnen in Deutschland haben, und auch mit dem neuen Trainer-Team funktioniert und harmoniert es erstaunlich gut. Wir haben uns sehr schnell gefunden. Jetzt müssen wir noch an ein, zwei Schräubchen drehen und dann wird sich zeigen, was möglich ist. Wir fahren mit relativ wenig Druck dahin. Aber von Deutschland erwartet man natürlich immer, dass die Mannschaft weit kommt.

Wo steht die Mannschaft derzeit?

Wir sind noch nicht bei 100 Prozent. Es ist noch Entwicklungspotenzial da, was ja auch ganz normal ist. Aber wenn man sich mal die letzten zwei Jahre nach der Europameisterschaft in den Niederlanden anschaut, war es eine enorme Entwicklung in die richtige Richtung. Die Mannschaft war 2017 sehr verunsichert. Dann kam Horst Hrubesch, jetzt hat Martina Voss-Tecklenburg übernommen.

Wie ist die Zusammenarbeit mit der neuen Bundestrainerin?

Sehr gut. Sie legt sehr viel Wert auf Qualität und Details, die typisch deutschen Tugenden. Im Training muss man immer voll fokussiert sein und Qualität bringen. Natürlich ist auch Spaß dabei, aber die Qualität steht im Vordergrund. Das finde ich gut, weil man nur dadurch die Entwicklung vorantreiben, sich verbessern und auch als Team wachsen kann. Sie erwartet sehr viel von einem, ist aber auch persönlich sehr nah an der Mannschaft dran. Das ist eine gute Kombination.

Was konnten Sie aus der Zeit unter Horst Hrubesch mitnehmen?

Er hat alles sehr einfach gehalten und sich auf die wesentlichen Dinge konzentriert. Er hat der Mannschaft sehr viel Sicherheit gegeben, alleine durch seine Ausstrahlung und Erfahrung. Es war aber nicht so, dass er eine Entwicklung in der Mannschaft vollziehen wollte oder konnte, es ging nur um die Qualifikation zur WM. Es ging wirklich nur darum, die Spiele zu gewinnen. Das hat er mit seiner Ruhe und Überzeugung geschafft. Er hat viel aus seiner Laufbahn als Spieler und Trainer erzählt, das war sehr spannend.

Wer sind für Sie die Favoriten bei der WM?

Auch das ist schwierig zu sagen, es ist alles sehr eng zusammengerückt. Vor ein paar Jahren konnte man noch vier Top-Teams aufzählen, mittlerweile gehören deutlich mehr dazu. Natürlich muss man die USA, Frankreich und Schweden nennen, aber auch die Niederlande, England und wir gehören dazu.

Wie schätzen Sie die Vorrundengruppe B der deutschen Mannschaft ein?

Das wird sicher schwer. Es kommen sehr verschiedene Spielarten zusammen. Spanien spielt technisch versierten Ballbesitzfußball, Südafrika spielt einen robusten, athletischen, etwas wilderen Fußball. Unser erster Gegner China setzt auch eher auf Ballbesitz, mit quirligen, kleinen Spielerinnen. Gegen Spanien haben wir zuletzt auch nur ein Unentschieden geholt. Es ist schon eine schwierige Gruppe, aber letzten Endes machbar. Und das ist auch unser Ziel.

Im Alter von 25 Jahren gehen Sie bereits in Ihr viertes großes Turnier. Was sind Ihre persönlichen Ziele?

Der Titel wäre natürlich traumhaft, der fehlt noch in meiner Sammlung (lacht). Aber erstmal geht es darum, dass ich mich auf mich konzentriere, meine Leistung bringe und in Topform zur Weltmeisterschaft fahre. Ich möchte natürlich auch sehr viel spielen, Verantwortung übernehmen und meinen Teil dazu beitragen, dass wir hoffentlich sehr weit kommen. Ich will Teil dieser Mannschaft sein und etwas Großes erreichen.

Interview: Christian Stüwe

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