Interview mit dem neuen Trainer des SV Wacker Burghausen Leo Haas

Mentalität, Wille und Umschaltspiel: Leo Haas‘ Plan für Wacker

Der neue Wacker-Trainer Leonhard Haas hat sich einiges vorgenommen.
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Der neue Wacker-Trainer Leonhard Haas hat sich einiges vorgenommen.

Leo Haas ist der neue starke Mann beim SV Wacker Burghausen. Bei seinem ersten Spiel holte der 38-Jährige gleich einen Sieg.  Im Interview berichtet er über seine neue Aufgabe. 

  • Leo Haas ist der neue Trainer des SV Wacker Burghausen
  • Das erste Spiel gegen Viktoria Aschaffenburg gewann er
  • Leo Haas hat Großes mit dem SV Wacker vor und möchte sich weiterentwickeln

Schlimmer hätte der Neuanfang nicht beginnen können. Nach fünf Minuten lag der SV Wacker Burghausen gegen Aschaffenburg nach einem Eigentor hinten. Doch Trainer Leo Haas wusste, dass sein Team zurückkommt.

Bei Ihrem Antritt haben Sie gesagt, dass Sie klare Vorstellungen haben, was Sie von einer Mannschaft sehen wollen. War gegen Aschaffenburg davon schon etwas dabei? 

(lacht) Es waren schon ein paar gute Sachen dabei. Die Mannschaft hatte Bock, Zweikämpfe zu gewinnen und zu laufen. Das war ein anderes Auftreten der Mannschaft als in den Spielen, die ich noch in der Vorrunde gesehen habe.

Woran haben Sie in der Vorbereitung gearbeitet? 

Natürlich habe ich nicht nur am Zweikampfverhalten und der Laufbereitschaft gearbeitet. Im Fußball hängt die Leistung eines Spielers oft an seiner Mentalität. Ob er den Willen hat, alles zu geben, hängt davon ab, was in seinem Kopf vorgeht. Aber keine Sorge: Über glühende Kohlen musste in meinem Training kein Spieler laufen. Wir haben versucht, in beiden Bereichen zu arbeiten. Im Fußball gibt es zwei Situationen: Du hast den Ball oder der Gegner hat ihn. Das Defensive ist wichtig, du musst schauen, dass du den Ball vom Gegner eroberst. Genauso entscheidend ist es, dass du als Mannschaft im Ballbesitz bleiben kannst und die Ballruhe hast, wenn es im Spiel angebracht ist. Wenn nötig, muss deine Mannschaft auch ein schnelles Umschaltspiel beherrschen.

„Der Fußball verändert sich mit jedem Gegner“

Welchen Fußball wollen Sie künftig spielen?

Der Fußball ist facettenreich. Mir ist es zu einfach, hier etwas zu pauschalisieren. Oft wirst du als Trainer gefragt: Bist du ein Ballbesitz- oder Umschalt-Trainer? Aus meiner Sicht ist diese Pauschalisierung Blödsinn. Solche Aussagen treffen Personen, die sich nicht auskennen. Der Fußball verändert sich mit jedem Gegner. Dein Team muss flexibel sein. Deshalb muss man sowohl das Ballbesitz- als auch das Umschaltspiel trainieren. Manche Teams stellen sich hinten rein, andere pressen sehr hoch. Darauf muss deine Mannschaft reagieren können. Als Trainer musst du Lösungsansätze bieten. Daran haben wir gearbeitet. One fits all ist im Fußball schwierig (lacht).

Was geht einem Trainer durch den Kopf, wenn es nach fünf Minuten bereits 0:1 steht?

(lacht) Das war natürlich unglücklich. Aber ich habe gespürt, dass die Jungs das sofort korrigieren wollen. Die Mannschaft hat fünf Minuten gebraucht. Dann war das Eigentor im Kopf abgeschlossen. Wie die Mannschaft den Rückschlag weggesteckt hat, zeigt mir: Meine Spieler haben einen Ansatz gefunden, wie sie als Mannschaft wieder zurückkommen können. Das finde ich top.

Leo Haas möchte sich als Trainer in Burghausen weiterentwickeln

Was bedeutet Ihnen der Neustart in Burghausen? 

Für mich ist es wichtig, dass ich mich als Trainer entwickle. Die Wochen in Burghausen haben mir jetzt schon so viel gebracht. Ich lerne jeden Tag dazu. Der Umgang mit der Mannschaft ist anders als in Wasserburg. Dort war ich allein schon aufgrund meiner Brüder sehr nah an der Mannschaft dran. Ohne als Trainer zu distanziert zu sein, ist die Situation in Burghausen doch eine andere. In Wasserburg habe ich die Mannschaft selbst zusammengestellt. In Burghausen ist das nicht der Fall. Ich treffe auf andere Charaktere.  Die Veränderungen sind spannend.

Ist der SV Wacker Burghausen Ihr Hauptjob im Moment?

Ja. Mein Leben dreht sich hier noch mehr um den Fußball, als zuvor in Wasserburg. Ich habe eine weitere Einheit, ich muss noch mehr planen und den Gegner analysieren.

Kann man von einem Trainerjob in der Regionalliga leben?

Ich habe Gott sei Dank als Profi nicht schlecht verdient und mir nebenher bereits etwas aufgebaut. Stand jetzt, verdiene ich keine horrenden Summen. Der nächste Schritt wäre der Fußball-Lehrer. Der kostet auch nicht gerade wenig Geld. Aber was die Zukunft bringt, lasse ich Schritt für Schritt auf mich zukommen.

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