Werben um City-Star ist Wettlauf gegen die Zeit

Bayerns Zerren um Sané - Das spricht für den Deal und das dagegen

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Leroy Sané wird seit Wochen vom FC Bayern umworben.

Leroy Sané ist nach wie vor Bayerns Begierde Nummer eins. Doch der mögliche Wechsel zieht sich hin. Lesen Sie im tz-Check, was für und was gegen einen Wechsel spricht.

München - Wenn Sie wüssten, was wir schon alles sicher haben! Diesen Satz tätigte Uli Hoeneß am 24. Februar im Doppelpass - gut fünf Monate später erntet der Präsident des FC Bayern massenweise Spott für seine Worte, schließlich tut sich der Rekordmeister schwer wie lange nicht auf dem Transfermarkt. Mit Benjamin Pavard (23) und Lucas Hernández (23) hat die sportliche Leitung um Hasan Salihamidzic immerhin schon die Abwehr sattelfest gemacht, speziell in der Offensive stockt es aber noch gewaltig. In Fiete Arp (19) verfügt Trainer Niko Kovac zwar über einen Perspektivspieler - die wahren Prestigetransfers, um die Abgänge von Franck Ribéry (36), Arjen Robben (35) oder James Rodríguez (28) zu kompensieren, sind noch Fehlanzeige.

Leroy Sané bleibt Bayern Münchens Transferziel Nummer eins

Objekt der Begierde Nummer eins bleibt auch weiterhin Leroy Sané (23). Und auch wenn die Bosse zuletzt immer wieder betonten, dass man in Sachen Transfers keine Wasserstandsmeldungen mehr abgeben wolle, flogen erst am Sonntag wieder Rosen von München nach Manchester. In einem Interview mit dem ZDF unterstrich Kovac noch mal das Interesse des Klubs an einer Verpflichtung Sanés: „Ich bin zuversichtlich und gehe davon aus, dass wir ihn bekommen können“, so der Coach leicht kryptisch. Sein Pendant bei den Citizens, Pep Guardiola, hatte davor Folgendes zum Besten gegeben: „Der Wunsch, ihn bei uns zu haben, ist immer da.“ Pep fügte aber an: „Wenn er gehen will, kann er gehen.“ Warum der Deal mit Sané von Tag zu Tag schwerer wird, lesen Sie im tz-Check.

Sané zum FC Bayern: Das spricht für den Deal

Jeder bekommt gerne Honig ums Maul geschmiert, auch ein Leroy Sané. Dass die Münchner den deutschen Nationalspieler gerne an die Isar holen wollen, hat von Uli Hoeneß über Karl-Heinz Rummenigge bis hin zu Niko Kovac so gut wie jeder Verantwortliche an der Säbener Straße kundgetan. Der Spieler dürfte sich in der Zwischenzeit also sicher sein, dass er als absoluter Leistungsträger in München eingeplant ist - und damit genau den Stellenwert im Team einnehmen würde, der ihm in Manchester bis zuletzt noch verwehrt geblieben war.

Finanziell bieten die Bayern im Vergleich zum Scheichklub, der Sané bereits ein üppiges Angebot zur Vertragsverlängerung vorgelegt hat, nicht mehr Argumente. Dafür weiß er, dass die Runderneuerung des FCB nach der Ära der Robbens und Ribérys auch gewisse andere Vorteile für einen Spieler wie ihn birgt. Nicht nur, dass der Linksaußen mit gerade einmal 23 Jahren perfekt ins Profil des neuen FCB passt, in der Allianz Arena würde er auch mit den Akteuren zusammenspielen, die auch das Gesicht der neuen Generation der deutschen Nationalmannschaft bilden sollen. Niklas Süle, Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry stellen sowohl bei FCB als auch beim DFB die Achse der Zukunft - und das macht München für Sané noch attraktiver.

Dass die Stars beim Rekordmeister einen Wechsel Sanés befürworten, dürfte Sané ebenfalls nicht entgangen sein. „Solche Spieler können dich direkt ab dem ersten Spiel nach oben bringen“, sagte beispielsweise Robert Lewandowski - und öffnete Sané die Tür damit noch sperrangelweiter, als sie ohnehin schon ist.

Sané zum FC Bayern: Das spricht dagegen

Zuallererst einmal die Zeit. Am 8. August, also in gut einer Woche, schließt das Transferfenster in England, womit City also in Rekordzeit einen Ersatz für Sané suchen müsste. Zumal der FCB nach tz-Informationen noch nicht einmal in Kontakt getreten ist mit dem englischen Klub. Die Uhr tickt in diesem Fall klar für City.

Hinzu kommt, dass Pep Guardiola offensichtlich mit Sané plant, andernfalls hätte der Ex-Schalker in vier Spielen nicht 239 Minuten auf dem Rasen gestanden und zwei Tore erzielt. Dass zum Ligastart am 9. August Personalnot im City-Sturm herrscht, tut sein Übriges. Riyad Mahrez (Afrika-Cup), Gabriel Jesus und Sergio Agüero (Copa América) hatten länger Urlaub, womit Sané noch unverzichtbarer wird für Pep.

Warum der Ex-Trainer des FCB dann gesagt hat, dass Sané gehen kann, wenn er will? Weil der Spanier schon immer keine unzufriedenen Spieler in seinem Team haben wollte. Wie die tz erfuhr, wäre daher lediglich die eindringliche Bitte des Spielers um Freigabe ausschlaggebend, damit der Premier-League-Champion sich mit einem Verkauf befasst. Noch ist diese Bitte aber nicht formuliert worden.

City muss nicht verkaufen, auch nicht wegen angeblicher Financial-Fairplay-Engpässe. Dass der Klub in Kauf nimmt, dass Ilkay Gündogan kommende Saison ablösefrei geht (sein Vertrag endet 2020), zeigt, dass man nicht unbedingt aufs Geld angewiesen ist. Erst recht nicht auf das der Bayern, auf die die Bosse im Etihad Stadium nach den Spitzen aus der Vergangenheit nicht sonderlich gut zu sprechen sind. Dass sich der FCB regelmäßig zu Sané äußert, hat die Verhandlungsbereitschaft beim Scheichklub noch weiter sinken lassen.

José Carlos Menzel López

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