Der Pole hat das Sagen

Lewandowski arbeitet an Legenden-Status: Fünf Tore in zwei Spielen 

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Fünf Tore in zwei Spielen: Lewandowski auf Gerd Müllers Spuren.

Was für eine Show von Robert Lewandwoski: Der Pole zerlegte Schalke am vergangenen Samstag im Topspiel im Alleingang. 

So schnell kann es gehen: Zeigte der Bezahlsender Sky seinen Zuschauern vor der Partie des FC Bayern auf Schalke (0:3) noch exklusive Bilder von Philippe Coutinho beim Verlassen des Mannschaftsbusses, beim Betreten der Gästekabine sowie bei der Inspizierung des Gelsenkirchener Rasens, waren die Kameras nach den 90 Minuten in der Veltins-Arena schon wieder auf jemand anderen gerichtet: Robert Lewandowski. Mit einem Dreierpack sorgte der Pole nicht nur im Alleingang für den ersten Saisonsieg des Rekordmeisters, sondern stellte bei Coutinhos Bundesliga-Debüt ganz nebenbei noch unter Beweis, wer denn bei den Bayern das Sagen hat.

Selbst Coutinho war hin und weg von seinem neuen Teamkollegen. Der Brasilianer kam in der 57. Minute für den blassen Thomas Müller in die Partie, blieb aufgrund seines Fitnessrückstands alles in allem jedoch unauffällig. Und so sprach der 27-Jährige bei seiner ersten Interviewrunde mit den Journalisten über – na klar – Lewandowski. „Er ist eine Legende“, schwärmte Coutinho und fügte an: „Er ist ein toller Spieler und auch ein toller Typ. Ich bin erst seit wenigen Tagen hier, habe aber schon im Training gesehen, was er kann. Heute hat er einen Hattrick erzielt, dafür möchte ich ihm gratulieren.“ Auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic hätschelte und tätschelte den Mann, der bei Bayern den Unterschied ausmacht: „Lewa ist unverzichtbar, der Wahnsinn.“

Lewandowski ist zwar nicht Kapitän des FC Bayern. Es entsteht aber von Tag zu Tag mehr der Eindruck, dass der 31-Jährige aber der wahre Boss dieser Mannschaft ist. Der Stürmer war derjenige, der vor der Saison öffentlich Neuzugänge forderte, „die sofort weiterhelfen“. Als er 2017 der Meinung war, dass er sich kritisch gegenüber der Vereinsführung äußern musste, tat er das in einem nicht vom Club autorisierten „Spiegel“-Interview und erinnerte damit an den Alleingang des späteren Kapitäns Philipp Lahm in der „SZ“ 2009. Im Mannschaftsrat ist Lewandowski sowieso. Nach den Abgängen von Mats Hummels, Arjen Robben und Franck Ribéry befindet er sich – gerade aufgrund seiner sportlichen Relevanz – jedoch längst auf einer Stufe mit Kapitän Manuel Neuer.

Fünf Tore in zwei Spieltagen, das gelang zuletzt nur Gerd Müller in der Saison 1977/78. 207 Treffer in 292 Bundesligaspielen bescheren Lewandowski Platz fünf in der ewigen Torjägerliste. Lauscht man seinen Worten des scheint es aber so, als hätte die Nummer 9 der Bayern noch Luft nach oben. „Alleine kann man ein Spiel gewinnen, aber mit der Mannschaft gewinnst du Titel“, sagte Lewandowski, versicherte aber: „Ich kann immer besser spielen und habe Potenzial nach oben.“

Musik in den Ohren der Bosse, die Lewandowski mit einem Rentenvertrag ausstatten wollen. Laut „Bild“ ist eine Verlängerung bis 2023 im Gespräch, nach seinem Dreierpack auf Schalke stellte der Torjäger sogar baldigen Vollzug in Aussicht. „Zu 95 Prozent“ sei alles in trockenen Tüchern, sagte er. Genaueres gebe es dann „wahrscheinlich in den nächsten Tagen“. Dass die Bosse Lewandowski dem Wunsch nach hochkarätiger Verstärkung nachkamen, soll entscheidend für den neuen Kontrakt gewesen sein. Auch das zeigt, dass Lewandowski bei Bayern das Sagen hat.

Am Rande des Bayern-Spiels kam es übrigens zu einem kuriosen Zwischenfall - ein Fan verfuhr sich auf dem Heimweg vom Stadion und tauchte erst zwei Tage später wieder auf

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