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Lewandowski und der FC Barcelona: Wechsel wird immer wahrscheinlicher

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Von: Michael Haug

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Robert Lewandowski flirtet mit dem FC Barcelona. Trotz aller Erfolge mit dem FC Bayern gäbe es genügend Gründe für einen Wechsel.

München - Robert Lewandowskis Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern München hat sich bezahlt gemacht! Fünfmal wurde der polnische Stürmer Torschützenkönig in der Fußball-Bundesliga, die sechste Torjägerkanone ist nur noch Formsache. In der Saison 2019/2020 erzielte Lewandowski 15 Champions-League-Treffer, der drittbeste Wert aller Zeiten.

Doch nicht nur individuell konnte Lewandowski glänzen, der FC Bayern gewann in seiner Zeit nahezu alles: Sieben deutsche Meisterschaften, drei Pokalsiege. Dazu 2020 der ganz große Triumph, der langersehnte Champions-League-Titel. Lewandowski hat mit dem FC Bayern alles erreicht, es ist kaum noch möglich, einen draufzusetzen. Kommt es deshalb schon bald zum Abschied? Am Montag machten Meldungen die Runde, die wohl keinem Bayern-Fan gefallen dürften: Der polnische Sender TVP berichtete, dass sich Lewandowski bereits mit dem FC Barcelona einig sei. Deutsche Medien dementierten diese Nachricht. Und dennoch liegen einige Gründe auf der Hand, die für einen baldigen Abschied sprechen. Der Bayern-Albtraum wird tatsächlich immer wahrscheinlicher. Ein Überblick.

Robert Lewandowski vor Abschied vom FC Bayern? Bedeutung der Bundesliga ist gesunken

Trotz der beeindruckenden Leistungen gewann Robert Lewandowski noch nie den Ballon d´Or. Das dürfte auch an der internationalen Wahrnehmung der Bundesliga liegen. Nicht nur aufgrund der erdrückenden Dominanz des FC Bayern München ist die Bedeutung der Fußball-Bundesliga deutlich gesunken. Noch nach der Saison 2014/2015 stand die Bundesliga in der UEFA-Fünfjahreswertung auf Platz drei, der Abstand auf die Premier League war verschwindend gering. Mittlerweile ist die italienische Serie A knapp vorbeigezogen, der Rückstand zur Premier League und zur spanischen La Liga scheint gigantisch.

Für Lewandowskis Marke „RL9“, verbunden mit Werbeverträgen und Modekollektionen, wäre ein Wechsel zu einem Topklub in England oder Spanien deshalb von Vorteil. Die Premier League bietet eine sehr breite und unfassbar hochklassige Spitze, international gilt sie längst als die stärkste Liga der Welt. La Liga glänzt mit klangvollen Namen wie Real Madrid oder dem FC Barcelona und einem, auch durch die eingeführte Gehaltsobergrenze, kompetitiver werdenden Wettbewerb. Eben jener Wettbewerb fehlt der Bundesliga seit Jahren.

FC Bayern: Ist Lewandowski unzufrieden mit der Spielweise?

Mit dem Alter ist Lewandowski gereift, seine teilweise konfrontativen Ansagen an Mitspieler, die in Dortmund Normalität waren, schienen verschwunden. Dachte man, doch es fällt auf: Lewandowskis Körpersprache ist in den letzten Wochen negativer geworden. Der Pole hat hohe Ansprüche an sich und das gesamte Team, das wurde bereits im letzten November klar, als der Superstar bei der Nationalmannschaft seinen Unmut über die Spielweise von Julian Nagelsmann kundtat.

„Bei Bayern war es für mich in letzter Zeit nicht einfach, Situationen für ein Tor oder einen Platz auf dem Feld zu finden. Wenn man mit sechs Offensivspielern spielt und die Gegner sehr defensiv sind, ist das für einen Stürmer nicht leicht“, sagte der 33-Jährige damals. Die Hinspiel-Niederlage gegen ein tief stehendes Villarreal dürfte Lewandowskis Ansicht verstärkt haben.

FC Bayern: Robert Lewandowski flirtet mit dem FC Barcelona - Gründe für einen Wechsel gäbe es genug
Robert Lewandowskis Körpersprache beim FC Bayern war schon positiver. © IMAGO/Markus Fischer

Pini Zahavi: Lewandowski-Berater könnte einen Wechsel forcieren

Das Verhältnis zwischen Pini Zahavi und dem FC Bayern gilt als zerrüttet. Der 78-Jährige ist seit 2018 Robert Lewandowskis Berater. Vor der laufenden Saison verhandelte er mit dem FC Bayern über einen neuen Vertrag von David Alaba. Der Österreicher entschied sich bekanntlich für Real Madrid, wo er bis 2026 unterschrieben hat. Alaba soll bei Real über 19 Millionen Euro brutto pro Jahr verdienen.

Uli Hoeneß bezeichnete Zahavi noch während der Vertragsverhandlungen als „geldgierigen Piranha“, der Alabas Vater sehr beeinflussen würde. „Es geht wirklich nur ums Geld, um sonst gar nichts“, polterte Hoeneß. Lotst Zahavi mit Lewandowski nun die nächste Bayern-Legende nach Spanien?

FC Bayern und Lewandowski: Der FC Barcelona bietet mehr

Der FC Bayern ging zaghaft an das Unternehmen Vertragsverlängerung für Lewandowski ran, bot dem Polen erstmal nur eine Verlängerung seines 2023 auslaufenden Vertrags um ein Jahr. Die Probleme aus Bayern-Sicht: Lewandowski scheint den Ehrgeiz zu haben, so lange wie möglich auf europäischem Topniveau zu spielen.

Der FC Barcelona soll mindestens dasselbe Gehalt wie der FC Bayern anbieten, bei einer längeren Vertragslaufzeit. Im März 2022 traf sich die Lewandowski-Seite mit Barcelona-Boss Joan Laporta in Barcelona. Es soll auch ums Geld gegangen sein.

Lewandowski-Wechsel nach Barcelona? Neues Kapitel zum Ende der Karriere möglich

Lewandowski findet die spanische Liga attraktiv. „Wir mögen diese Liga!“, offenbarte seine Frau Anna erst vergangenen Juni. Auf die Reporterfrage, ob Lewandowski in Spanien spielen werde, antwortete Anna lapidar: „Wir werden sehen, wir werden sehen. Vielleicht.“ Gut möglich, dass es den Polen im Herbst seiner Karriere also nochmal in ein anderes Land zieht. Vom einen FCB zum anderen? Letztlich könnte er bei zwei großen Vereinen zu einer Legende werden.

Lewandowski ist aktuell nicht das einzig brisante Transfer-Thema beim FC Bayern. Zuletzt gab es auch noch Vertrags-Wirbel um Serge Gnabry. (mha)

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