"Lieber Ottmar, wir danken Dir"

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Karl-Heinz Rummenigge fand warme Worte für Ottmar Hitzfeld.

Berlin - Alle waren heiß auf ihn: Franck Ribéry wollte den DFB-Pokal im Bett bei sich haben, Poldi konnte sich kaum noch vom goldenen Pott lösen.

Doch keiner der Spieler durfte den Pokal mit auf sein Zimmer nehmen – am Ende des Abends wanderte er in die Arme von Rekordmann Ottmar Hitzfeld, der das Bankett mit der Trophäe verließ.

Unglaublich: Es war der dritte DFB-Pokalsieg, insgesamt Hitzfelds 16. Titel. Kein anderer deutscher Trainer war erfolgreicher!

„Es waren besondere Emotionen dabei“, gab der 59-Jährige später zu. Und nicht nur der Titel, auch die Worte, die Karl-Heinz Rummenigge zu später Stunde sprach, dürften ihn gerührt haben: „Lieber Ottmar, wir danken dir!“

Wenn es noch einer Entschuldigung, eines Treuebeweises nach der „Fußball ist keine Mathematik“-Auseinandersetzung bedurft hatte, wurde die nach dem 2:1 gegen Dortmund geliefert: Mit Mikrofon in der Hand und vor der gesamten Mannschaft huldigte der Vorstands-Vorsitzende seinen Trainer.

„Es ist ein besonderes Jahr, das wir mit unserer Mannschaft und dir, lieber Ottmar, erleben. Wir haben viel Geld investiert. Was die Mannschaft abliefert, ist fantastisch und macht uns alle stolz und glücklich“, schwärmte Rummenigge: „Im Namen des ganzen Klubs möchte ich mich herzlich bei dir bedanken.“ Dann gab der Bayern-Boss den Startschuss für die Party: „Feuer frei!“

Hitzfeld genoss den Abend in Ruhe mit seiner Frau Beatrix. „Es ist ein schöner Abschied“, sagte der Erfolgs-Coach nach seinem letzten Pokalfinale: „Wenn man so ein Spiel verliert, kann man es nicht wiederholen. Man hat im nächsten Jahr keine Chance mehr. Also mussten wir diesen Titel holen. Es war ein dramatisches Spiel.“

120 Minuten, die Hitzfeld noch einmal so richtig mitnahmen. Seine Freude herausschreiend, mit geballten Fäusten lief er nach Schlusspfiff auf das Spielfeld. „Ich hatte Grund zum Jubeln, denn Pokalsieger wird man nicht so oft in seinem Leben“, meinte Titeljäger Hitzfeld. Nach dem Schlusspfiff umarmte er zunächst seinen Co-Trainer Michael Henke und Konditionscoach Zvonko Komes, danach Oliver Kahn.

Hitzfeld und Kahn – die Schicksalsgemeinschaft. Wie die Spieler (Hitzfeld: „Sie hatten einfach das Gefühl, dass sie Oliver danken müssen“) huldigte auch der Trainer den Titan: „Jeder wusste, dass Oliver Kahn wieder überragend war. Die ganze Saison wäre anders gelaufen, wenn Oli die zwei Elfmeter in der ersten Pokalrunde in Burghausen nicht gehalten hätte. Das wäre eine Mega-Blamage gewesen, alles wäre viel schwieriger geworden.“

Jetzt bleiben Kahn und Hitzfeld noch maximal acht Spiele. „Ich bin sehr traurig, dass Oliver aufhört. Er ist nach wie vor ein Weltklasse-Torhüter. Aber manchmal ist es besser, wenn man auf dem Höhepunkt aufhört.“

ta

Quelle: tz

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