Spielerfrau im Fokus

Lisa und Thomas Müller: Ein Besuch im Reitstall

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Bauernhof-Idylle: Im Süden von München haben sich Lisa und Thomas Müller mit ihren Pferden eingemietet – mit dabei sind Filou und das Pony Freddy.

München – Spotlight auf Lisa Müller: Die Frau des Bayern-Stars gibt in der Dressur ihr Debüt bei Pferd International – und erhält das Goldene Reitabzeichen. Ein Besuch im Reitstall.

Die 25-jährige Dressur-Reiterin Lisa Müller ist eigentlich ein Kind von ,Pferd International‘. „Seit meiner Schulzeit bin ich dort regelmäßig zu Besuch gewesen, habe die Pferde und ihre Reiter bestaunt und immer einen wunderbaren Tag erleben dürfen.“ Nun steht sie selbst im Mittelpunkt. Am Donnerstag, dem ersten Tag der großen Pferde-Freiluft-Veranstaltung in München-Riem (bis Sonntag), bekommt sie das Goldene Reitabzeichen verliehen.

Ein Reiter wird mit „Gold“ ausgezeichnet, wenn er zehn Spring- oder Dressurturniere der Klasse S gewonnen hat, dabei mindestens einen Sieg in einer Klasse S** aufweisen kann. Lisa Müller hat dies in weniger als drei Jahren geschafft. Highlight war dabei der Erfolg im November in Nürnberg beim Finale der Serie ‚Stars von Morgen‘ im Sattel des 12-jährigen Dave, einem Baden-Württemberger. Ein weiteres Turnier brachte sie unter die acht besten U 25- Reiter Deutschlands. In dieser Klasse ist sie auch bayerische Vizemeisterin.

Die gebürtige Oberhachingerin bekam den ersten Kontakt zu Pferden bei Spaziergängen mit Großvater Hans Huber, die immer zu den Koppeln in Oberbiberg führten. Ansonsten hatte die Familie keinerlei Bezug zum Pferd. Bei Lisa sprang der Funke trotzdem schnell über. „Schon ab meinem sechsten Lebensjahr half ich an den Wochenenden und in den Ferien in Laufzorn im Reitbetrieb der Familie Smital mit, im Gegenzug erhielt ich die ersten Reitstunden. Dafür war und bin ich jetzt noch dankbar.“

Der Start mit den Pferden war kein Zuckerschlecken. Hansjörg Kaltenböck, einer der erfahrensten hiesigen Trainer der Dressurreiterei, der Lisa von Lehrgängen bestens kennt, charakterisiert sie so: „Sie ist eisenhart zu sich selbst, Wille und Fleiß zeichnen sie aus. Das hat die Familie Smital von Anfang an erkannt. Ihr rascher Aufstieg ist fast schon unheimlich. Dabei ist sie immer bodenständig geblieben.“

Ihr Alltag spielt sich inzwischen in einem kleinen Ort im Süden Münchens ab. Der angemietete Teil eines Reitstalls ist ihr sportlicher Lebensmittelpunkt. Hier arbeitet Lisa Müller ganztätig mit den Pferden. Unterstützt wird sie von ihrem Ehemann, Fußballweltmeister Thomas Müller. Er begleitet sie, falls mit dem Terminplan des FC Bayern und der Nationalmannschaft vereinbar, auch zu den Turnieren, wo er manchmal recht „gscheit daherredt“, wie Lisa neckisch anmerkt: „Aber Spaß beiseite, er hilft, wo er kann. Vor allem baut er mich auf, wenn es mal nicht so richtig läuft. Er ist ein genialer Motivationskünstler.“

Selbst reitet Thomas Müller nicht. Angst davor hat er keineswegs, aber die Verletzungsgefahr bei einem Sturz wäre einfach zu groß. Er widmet sich einem anderen Pferde-Schwerpunkt: Die Zucht von Warmblütern hat es ihm angetan – wie übrigens auch seinem Co-Trainer bei den Bayern, Hermann Gerland.

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„Mein Traum ist wie bei vielen anderen auch, ein Klassepferd zu züchten“, gibt der Fußballprofi als Ziel aus. Heuer wurde bereits ein Fohlen geboren, ein weiteres wird erwartet. Viel Hoffnung setzt Müller in den dreijährigen Filou, ein Modell von einem Reitpferd. Neuzugang im Stall ist ein Shettie-Pony. Der braun-weiß gefleckte Freddy ist ein Geschenk einer Freundin von Lisa – und der Liebling aller.

Und Lisas nächste Ziele? „Ich möchte mich als Reiterin Schritt für Schritt weiterentwickeln. Jetzt trete ich beim Turnier in München-Riem erstmals international an. Große Erwartungen habe ich da natürlich nicht – bei so einer hochkarätigen Konkurrenz. Aber Erfahrung werde ich sammeln, um mich weiter verbessern zu können.“ Typisch Lisa Müller: bescheiden und zielstrebig.

Mit den Müllers im Stall: Ein Besuch

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Äußeres Zeichen für ihren Fleiß und ihr Talent ist nun das Goldene Reitabzeichen. Auch Lohn und Genugtuung für den Präsidenten des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes, Hans-Peter Schmidt, dem ,perpetuum mobile’ des hiesigen Dressursports. Sein Wirken in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Hauptsponsor, der Nürnberger Versicherungsgruppe, hat den Pferdesport – und insbesondere die Dressur – in Bayern verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Pferd International garantiert seit Jahren Weltklasse im Dressurviereck und fördert den Nachwuchs. Lisa Müller ist dafür ein Paradebeispiel.

Eberhard Röckl

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