Comeback auf der Trainerbank

Ticker: Heynckes verspricht, dass Ribéry wieder funktioniert

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Jupp Heynckes freut sich auf das Spiel gegen den SC Freiburg.

Vor seinem ersten Spiel gegen den SC Freiburg stellte sich Comeback-Trainer Jupp Heynckes den fragen der Medienvertreter. Hier können Sie die Pressekonferenz mit dem Coach des FC Bayern München nachlesen.

  • Jupp Heynckes hat erstmals seit über vier Jahren wieder eine Spieltagspressekonferenz abgehalten.
  • Die Eindrücke in seiner ersten Woche nach seinem Comeback beim FC Bayern sind durchweg positiv.
  • Heynckes will die Defensive stabilisieren, Javi Martinez wird dabei eine wichtige Rolle spielen, er bevorzugt das 4-3-3-System.
  • Von einem aufgeblähten Trainerstab hält Heynckes nichts.
  • Der Coach will das Selbstvertrauen einiger Spieler wie Ulreich oder Müller wieder stärken. Er verspricht: „Ein Franck Ribéry wird bei mir funktionieren.“
  • Arturo Vidal ist eher keine Option für das Spiel gegen Freiburg, bei James Rodriguez will er das Freitagstraining abwarten.

Die PK im Ticker zum Nachlesen

+++ So, das war‘s, Jupp hat gesprochen, die PK ist beendet.

+++ Taktik, Fitness und Hierarchie - wo muss Heynckes am meisten ansetzen? „Das eine bedingt das andere. Ich habe zum Beispiel wieder Stabilisationsübungen eingeführt - das ist so wichtig für Prävention gegen Verletzungen. Die Trainingssteuerung ist wichtig, aber auch, Trainingsreize zu setzen. Das ist der Fokus in unserem Trainerteam. Wir haben intensiv trainiert, aber das ist auch notwendig. Das sind ja alles Profis.“

+++ Ist er Stolz über die Euphorie rund um seine Person? Heynckes: „Stolz ist ein ganz großes Wort und ich gebrauche es nur selten. Ich freue mich natürlich darüber, das ist auch eine Bestätigung meiner Person. Aber man darf nicht vergessen, dass die Menschen das auch mit großen Erwartungen verknüpfen. Aber ich bin zuversichtlich.“

+++ Kribbelt es eigentlich noch? Heynckes: „Ich bin seit 50 Jahren im Fußballgeschäft und habe soviel erlebt.“

+++ Wie groß ist die Ehrfurcht vor seiner Aufgabe? Gab es Zweifel? Heynckes: „Ich habe das nur für den FC Bayern getan und natürlich einige Zeit darüber nachgedacht. Am Anfang wollte ich das überhaupt nicht machen. Ich hatte Bedenken, aber dann ist die Entscheidung eben so gefallen. Ich bin immer ein sehr optimistischer Mensch gewesen.“

+++ Wie hält es Heynckes mit der Rotation? „Erstmal muss man eine Mannschaft finden, die funktioniert. Wir haben eine Mannschaft mit vielen Nationalspielern, da kann das mit der Rotation klappen. Aber erstmal müssen wir uns konsolidieren. Es geht nur peu á peu. Ich habe Vertrauen zu allen Spielern. Auch von Kingsley Coman und Corentin Tolisso habe ich gute Eindrücke gewonnen. Sie haben riesiges Potenzial.“

+++ Wie sieht sein taktisches Konzept aus? Heynckes: „Das System variert, entscheidend ist, dass das System mit Leben gefüllt wird. Ich bevorzuge die Viererkette und ein 4-3-3. Wie das interpretiert wird, ist von den Spielertypen abhängig.“

+++ Rückt Javi Martinez wieder auf die defensive Sechs? „Er hat das lange nicht gespielt und muss sich auch erst wieder daran gewöhnen. Aber es ist kein Geheimnis, dass ich die Abwehr stabilisieren möchte, und mit solch einem Spieler geht das natürlich besser.“

+++ Wird Heynckes Abläufe ändern? Wie sieht es mit einem Ernährungsberater aus? Heynckes: „Von 2011 bis 2013 war Alfons Schuhbeck unser Ernährungsberater. Die Ernährung ist wichtig, natürlich. Das Essen hier an der Säbener Straße ist hervorragend. Ich mag auch keine aufgeblähten Staff, Psychologen, Ernährungsberater - so was brauchen wir nicht. Der Ablauf wird einfach sein, die Spieler kommen um elf Uhr zusammen, wir machen einen Spaziergang und eine Besprechung, essen, und dann ist ja schon wieder Abfahrt zum Stadion. Heute Abend werden wir den Gegner analysieren - und das ist bei Freiburg auch angeraten. Es wird keine einfache Aufgabe. Der Trainer ist eine Ikone, Christian Streich, vor ihm habe ich den höchsten Respekt. as der Trainer und sein Team Jahr für Jahr leisten, ist sensationell.“

+++ Wie wichtig sind Einzelgespräche mit verunsicherten Spielern wie Ulreich oder Müller? Heynckes: „Es ist kein Geheimnis, dass ich mit beiden gesprochen habe. Sven Ulreich darf sich durch einzelne Fehler nicht verunsichern lassen, er ist ein guter Torwart. Wenn die Abwehr besser steht, ist der Torwart auch besser. Mit Thomas Müller habe ich ein längeres Gespräch geführt, über Inhalte will ich eigentlich nichts sagen. Aber ich habe ihn erlebt, dass er vor dem Tor nicht so abschlusssicher war, das funktioniert jetzt wieder besser. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen, aber wichtig ist, dass die Spieler wieder Vertrauen in die eigene Leistung haben.“

+++ Gibt es Experimente? Heynckes: „Nein. Ich habe derzeit 17 Spieler, mit Vidal 18 Spieler zur Verfügung. Als Trainer muss man viele Dinge berücksichtigen, die Spielertypen, die Balance. Wenn die Defensive funktioniert, haben wir genug Klasse, dass nach vorne immer etwas geht.“

+++ Wie steht es um die Hierarchie? Heynckes: „Die Hierarchie bildet sich über den Intellekt eines Spielers, aber vor allem über die Leistung. Genau das habe ich mit einigen Spielern schon besprochen. Dass der ein oder andere mehr Verantwortung übernehmen muss - in erster Linie über die Leistung, dann über das Verhalten in der Mannschaft und zuletzt über den Intellekt. Spieler wie Lahm oder Schweinsteiger haben Dinge geregelt und unprofessionelles Verhalten angesprochen, bevor sie zu mir gekommen sind. Oder nehmen Sie Sergio Ramos, de bei Real Madrid die Mannschaft immer mal wieder zusammen trommelt. Aber vor allem wichtig ist die Leistung. Immer Weltklasse geht nicht, aber nur, wenn du Leistung bringst, kannst du dich einbringen. Mats Hummels ist zum Beispiel solch ein spieler, er bringt alles mit. Auch Jerome Boateng kann das. Oder David Alaba, der wieder an seine Leistungen von früher anknüpfen muss.““

+++ Ist die Mannschaft noch gierig auf Erfolg? „Man sagt, dass bei Erfolg irgendwann ein Sättigungsgrad einsetzt, aber das sehe ich hier nicht, die Motivation stimmt. Vielleicht ist das Niveau im Training noch nicht so hoch wie im Triple Jahr 2013, aber das kommt. Spieler wie Franck Ribéry werden zurückkommen, unter mir wird er funktionieren, das weiß ich.“

+++ Eine Frage nach dem Personal. Heynckes: „Arturo Vidal hat heute im Ausdauerbereich gearbeitet, das war positiv, aber ich bin ein Trainer, der kein Risiko eingeht. Dafür ist Arturo zu wichtig. Der Frust über das WM-Aus, die lange reise, das wirkt sich bei ihm auf die Muskulatur aus. Bei James hoffe ich, dass er nach seiner Rückkehr heute mittrainieren kann. Ich kenne ihn aus seiner Zeit bei Real Madrid sehr gut. Ich werde mich um ihn kümmern, wir können uns verständigen. Man darf nicht vergessen, dass  der deutsche Fußball ein anderer ist als in Spanien, ein neues Land, eine neue Sprache, das darf man nicht vergessen.“

+++ Gefällt ihm, dass er als eine Art Heilsbringer gesehen wird? Heynckes: „Es genügt nicht, dass ich wieder da bin. Da steckt sehr viel Arbeit dahinter.“

+++ Was sind Heynckes‘ Erwartungen für morgen? „Der erfolg muss immer dabei sein, das dürfen wir nicht vergessen. Für mich ist das A und O des ganz großen Fußballs, dass man kreativ nach vorne spielt, sondern dass man in der Defensive stabil steht, dass die Abstimmung steht. Jeder muss für die Abwehr arbeiten, das Positionsspiel muss stimmen. Ich erwarte morgen eine hochmotivierte Mannschaft, das ist die Voraussetzung. Ich habe den Eindruck, dass die Spieler wieder Mut geschöpft haben und morgen mit Elan auflaufen.“ 

+++ Heynckes spricht über seine ersten Tage: „Es ist sehr arbeitsintensiv, man wird mit wahnsinnig vielen Dingen konfrontiert. Man muss sehr viele Gespräche führen, das habe ich natürlich intensiv gemacht. das Kerngeschäft gibt‘s auch noch, die Arbeit auf dem Trainingsplatz. Es war eine sehr arbeitsreiche Woche. Ich muss mich da erst wieder hineinfinden, aber das habe ich vorausgesetzt, denn viele Mitarbeiter hier kennen mich. Alle sagen übereinstimmend, dass eine sehr gute Atmosphäre herrscht, dass die Spieler wieder Spaß an der Arbeit haben. Wir haben diese Woche viele Trainingsreize gesetzt. Man muss viele Dinge ansprechen. Heute werden wir zum Beispiel im taktischen Bereich arbeiten. Man muss den Spielern in der Praxis die Dinge zeigen. Das Problem ist, dass wir nicht immer im Verbund mit allen Spielern trainieren konnten, was notwendig ist. Aber die Mannschaft ist insgesamt gut ausgebildet. Wir, das Trainerteam, legen großen Wert auf das Pass- und das Positionsspiel, das wurde hier schon viel trainiert, das kann man wieder hervorrufen. Auch mir macht es viel Spaß hier. Ich bin ein leidenschaftlicher Trainer, mir gefällt auch die Arbeit mit jungen Spielern. Wir haben hier natürlich auch ältere Spieler. Wobei das eigentlich keine Frage des Alters ist. Sehen Sie sich Juventus Turin an, die zwei Mal im Champions-League-Finale standen. Wenn ich mir einen Arjen Robben oder Franck Ribéry anschaue, dann ist das beeindruckend.“

++ So, Jupp ist da, los geht‘s!

+++ In Kürze geht‘s los mit der Heynckes-PK, vorher haben wir noch einige Statistik-Facts für Datenfans. So gab es das Duell Bayern - Freiburg bislang 17 Mal in München, 15 Mal behielt der Rekordmeister die drei Punkte, zwei Mal trennte man sich unentschieden.

+++ Hallo und herzlich willkommen im Live-Ticker zur Pressekonferenz mit Jupp Heynckes. Der zurückgekehrte Trainer des FC Bayern München stellt sich ab 13.30 Uhr den Fragen der Medienvertreter. Hier verpassen Sie nichts!

Vorbericht

München - Bei seiner offiziellen Vorstellung am Montag gab Jupp Heynckes ein launiges Comeback. Der 72-jährige Trainerroutinier präsentierte sich gut gelaunt und voller Arbeitseifer. Den haben die Spieler des FC Bayern in den ersten Einheiten unter dem Rückkehrer gleich zu spüren bekommen. Beobachter konstatieren, dass wesentlich mehr Zug und Tempo in den Einheiten spürbar sind als noch unter Heynckes-Vorgänger Carlo Ancelotti.

Es ist davon auszugehen, dass sich der Rekordmeister am Samstag gegen den SC Freiburg (Anstoß 15.30 Uhr in der Allianz Arena - hier geht‘s zum Live-Ticker!) deutlich verändert präsentiert als in den Spielen zuletzt. Allerdings gibt es in Sachen Aufstellung nur wenig offene Fragen, eigentlich ist nur eine Position im Mittelfeld fraglich.

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Doch Fragen gibt es sicherlich genug an den Bayern-Trainer. Wie hat er seine erste Woche nach seiner Rückkehr an die Säbener Straße erlebt? Wie ist die Stimmung in der Mannschaft? Wie sieht er den kommenden Gegner aus dem Breisgau? Auf was dürfen sich die Fans am Samstag in der Arena freuen? Antworten gibt‘s hier ab kurz vor halb zwei im Live-Ticker!

In einem separaten Artikel auf tz.de haben wir für Sie zusammengefasst, wo und wie Sie das Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und dem SC Freiburg live im TV und im Live-Stream verfolgen können.

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