Lizarazu: "Drei Stars, sonst ist Franck weg!"

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Bixente Lizarazu ist über seinen Ex-Klub bestens informiert.

Sechseinhalb Wochen Pause konnten ihn nicht stoppen. Der Magier überstrahlt noch immer seine Konkurrenz – trotz Elfmeter-Panne.

Durch das 5:1 in Stuttgart befinden sich Franck Ribéry und Bayern auf direktem Weg ins Pokalfinale. Doch mit nationalen Titeln wie dem Double 2008 will sich der Franzose in Zukunft nicht begnügen. Das macht Ribéry in einem Interview mit der L’Equipe erneut deutlich – seine Zukunft hängt trotz Vertrags bis 2011 maßgeblich vom Erfolg in der Königsklasse ab: „Unser Abschneiden in der Champions League wird eine bedeutende Rolle spielen (für die Entscheidung über seine Zukunft, d. Red). Ich habe sehr große Lust, diesen Wettbewerb zu gewinnen.“

Der Superdribbler hat große Ziele – das weiß auch Bixente Lizarazu. Der Ex-Bayer arbeitet heute als Experte für den Fernsehsender RTL und die Sportzeitung l’Equipe. Liza weiß, wie Genie Ribéry tickt. So schickt er nun eine Warnung an Hoeneß, Rummenigge & Co.: Sollten sich die Bayern nicht verstärken, sagt Franck Adieu!

Lizarazu zur tz: „Wenn Franck sieht, dass es nicht reicht, dass er in München seine Ziele nicht erreichen kann, wird er es bei einem anderen, noch größeren Verein versuchen. Dann ist er spätestens am Ende seines Vertrags 2011 weg. Er ist nun ein wirklich guter Spieler und stark genug, bei allen europäischen Top-Klubs zu spielen – sei es Real, Milan oder Barca.“

Ribéry ist in aller Munde. Topklubs jagen ihn. Und er selbst sorgt für Wirbel. Durch seine schwammigen Äußerungen zur Zukunft, aber eben auch durch seine lauten Rufe nach Verstärkungen. Immer wieder erneuert er seine Forderungen. Erst am Mittwoch wiederholte er gegenüber der tz: „Ich denke, dass wir für den Sieg in der Champions League eine bessere Mannschaft, Verstärkungen brauchen. Ich sage das nicht für mein eigenes Wohl, sondern für das Wohl des FC Bayern.“

Ribéry hat ein großes Ziel: Den Gewinn der Königsklasse. „Ich weiß genau, dass Franck nur eines will: einen Klub, mit dem er die Champions League gewinnen kann“, betont Uli Hoeneß in der Sportbild. Lizarazu bestätigt: „Wenn Bayern eine bessere Mannschaft baut, die wirklich die Champions League gewinnen kann, dann wird Franck bleiben. Wenn Bayern drei, vier Topspieler holt, wird Franck bleiben. Wenn nicht, wird es schwer.“ Ribérys großes Ziel ist internationale Anerkennung, der Ballon d’Or – die Ehrung zum weltbesten Fußballer.

Von Europas Spitze sieht Lizarazu das Klinsi-Team ein ganzes Stück entfernt. „Mein Eindruck ist der, dass sie gut genug sind, die Bundesliga zu gewinnen – aber nicht die Champions League. Sie brauchen drei oder vier Spieler von internationalen Format, Weltklasse-Spieler. Nur dann habt Bayern in Zukunft die Chance, die Königsklasse zu gewinnen“, meint Bixente, „speziell das defensive Mittelfeld und die Abwehr müssen meiner Meinung nach dringend verstärkt werden, da müssen die Verantwortlichen nachbessern.“

Lizarazu weiter: „Bayern hat eine gute Mannschaft. Aber die richtige Position, die richtige Platzierung in Europa für sie ist das Viertelfinale der Champions League. Sie gehören zu den acht besten Mannschaften – aber eben nicht zu den Top Vier. Nur mit Glück kann man es auch mal bis ins Halbfinale schaffen…“

Wie reagieren die Bayern? Mit Olic, Baumjohann und Timoschtschuk sollen die Personalplanungen für die kommende Saison abgeschlossen sein. Ob das Ribéry zufriedenstellt? Zumindest Klinsi machte ihm am Donnerstag Hoffnung auf mehr: „Ich kann ihm versichern, dass wir an anderen Spielern für die nächste Saison dran sind. Franck weiß, dass wir mit diesem Klub in den nächsten Jahren viel vorhaben.“ Trotzdem dürfte eine Aussage, die der 25-Jährige nun gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP tätigte, den Bayern Sorgen bereiten. „Es ist schwierig zu sagen, was passieren wird“, sagt Ribéry über seine Zukunft. Zwar „tut der Klub viel für mich“. Aber: „Viele Vereine interessieren sich für mich und wurden öffentlich genannt. Hohe Summen sind in Umlauf gebracht worden. Auch der Verein spürt den Druck und stellt sich Fragen…“ Das hört sich leider nicht gut an.

Tobias Altschäffl

HSV - FCB: Der Vergleich Mann gegen Mann

HSV - FCB: Der Vergleich Mann gegen Mann © dpa
Endlich wieder Bundesliga! Am Freitag beginnt mit dem Schlagerspiel zwischen dem HSV und dem FC Bayern die Rückrunde der Bundesliga-Saison 2008/2009. Der Gewinner der Partie wird zumindest bis zum Samstag Tabellenführer bleiben - wenn das keine Voraussetzungen für einen tollen Fight sind... tz-online.de vergleicht Mann gegen Mann und rechnet zusammen. © dpa
Frank Rost (HSV): Lange Jahre hatte der HSV ein Torhüterproblem, doch seit Januar 2007 ist das anders: Damals wechselte Frank Rost vom FC Schalke 04 an die Elbe. Der 35-Jährige ist in Hamburg Leader. absolut unumstritten und verfügt über die satte Erfahrung von 345 Bundesliga-Spielen. © dpa
Michael Rensing (FC Bayern) In seiner ersten Halbserie als Nummer 1 hatte der Bayern-Keeper Höhen und Tiefen. Im Verlauf der Hinrunde steigerte er sich jedoch und zeigte mehrere Glanzleistungen wie etwa in Lyon. Beim 5:1-Pokalsieg beim VfB Stuttgart nahezu beschäftigungslos, was ihm in Hamburg so wohl nicht nochmal passieren wird. In puncto Erfahrung seinem Kontrahenten klar unterlegen. Punkt für den HSV. Zwischenstand: 0:1 gegen Bayern. © dpa
Marcell Jansen (HSV): Im vergangenen Sommer floh er vor der übermächtigen Konkurrenz bei den Bayern in Richtung Hamburg, doch auch dort hat's bisher noch nicht so richtig g'funzt. Jansen kommt nach anfänglichen Verletzungsproblemen zwar auf seine Einsätze, der Durchbruch ist ihm bisher aber noch nicht gelungen. Spielte seine besseren Partien auf der Position im linken Mittelfeld und könnte eventuell auch gegen die Bayern dort zum Einsatz kommen. © dpa
Philipp Lahm (FC Bayern): Einer der besten Außenverteidiger Europas und der Hauptgrund, weshalb sein Pendant auf HSV-Seiten die Bayern verließ. Klarer Punkt für Bayern. Zwischenstand: 1:1. © dpa
Joris Mathijsen (HSV): Der Holländer gehört sicher zu den besten Innenverteidgern der Bundesliga und besticht vor allem durch seine Unaufgeregtheit. Kaum ein Verteidiger erledigt seinen Job so unspektakulär und doch zufriedenstellend wie der 28-Jährige. © dpa
Martin Demichelis (FC Bayern): Was wäre die Bayern-Defensive ohne den Argentinier? Micho hat alles, was einen modernen Verteidiger ausmacht: Kopfball- und Zweikampfstärke, Spielintelligenz, ein gutes Aufbauspiel und taktisches Verständnis. Punkt für Bayern. Zwischenstand: 2:1 für Bayern. © dpa
Bastian Reinhardt: Jedes Jahr aufs Neue werden Bastian Reinhardt neue Kontrahenten in der Innenverteidigung vor die Nase gesetzt - und jedes Jahr beißt sich der 1,94-Meter-Hüne durch und erkämpft sich einen Stammplatz. Ähnlich wie Kollege Mathijsen verübt Reinhardt seinen Job grundsolide und schaltet sich bei Standardsituationen gefährlich in die Offensive ein (zwei Saisontore). © dpa
Lucio (FC Bayern): Der Brasilianer mit dem großen Offensivdrang ist so etwas wie der Dauerbrenner in der Bayern-Innenverteidigung. Wenn er nicht leichtsinnig wird, zählt er nach wie vor zu den besten Innenverteidigern der Liga und hat gegenüber Reinhardt die Nase vorn. 3:1 für Bayern. © dpa
Guy Demel: Ob im Mittelfeld oder auf der Rechtsverteidigerposition: Guy Demel spielt beim HSV fast immer - und fast immer gut. Der Franzose besticht durch seine enorme physische und technische Stärke, wirkt jedoch in der öffentlichen Meinung oft unterbewertet. In der Defensive ist Demel ein "Schrank", einzig seine Offensivqualitäten lassen zu wünschen übrig. © dpa
Christian Lell (FC Bayern): Da Massimo Oddo gesperrt ist und er in Stuttgart seine starke Leistung bot, wird Christian Lell auch gegen den HSV hinten rechts verteidigen. Wie Demel wird auch Lell etwas unterbewertet, dennoch scheint der Hamburger einen Tick stärker: Punkt für den HSV. Zwischenstand: 3:2 für Bayern. © dpa
Collin Benjamin: Der Namibier ist ein Stehauf-Männchen und der dienstälteste HSV-Spieler (seit 2001). Mehrfach durch langwierige Verletzungen ins zweite Glied gerutscht, schaffte Benjamin immer wieder den Sprung zurück. Ursprünglich war seine angestammte Position die rechte Außenbahn, mittlerweile ackert der 30-Jährige am liebsten auf der Sechser-Position. Profitiert auch vom Weggang Nigel de Jongs. © dpa
Zé Roberto (FC Bayern): Der Brasilianer ist wie guter Wein, wird mit dem Alter immer besser. Deswegen bemühen sich die Bayern auch, den Super-Sechser noch länger an sich zu binden. In der Bundesliga ist er derzeit mit seiner Klasse konkurrenzlos. Punkt für Bayern. Zwischenstand: 4:2 für Bayern. © dpa
David Jarolim (HSV): Der Tscheche hat eine bayerische Vergangenheit, kickte er doch einst in der Jugend für den FCB. Mittlerweile ist der HSV-Kapitän zu einem der gefürchtestesten defensiven Mittelfeldspieler der Liga geworden. Zum einen wegen seiner rustikalen Zweikampfführung, zum anderen wegen seiner Eigenschaften, bei Berührungen durch Gegenspieler extrem schnell zu fallen. © dpa
Mark van Bommel (FC Bayern): Bayerns Aggressiv-Leader spielte in Stuttgart 45 Minuten lang mehr als ordentlich, musste dann aber Andi Ottl weichen. Mit dem Kapitän ist aber schon seit langem wieder zu rechnen. Unentschieden. Zwischenstand: 5:3 für Bayern. © dpa
Piotr Trochowski (HSV): "Troche" macht für gewöhnlich gegen seinen Ex-Klub seine besten Spiele. Man erinnere sich nur an das Hinspiel, als der Nationalspieler beim 2:2 einen Treffer erzielte und den anderen vorbereitete. Zeigte schon im Pokal gegen die Löwen eine gute Leistung. © dpa
Franck Ribéry (FC Bayern): Auch wenn der Franzose ab und an "Cirque du soleil" (O-Ton Uli Hoeneß) macht, so kann ihm in der Bundesliga keiner das Wasser reichen. Ein Franck Ribéry toppt sie alle. Klarer Punkt für Bayern. Zwischenstand: 6:3 für Bayern. © dpa
Jonathan Pitroipa (HSV): Er war zu Beginn der Hinrunde der Geheimtipp zum Shootingstar der Saison, doch der Neuzugang des SC Freiburg hatte nach starkem Beginn doch deutliche Anpassungsprobleme mit dem schnellen Bundesliga-Fußball. Der ungemein trickreiche und schnelle "Pit" pendelt weiterhin zwischen Startelf und Reservebank. © dpa
Bastian Schweinsteiger (FC Bayern): Schweini spielte in Stuttgart absolut überragend und scheint punktgenau zum Rückrundenauftakt in Bestform zu sein. Klarer Punkt für Bayern. 7:3 für Bayern. © dpa
José Paulo Guerrero (HSV): Weil Ivica Olic gesperrt ist, darf Guerrero von Beginn an ran. Der Peruaner spielt in dieser Saison nur eine untergeordnete Rolle im HSV-Sturm - an Olic und Petric gibt's kein vorbeikommen. Immerhin, der dritte Ex-Münchner in der HSV-Startelf erzielte im Hinspiel einen Treffer. © dpa
Luca Toni (FC Bayern): Auch beim Pokalspiel in Stuttgart schraubte Luca Toni - zum einen beim Jubel seines Treffers zum zwischenzeitlichen 3:0, zum anderen an einer neuen Rekordmarke: Nach seinem Tor und seiner Vorlage zum 5:0 steht der Italiener bei sensationellen 68 Torbeteiligungen in 66 Pflichtspielen für die Bayern - sensationell. Klarer Punkt für die Bayern. Zwischenstand 8:3 für die Bayern. © dpa
Mladen Petric (HSV): Der Neuzugang von Borussia Dortmund spielte eine überragende Vorrunde (acht Treffer) und ist aus dem HSV-Angriff nicht mehr wegzudenken. Auch in seinem ersten Jahr für den BVB glänzte der Kroate in der Hinunde, baute dann aber in der Rückserie ab. Man darf gespannt sein, wie es dieses Jahr läuft. © dpa
Miroslav Klose (FC Bayern): "Miro" hat sich in der Hinrunde in unnachahmlicher Art aus seinem Tief gearbeitet und erzielt wieder Tore wie am Fließband (sechs). Dennoch knapper Punkt für den HSV. Zwischenstand: 8:4 für Bayern. © dpa
Die Bank (HSV): Viel Routine steht HSV-Trainer Martin Jol auf der Bank nicht zur Verfügung. Nigel de Jong ist weg (für 20 Millionen zu Manchester City), Thimothee Atouba verletzt und Thiago Neves (Bild) hat die Umstellung auf den deutschen Fußball noch nicht geschafft. Bleiben junge Leute wie Jerome Boateng, Änis Ben-Hatira, Tunay Torun oder Neuzugang Marcel Ndjeng. Eine richtig gut besetzte Bank sieht anders aus. © dpa
Die Bank (FC Bayern): Auch wenn Toni Kroos und Lukas Podolski ausfallen: Jürgen Klinsmann hat noch genügend Alternativen. Tim Borowski und Hamit Altintop warten auf ihre Chance, ebenso Neuzugang Landon Donovan, der sich in den Testspielen treffsicher ins Team einfügte. Punkt für Bayern. Endstand: 9:4 für Bayern. © dpa
Schauplatz des Duells ist die HSH Nordbank Arena. Wir erinnern uns: In diesem Stadion wurden die Bayern 2001 unter dramatischen Umständen Deutscher Meister. Wenn das keine guten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rückrunde sind... © dpa
Wer zuletzt lacht... Die beiden Trainer Jürgen Klinsmann und Martin Jol. Freuen wir uns, dass es endlich wieder losgeht! © dpa

Quelle: tz

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