Schweizer tickt genauso wie Guardiola

Ist Favre einer für die Roten?

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Zwei Erfolgs-Trainer: Pep Guardiola (l.) und Lucien Favre haben in ihren Karrieren schon Maßstäbe gesetzt.

München - Lucien Favres Rücktritt in Gladbach geht auch Pep Guardiola nahe. Der Bayern-Trainer bewundert seinen Schweizer Kollegen. Damit ist er an der Säbener Straße nicht allein.

Pep Guardiola ist ein besonders höflicher Mensch. Auch vor dem Wiesn-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg setzte der Bayern-Trainer zu einer seiner inbrünstigen Lobreden an. Doch seine warmen Worte zielten nicht etwa auf den kommenden Gegner. Nein, Guardiola äußerte sich zu Lucien Favre. "Er ist einer der besten Trainer, die ich je getroffen habe", schwärmt der Katalane über den Schweizer, der in Gladbach nach sechs Pflichtspiel-Pleiten am Stück hingeschmissen hat: "Ich hoffe, dass er so schnell wie möglich eine neue Mannschaft übernimmt."

FCB: Blendende Bilanz gegen Wolfsburg

Nettes Statement. Doch einiges spricht dafür, dass diese Sätze wirklich aus tiefstem Herzen kommen. Denn Guardiola und Favre sind so etwas wie Brüder im Geiste. Beide fallen in der Unterhaltungsbranche Bundesliga nicht als Selbst-Darsteller auf. Vielmehr gelten sie als akribische und unaufgeregte Arbeiter, die teilweise wie besessen selbst an klitzekleinen Details feilen, um ihre Mannschaft noch einen Tick besser zu machen. 

Vor Wolfsburg-Spiel: Guardiola spricht von Wahnsinn

"Für mich ist Fußball immer schön. Der Ball ist meine Droge", verriet Favre jüngst in einem Interview mit 11Freunde. Das Zitat könnte aber auch von Guardiola stammen. Dessen Vertrag bei den Roten läuft nach dieser Saison aus. Gespräche über eine Verlängerung sollen in den kommenden Wochen folgen. Ausgang völlig offen. Manchester City und Manchester United sollen um den 44-Jährigen buhlen. Und auch die spanische Nationalmannschaft sucht nach der EM 2016 einen neuen Trainer.

Favre zum FCB? Beckenbauer hebt den Daumen

Sollte die Ehe Guardiola/FCB tatsächlich nach drei Jahren enden, wäre wohl nichts naheliegender, als Lucien Favre an die Säbener Straße zu holen. Gladbachs Sportdirektor Max Eberl brachte den 57-Jährigen bereits vor Saisonbeginn beim Rekordmeister ins Gespräch. "Natürlich kann er die Bayern trainieren, er kann jeden Verein auf einem Top-Niveau trainieren", sagte der Ex-Bayern-Spieler in der Rheinischen Post - damals wohl noch als kleine Spitze gedacht. 

Hecking bewundert die Bayern nicht

Franz Beckenbauer

Favre hat sich in seiner Zeit bei Hertha BSC und nun bei Borussia Mönchengladbach einen Namen gemacht - über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus. Beide Klubs formte er zu Spitzen-Adressen. Das ist auch Franz Beckenbauer nicht entgangen. "Ich denke schon, dass Favre die Autorität auch bei einer Mannschaft wie Bayern hätte", spekulierte der Kaiser bereits 2012 in der Sport Bild. Für ihn grenzte die Arbeit Favres auf dem Bökelberg "an Zauberei".

Rummenigge-Lob: "Fußball-Verrückter"

Den größten Befürworter bei den Roten hätte Favre aber wohl in Karl-Heinz Rummenigge. Zwischen 1987 und 1989 lief das Offensiv-Duo gemeinsam für Servette Genf auf. Auf Auswärtstouren teilten sie das Zimmer, der Kontakt ist nie abgebrochen. "Favre ist mir fast auf die Nerven gegangen, weil er immer nur über Fußball reden wollte", frotzelte Bayerns Vorstands-Boss einst.

FCB während der Wiesn kaum zu knacken

Doch Favres Art erfreut Rummenigge noch immer: "Er ist ein Fußball-Verrückter im Positiven." Eben wie Guardiola. Was den Schweizer eigentlich zum idealen Nachfolger des Bayern-Trainers machen würde - wenn er denn neun Monate ohne Fußball schadlos übersteht...

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