Lucio warnt: "Das ist gefährlich"

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Lucio zeigte sich auch gegen den VfL Wolfsburg voller Einsatzfreude.

Vieles ist besser beim FC Bayern, aber es ist noch lange nicht alles gut.

Nach den Siegen in Karlsruhe und gegen Florenz haben die Klinsmänner beim 4:2 gegen Wolfsburg ihren Aufwärtstrend untermauert. „Die Bayern haben wieder eine positive Tendenz. Man hat wieder das nötige Schlachtenglück, das man braucht“, sagt Bayern Ex-Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld bei Premiere.

FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg: Die Spieler in der Einzelkritik

FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg: Die Spieler in der Einzelkritik © 
Michael Rensing: Hielt den nächsten Unhaltbaren. Strahlt immer mehr Souveränität aus und wird auch im Herauslaufen immer aggressiver und entschlossener. Note: 2 © dpa
Massimo Oddo: Raus nach 45 Minute. Zu recht. Hatte einen ganz schlechten Tag gegen Wolfsburg. Viele Stockfehler. Im sonst starken Offensivspiel eine Enttäuschung. Note: 5 © dpa
Tim Borowski: Er brachte die Wende. Bewies großen Willen, rannte mehr als in allen bisherigen Spielen zusammen und traf dann auch noch mit einem knackigen Direktschuss. Note: 2 © fishing4
Lucio: Querschläger, überhastete Aktionen, Ballverluste. Eigentlich ist Lucio für so etwas nicht bekannt. Gegen Wolfsburg gelang ihm nichts. Note: 5 © dpa
Demichelis: Nicht ganz so stark wie sonst. Ließ sich etwas von Lucios Aussetzer anstecken, war aber trotzdem noch eine klasse besser. Note: 4 © dpa
Christian Lell: Wechselte zur Halbzeit von links auf seine etatmäßige rechte Seite. Machte dort dann auch ein besseres Spiel. In Halbzeit eins nicht überzeugend, danach besser und sicherer. Note: 4 © dpa
Zé Roberto: Es ist immer dasselbe. Zé spielt wie aus einem Guss. Egal auf welcher Position. Klinsi stellte ihn in Halbzeit zwei auf die linke Verteidigerposition. Egal. Zé machte es auch dort allererste Sahne. Note: 2 © fishing4
Mark van Bommel: Der Kapitän trifft und zeigt das er unverzichtbar ist. Im Mittelfeld spielte er seine Erfahrung aus. Spielte hart aber fair und peitschte die Mitspieler immer wieder an. Gutes Auge. Tolles Verständnigs sowohl mit Zé als auch mit Borowski. Note: 2 © fishing4
Bastian Schweinsteiger: Er hat kapiert, dass zum Fußball auch das Kämpfen gehört. Und schoss dann auch noch ein Tor. Note: 3 © dpa
Franck Ribery: Noch nicht ganz der Alte, läutete aber mit seinem Tor die Aufholjagd ein und spielte einige kluge Pässe. Note: 3 © Sampics
Miro Klose: Hängte sich ziemlich rein, blieb aber ohne Tor. Seine drei Tor-Vorlagen waren eigentlich von ihm vergebene Chancen. Trotzdem Note: 3 © Sampics
Lukas Podolski:Kam irgendwie nicht ins Spiel. Er rannte uns ackerte, torgefährlich war er aber nicht. Erste Chance auf eine Stammplatz vertan. Note: 4 © Sampics
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Auffällig bleibt jedoch das Defensiv-Manko. Ausgerechnet das Paradestück der letzten Saison. Massimo Oddo wurde nach einer unterirdischen ersten Hälfte ausgewechselt, Lucio und Demichelis machten als Paar nicht den sichersten Eindruck.

„Massimo hatte einfach einen schlechten Tag. Dass wir viele Prob- leme hatten im Spiel nach hinten, da brauchen wir ja gar nicht drüber zu reden. Das haben wir sehr deutlich von der Bank aus gesehen. Ich denke, dass wir im Moment nicht im Stande sind, in der Rückwärtsbewegung kompakt zu arbeiten“, mahnte Jürgen Klinsmann an. Gegen Wolfsburg kassierte Bayern wieder zwei Gegentreffer. 15 sind es bereits nach neun Liga-Spielen. „Wenn man so viele Gegentore kriegt und so viele Chancen zulässt, muss man was tun. Das war ja gegen Florenz auch schon so. Wir müssen nicht andere Spieler holen, sondern eine andere Einstellung zeigen. Da muss man sich mehr reinhängen, der Gegner hatte einfach zu viel Raum“, klagt Uli Hoeneß.

Einen schwarzen Tag erwischte Lucio. Der Brasilianer geht hart mit sich ins Gericht. „Natürlich bin ich mit meiner Leistung unzufrieden. Es ist schwer, zwei Gegentore zu kassieren und gut gelaunt zu sein. Defensiv haben wir nicht gut gespielt. Das ist gefährlich. Das Wichtige ist, dass wir wissen, dass wir nicht gut spielen. So geht das nicht“, gibt Lucio gegenüber der tz zu.

Dafür läuft es in anderen Mannschaftsteilen richtig rund. Zé Roberto und Mark van Bommel glänzen wieder wie im letzten Jahr und krönen ihre Leistung durch Tore. Schweinsteiger überzeugt seit Wochen und Keeper Michael Rensing wird zum nötigen Rückhalt. Seit drei Spielen bilden Kapitän van Bommel und Zé Roberto wieder das zentrale Mittelfeld. Ergebnis: drei Siege, zweimal zu null. „Das war letztes Jahr schon gut und wäre es auch im nächsten. Das sieht man doch allein schon an Zé“, sagt van Bommel. Und sein kongenialer Partner geht noch weiter. „Mark und ich sind das pefekte Paar. In der Liga sowie in Europa gibt es nicht viel Besseres“, schwärmt Zé im tz-Gespräch. Selbst als Klinsmann ihn auf die linke Verteidiger-Position stellte, war Zé nicht zu stoppen. Das Mittelfeld-Duo ist zusammen 65 Jahre alt. Spielen sie auch noch nächstes Jahr beim Rekordmeister?

„Abwarten. Ich will mich jetzt auf den Sport konzentrieren. In der Winterpause haben wir etwas Urlaub und können uns dann in Sachen Zukunft zusammensetzen“, so Zé.

Die Bosse schwärmen…

„Eines ist klar, so wie der jetzt im Moment spielt, das ist Wahnsinn. Der Zé Roberto ist ein Spieler, der erst im Frühjahr über seine Zukunft entscheidet. Bevor der irgendwas anderes macht, wird er mit uns reden. Da werden wir sicherlich eine vernünftige Lösung finden“, sagt Manager Hoeneß. Und Jürgen Klinsmann adelt den Brasi gegenüber der tz: „Zé spielt einfach sensationell. Sein Wert ist für uns unbeschreiblich.“ Getragen wird der Positivtrend auch von Bastian Schweinsteiger und Michael Rensing. „Er hat immer mehr Selbstvertrauen, er wird ruhiger und das wird sich von Spiel zu Spiel verbessern. Wenn er in jedem Spiel nur unhaltbare Tore bekommt, dann wird die Diskussion bald zu Ende sein. Am besten sind natürlich gar keine Tore“, sagt Hoeneß in Bezug auf die Nr. 1. Bei Schweinsteiger sind sich die Experten einig. Er ist in Bombenform. „Er ruft jetzt das Potenzial ab, das er schon immer hatte. Bastian war schon immer ein geheimer Leistungsträger. Er hat noch einen Sprung gemacht“, attestiert Hitzfeld.Und Schweini selbst gesteht: „Ich fühle mich seit Monaten körperlich in guter Form. Ich konnte relativ gut trainieren. Das zahlt sich jetzt in der Leistung aus.“

Die Zeit spielt Bayern in die Karten. Wenn sie es jetzt noch schaffen, hinten so gut zu stehen, wie sie vorne treffen, kann sich die Liga warm anziehen…

Mario Volpe, Jan Janssen

Quelle: tz

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