Luiz Gustavo: Der Held kennt Bayern-Dusel nicht

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Luiz Gustavo bejubelt seinen Siegtreffer im Spiel gegen den VfL Wolfsburg.

München - Luiz Gustavo ist der Matchwinner vom Last-Minute-Sieg der Bayern beim VfL Wolfsburg. Nach dem Spiel überrascht der brasilianische Mittelfeldspieler mit einem Geständnis.

Bei seinen Kollegen dürfte Luiz Gustavo erst mal einen gut haben…Zumindest dürfte sein Präzisionsschuss dazu beibetragen haben, dass die Stammspieler am Montag die Füße hochlegen konnten. Jupp Heynckes gab den Gewinnern von Wolfsburg kurzfristig frei. In letzter Sekunde zirkelte der Brasilianer den Ball mit links ins linke Eck – und sorgte für kollektives Durchatmen bei Spielern und Verantwortlichen. „Diese drei Punkte waren sehr wichtig für die Mannschaft. Jeder Spieler hat auf dem Platz für den Sieg gekämpft“, erklärte der Matchwinner. „Wir sind eine sehr gute Truppe, wir werden noch viele Siege holen. So muss es weitergehen.“ 

Ultimativer Vergleich: Aktive gegen Ex-Bayern - Wer ist besser?

Der FC Bayern war die Heimat für viele großartige Fußballer. Die derzeitige Mannschaft schaffte in der Saison 2010/11 jedoch nur den 3. Platz und musste in der CL bereits im Achtelfinale die Segel streichen. Viele kritisieren deshalb die Transferpolitik des FCB, die zuletzt viele leistungsstarke Akteure ziehen ließen, ohne gleichwertigen Ersatz zu holen. Spielen die besseren Bayern also mittlerweile bei anderen Vereinen? Wir schicken die jetzigen Bayern ins Duell gegen die Abgänge auf ihren jeweiligen Positionen, die immer noch aktiv spielen - ein fiktives Eins-gegen-Eins. © dpa
Michael Rensing bewies beim 1.FC Köln mit überzeugenden Leistungen und starken Paraden, dass er ein guter Keeper ist. Der 27-Jährige erhielt bei den Geißböcken deshalb  einen Vertrag bis 2013. Sein Kontrahent... © dpa
...Hans-Jörg Butt wurde zwischenzeitlich Opfer der van Gaal'schen Machtspielchen und durch Thomas Kraft ersetzt. Der Routinier strahlt jede Menge Ruhe aus und ist immer noch kein altes Eisen. Der Punkt geht an Butt, da er durch seine Erfahrung der wackligen Bayern-Defensive Stabilität gibt und mit dem Druck bei den Münchnern besser umgehen kann als Rensing. 1:0 für die jetzigen Bayern. © getty
Mats Hummels kam in seiner Zeit bei den Bayern nicht über 39 Bundesliga-Minuten hinaus. Jetzt ist er frisch gebackener Meister mit Borussia Dortmund. Er trug maßgeblich dazu bei, dass die Schwarz-Gelben lediglich 22 Gegentore kassierten, denn er spielte eine überragende Saison in der Innenverteidigung -im Gegensatz zu... © dpa
...Holger Badstuber. Der erlebte eine eher durchwachsene Spielzeit, hatte besonders in der Champions League gegen Inter Mailand große Probleme. Auch in der Liga zeigte er einige schwache Spiele und ließ die Konstanz aus seiner Premieren-Saison vermissen. Er war deshalb auch nicht mehr automatisch gesetzt. 1:1. © dpa
Lucio warf mit Inter Mailand die Bayern aus der Champions League und bezwang seine Ex-Kollegen letztes Jahr im Finale. Der Brasilianer mit dem roten Herz spielt immer noch auf Weltklasse-Niveau. © dpa
Dieses hat Daniel van Buyten nie erreicht. Der Belgier ist einfach zu unbeweglich und zu behäbig, was im CL-Finale 2010 besonders schwer zu tragen kam. Trotz Van Buytens Offensiv-Qualitäten macht eindeutig der Brasilianer den Punkt. 2:1 für die Ex-Bayern. © dpa
Der jetzige Hamburger ist zwar kein gelernter linker Verteidiger, aber überall auf dem Feld stark in der Balleroberung. Und gerade wenn er seine zentrale Position verließ, um zu Franck Ribéry auf die Außenbahn zu stoßen, brillierte Zé Roberto im Zusammenspiel mit dem Franzosen. © dpa
Das klappte in dieser Saison auch bei Daniel Pranjic immer besser. Der Kroate steigerte sich im Vergleich zur Vorsaison und spielte - wenn er denn mal spielte - links hinten eine solide Runde. Dennoch geht der Punkt an den feinen Techniker aus Brasilien. 3:1 für die Ehemaligen. © dpa
Viele hatten befürchtet, er würde nach der Champions-League-Schmach im April 2009 im Camp Nou immer noch nach Lionel Messi suchen. Doch Christian Lell (r.) spielt mittlerweile bei der Berliner Hertha, wo er sich zum Führungsspieler entwickelte und nach der Verletzung von Andre Mijatović sogar die Kapitänsbinde trug. Lell spielt mit dem Hauptstadtclub nächste Saison wieder erstklassig. © dpa
Im Oberhaus trifft er auch auf Philipp Lahm. Der Bayern-Kapitän und Dauerbrenner fand 2011 nahezu zu alter Stärke zurück und trug vor allem am Ende der Saison maßgeblich zum Erreichen der CL-Quali bei. Lahm verkürzt auf 2:3. An seine Klasse kommt Lell bei Weitem nicht heran. © dpa
Alou Diarra, Kapitän von Girondins Bordeaux, schaffte es bei den Bayern nicht, sich bei den Profis zu etablieren, machte nur 42 Spiele für die Bayern- Reserve. Der athletische Sechser hat mittlerweile einen Marktwert von 13 Millionen Euro, gewann in der Saison 2009/10 mit Bordeaux zwei Mal gegen die Münchner in der CL-Gruppenphase. © dpa
Bastian Schweinsteiger hat mittlerweile einen Marktwert von 40 Millionen Euro, reifte unter van Gaal zum Weltklassespieler in der Schaltzentrale des FC Bayern. Trotz fehlender Konstanz in der laufenden Saison gleicht er für die jetzigen Bayern aus. 3.3. © dpa
Mark van Bommel wechselte zur Winterpause nach Mailand und wurde mit den Rossoneri prompt italienischer Meister. Auch in der Serie A zeigte er, warum er als aggressiver Staubsauger vor der Abwehr so immens wichtig ist. © dpa
Anatoli Timoschtschuk war unter Andries Jonker endlich auf der Sechser-Position gesetzt und zeigte am Ende der Saison seine Qualitäten. Nicht ganz so rau im Zweikampf wie van Bommel, dafür mit besserer Technik. Der Ex-Kapitän überzeugt jedoch durch seine Führungsqualitäten: 4:3 für die Ex-Bayern. © dpa
Piotr Trochowski spielte sich beim HSV in die Nationalelf. Duelle gegen Sergio Busquets und Andres Iniesta hat er künftig öfter. Er geht zum FC Sevilla. Vielleicht ein Schritt, der seine zuletzt stagnierende Karriere wieder aufleben lässt. © dpa
Trochowski konnte für die Bayern nie so wertvoll werden wie Franck Ribéry. Auch wenn König Franck nicht mehr ganz so stark ist wie in seiner ersten Bayern-Saison, kann er immer noch für spielentscheidende Momente sorgen. 17 Bundesliga-Assists sind eine klare Ansage. 4:4. © dpa
Lukas Podolski kehrte nach meist enttäuschenden Leistungen bei den Bayern zu seiner großen Liebe, dem Kölner Eff-Zeh, zurück. 2010/11 konnte er dort endlich der erhoffte Leistungsträger werden: 13 Tore und acht Vorlagen trug er zum Klassenerhalt bei. © dpa
Das reicht aber nicht, um Arjen Robben das Wasser zu reichen: 12 Tore und 10 Assists in nur 14 Ligaspielen. Leider beweisen die lediglich 14 Spiele auch seine Verletzungsanfälligkeit. In dem Duell gegen die aktiven Ex-Bayern steht er allerdings auf dem fiktiven Platz und bringt die aktuelle Mannschaft in Führung: 5:4. © dpa
Neun Tore steuerte Claudio Pizarro in 22 Spielen bei und rettete den Bremern dadurch den Klassenerhalt. Mit 142 Toren ist er der treffsicherste Ausländer der Bundesliga-Geschichte. Der Peruaner ist eben ein echter Knipser,... © dpa
...was man allerdings auch über Thomas Müller sagen kann. 12 Tore, 13 Vorlagen in der oft schwierigen zweiten Saison. Der erst 21-Jährige ist wie damals Pizarro ein absoluter Publikumsliebling, auch aufgrund seiner einzigartigen und teilweise unkonventionellen Spielweise. Punkt für Müller: 6:4.  © dpa
Luca Toni traf für seinen derzeitigen Club Juventus Turin nur zwei Mal in 15 Spielen. Der Ohrschrauber findet wie schon in seiner letzten Spielzeit bei den Bayern nicht mehr zu seiner alten Stärke zurück. © dpa
Mario Gomez wurde Torschützenkönig mit 28 Treffern und war für die Bayern in insgesamt 61 Ligaspielen 38 Mal erfolgreich. Toni gelang die selbe Anzahl bei einem Spiel weniger. Dennoch: Gomez kommt ins Rollen, Toni ist auf dem absteigenden Ast. 7:4 für die jetzigen Bayern. © dpa
Der Sieg für die aktiven Bayern fällt mit 7:4 zwar relativ klar aus. Die Ausgänge der einzelnen Duelle zeigen jedoch auch deutlich, dass die Lücken in der Defensive, die Spieler wie Lucio oder Zé Roberto hinterlassen haben, nicht adäquat geschlossen werden konnten. Der neue Trainer Jupp Heynckes will das gemeinsam mit den Bayern-Bossen in diesem Transfersommer ändern. © dpa

Vom Bayern-Dusel wollte der neben dem Platz zurückhaltende ehemalige Hoffenheimer nichts wissen – weil ihm das Wort bis Samstag schlicht und einfach nicht geläufig war. „Das Wort kenne ich nicht. Aber klar ist, dass eine gute Mannschaft auch Glück haben muss.“ Das Tor krönte eine perfekte Woche: Am Mittwoch debütierte der Mittelfeld-Abräumer in der brasilianischen Nationalmannschaft, am Samstag erzielte er den ersten Treffer der Saison, typisch bayerisch, in letzter Sekunde. Und zumindest vom berühmten Bayern-Gen hat Gustavo schon einmal etwas gehört. Darauf angesprochen meint der Mittelfeldmann: „Ich will immer gewinnen, ich bin kein Verlierertyp. Ich will jeden Tag mein Bestes geben.“

Den ersten Volltreffer gab’s für Gustavo am Samstag bereits nach sieben Minuten. Allerdings war der ziemlich schmerzlich: Rafinha knallte ihm den Ball aus kürzester Distanz ins Gesicht, Gustavo musste lange behandelt werden. Danach zielte er dreimal aufs Tor der Wolfsburger. „Einmal nach ganz oben, einmal geblockt, einmal drin“, bilanzierte der Defensivspezialist lächelnd.

Den Kampf um den Platz an der Seite Bastian Schweinsteigers hat er gewonnen. Wie gegen Gladbach musste Konkurrent Anatoli Timoschtschuk über 90 Minuten zuschauen. „Es ist immer gut, das Vertrauen des Trainers zu spüren. Wichtig ist, dass ich jeden Tag meine Arbeit auf dem Platz mache. In jedem Training, in der Sekunde“, sagt Gustavo, „vielleicht ist das das Geheimnis“.

Doch was fehlt der Bayern-Elf noch, damit die Gegner auch wieder dominiert werden, Angst vor dem Rekordmeister haben? „Ich glaube, das kommt von allein. Wir sind eine sehr gute Mannschaft. Wir müssen nur ruhig bleiben, arbeiten. Dann haben die anderen Angst“, meint Gustavo. „Wir sind auf einem sehr guten Weg.“ Und die Ex-Kollegen versüßten ihm noch den Samstag. „Ich habe es gehört. Auch als ich in Hoffenheim war haben wir immer gut gegen Dortmund gespielt“, erklärte er zum Überraschungserfolg über den deutschen Meister, „Danke an die alten Kollegen…“

ta

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