Bestechungsversuche im Fußball

„Mafia-Methoden“: Ex-Bayern-Scout packt aus

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Auch Real-Star Luka Modric sei dem schwedischen Talentsichter auf krumme Weise angeboten worden. 

Der schwedische Talentsichter Björn Andersson arbeitete 22 Jahre lang für den FC Bayern. In einem Interview packt er über die kriminellen Geschäfte in der Fußballwelt aus.

Jahrelang hat der schwedische Talentscout Björn Andersson geschwiegen. In einem Interview mit dem Fußballportal Lundh spricht der einstige Angestellte des FC Bayern über krumme Geschäfte in der nach außen hin oftmals so sauber und makellos scheinenden Fußballwelt. „Das sind Mafia-Methoden“, zitiert ihn das Magazin 11Freunde, das den Podcast übersetzt hat.

Was Andersson meint, sind die unmoralischen Angebote, die ihm während seiner aktiven Zeit beim deutschen Rekordmeister von einigen Spielerberatern gemacht wurden. „Ich selbst habe mehrfach Geld angeboten bekommen, falls ich diesen oder jenen Spieler zu Bayern bringen würde“, soll Andersson laut 11Freunde gesagt haben.

Andersson: „Könnte einige Häuser in Kroatien besitzen“

Hinter den Bestechungsversuchen stecken angeblich Agenten, die durch entsprechende finanzielle Anreize versuchten, der Karriere ihrer Klienten auf die Sprünge zu helfen - und damit am Ende selbst eine ordentliche Provision einzustreichen.

Andersson selbst sei laut eigener Aussage nie auf derartige Angebote eingegangen: „Ich könnte heute so einige Häuser an der kroatischen Küste besitzen. Zum Glück bin ich aber nie auf solche Touren eingestiegen. Denn sonst wäre ich ein Verbrecher.“

Auch viele Stars wurden Andersson angeboten

Dem Schweden wurden im Laufe seiner Karriere auch einige namhafte Akteure angeboten. Andersson listete folgende Stars auf: Luka Modric (heute Real Madrid), Vedran Corluka (früher u.a. bei Manchester City) und Eduardo Silva (FC Arsenal). Pikant: Alle drei Spieler haben eine Vergangenheit beim kroatischen Topklub Dinamo Zagreb.

Für Anzeigen fehlten die Beweise

Angezeigt habe Andersson die Bestechungsversuche übrigens deshalb nicht, weil ihm dafür letztlich die eindeutigen Beweise fehlten. Die meisten der unmoralischen Angebote wurden dem Schweden nämlich mündlich übermittelt.

Johannes Heininger

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