tz-Kolumne

Magath: Darum hat Bayern mit 0:0 gegen Dortmund gewonnen

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Für die tz analysiert Kolumnist Felix Magath (62) immer montags die Lage im deutschen Fußball.

München - Für die tz ­analysiert ­Kolumnist ­Felix Magath (62) immer montags die Lage im deutschen ­Fußball. Er erklärt: Darum hat der FC Bayern mit 0:0 gegen Dortmund gewonnen.

Arjen Robben (r) und Philipp Lahm gehen nach dem Spiel vom Platz.

Ein paar Tage träumten die Fußball-Fans von einem neuen, spannenden Meisterschaftskampf. Das Spitzenspiel endete zwar unentschieden, der Gewinner des 0:0 war jedoch der FC Bayern. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass Dortmund in den restlichen neun Spielen noch zwei Siege mehr schafft als die Münchner. Damit ist die Spannung zwar wieder raus aus dem Titelrennen, doch die 90 Minuten am Samstagabend hatten es dafür in sich. Denn in diesem Spiel haben die Zuschauer endlich richtigen Wettbewerb erlebt, ein echtes Fußballspiel. Die Bayern hatten die klareren Chancen, aber auch die Dortmunder haben auf Torerfolg gespielt, das war wohltuend. Denn meistens beschränken sich die Bayern-Gegner auf das bloße Verteidigen, verbunden mit der Hoffnung auf einen glücklichen Konter. Gegen den BVB waren die Bayern richtig gefragt, vor allem geistig. Bei den schnellen Stürmern Reus und Aubameyang muss eine Abwehr immer aufmerksam sein und darf diesen Spielern keinen Raum lassen.

FC Bayern München und Borussia Dortmund: Auf Augenhöhe sind beide Mannschaften noch nicht

Dennoch: Auf Augenhöhe sind beide Mannschaften noch nicht. Der BVB hat die Bayern zwar gefordert, das lag aber vor allem daran, dass diese noch nicht wieder in der Herbst-Verfassung sind. Zum einen fehlen wichtige Spieler wie Jerome Boateng, zum anderen muss der in der Hinrunde gefeierte Douglas Costa auch mal in einem Spitzenspiel Entscheidendes zeigen. Generell war immer klar, dass sich die Klasse eines Spielers nicht in Partien gegen kleinere Gegner zeigt sondern in Duellen mit Mannschaften auf Augenhöhe. Da hat er in Dortmund noch nicht den Unterschied ausgemacht. Aber gegen Juventus Turin kann er jetzt mal etwas Besonderes zeigen.

Hinter Bayern und Dortmund klafft in der Liga jedoch eine große Lücke. Das dokumentiert nicht nur der Punktevorsprung in der Tabelle. Auf dieses Niveau kommen die anderen Mannschaften nicht. Das Wahnsinnige ist nur, dass trotzdem noch ein halbes Dutzend Teams auf die Champions League hoffen können.

Noch ein Wort zur Aufregung um die absichtlichen Gelbsperren von Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz. Es gibt Regeln im Fußball, die müssen von den Spielern eingehalten werden, aber auch vom DFB. Als Profi muss ich Regeln natürlich befolgen, aber ich darf diese auch nutzen. Der Spieler darf nun nicht bestraft werden, weil er naiv und ehrlich ist, indem er sein Motiv dummerweise vor der Kamera ausplaudert. Aber regelkonform ist es halt. Eher sollte man einem Schiedsrichter die Möglichkeit geben, solche gewollten Verwarnungen nicht aussprechen zu müssen. Ich halte ohnehin nichts davon, Spiele absichtlich herzuschenken oder auf diese Weise beeinflussen zu wollen, indem man Sperren gegen Bayern absitzt.

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