Freundschaftsdienst oder nicht?

Makler-Streit um Boatengs Haus: Jetzt wird’s schmutzig

München - Im Streit zwischen Jerome Boateng und seinem ehemaligen Spetzl Alexander von Barkenstein gab es am Mittwoch vor Gericht keine Einigung. Schlimmer noch, es wurde schmutzige Wäsche gewaschen.

Früher waren sie Freunde, heute streiten sie vor Gericht – und reden nur über ihre Anwälte miteinander. Dennoch konnten sich FC-Bayern-Fußballer Jérôme Boateng (28) und Makler Alexander von Barkenstein noch nicht einigen. Ihr Gütetermin am Landgericht blieb am Mittwoch ohne Ergebnis. Stattdessen wurde schmutzige Wäsche gewaschen.

Makler Alexander von Barkenstein (Mitte) mit seinem Anwalt Axel Anker (li.).

„Unsere Kinder gehen gemeinsam in den Kindergarten. Ihnen werden unschöne Dinge über uns erzählt“, sagte der Makler vor dem Landgericht. Dort versucht er sein Honorar einzuklagen: 300.000 Euro fordert von Barkenstein von Boateng, weil er dem Star-Kicker eine Villa in Grünwald vermittelt hatte. Und: Weil er den Kaufpreis sogar um 500.000 Euro heruntergehandelt hatte. „Dafür sollst du etwas bekommen, das steht fest“, schrieb Boateng zum Dank. Was genau: Das blieb offen. Erst am 18. Mai 2016 wurden Art und Höhe der Entlohnung festgelegt: Laut Vertrag sollte der Makler 250.000 Euro plus Mehrwertsteuer erhalten. Boateng willigte ein. Aber später stellte er die Vereinbarung in Zweifel – und wollte nicht zahlen.

Boateng-Vertreter: „Es handelte sich um einen Freundschaftsdienst“

„Das tut man nicht als Geschäftsmann“, sagte Anwalt Axel Anker. „Es handelte sich um einen Freundschaftsdienst“, rechtfertigte Boateng-Vertreter Hans Thomas Rosenkranz. Dem Richter erschloss sich das nicht. „Warum sollen nicht auch Freunde Geschäfte miteinander machen?“ Seiner Ansicht nach war das Honorar aber „kein Freundschaftspreis“: „Ich wäre auch enttäuscht über so eine Forderung gewesen.“

Berater Christian Nerlinger.

Dennoch hätte Boateng ausreichend Fachkenntnis gehabt, um den Vertrag zu verstehen: „Die Zahlen waren brettlbreit aufgelistet“, sagte der Richter. Er schlug deshalb einen Vergleich vor – und verwarf die ursprüngliche Forderung des Maklers als unangemessen. „Mit 220.000 Euro wäre ich auch einverstanden. Um diese Sache zu beenden“, sagte von Barkenstein. Aber der Boateng-Anwalt lehnte ab. Jetzt steht die Summe von 185.000 Euro im Raum. Bis 1. Februar können beide darüber beraten.

Dann will Boateng nach Schulterverletzung wieder auf dem Rasen für Schlagzeilen sorgen. „Sein Heilungsverlauf läuft wie geplant“, sagte Berater Christian Nerlinger. Am Gericht fehlte Boateng am Mittwoch. Begründung: andere Termine.

Andreas Thieme 

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Rubriklistenbild: © dpa

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