"Ich habe eine andere Verabredung"

Zoff mit Eichin: Kein Treffen mit den Bossen

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Werder-­Manager Thomas Eichin und FC-Bayern-Star Franck Ribéry.

München - Werder Bremens Manager Thomas Eichin gab nach der Sammer-Attacke zu bedenken, dass Ribéry diese Saison schon fünfmal vom Platz hätte fliegen müssen. Als Kritik am FC Bayern will er das aber nicht verstanden wissen.

Das Duell ist schon in vollem Gange, dabei wird die Partie des FC Bayern bei Werder Bremen erst am Samstagnachmittag angepfiffen. Nachdem Werder-Manager Thomas Eichin die Schiedsrichter aufgefordert hatte, den Respekt vorm FCB abzulegen, lederten die Bayern-Bosse los. „Das war natürlich viel Blödsinn, den er da von sich gegeben hat“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge zu den Eichin-Aussagen: „In der Schule hätte ich gesagt: ,In die Ecke und schämen!’“

Matthias Sammer ging sogar noch einen Schritt weiter. „Wahrscheinlich hat er zwischendurch mal einen Puck an den Kopf bekommen und das sind jetzt die Spätfolgen“, meinte der Sportvorstand in Anlehnung an Eichins Zeit als Geschäftsführer beim Eishockeyklub Kölner Haie. Vor dem Nord-Süd-Duell ist ordentlich Feuer drin.

Eichin: Franck Ribéry hätte in dieser Saison schon fünfmal vom Platz fliegen müssen

Die Bayern sind am Samstag (15.30 Uhr, Sky) klarer Favorit, doch zumindest verbal sind die Bremer auf Augenhöhe mit dem Branchenprimus. Eichin konterte die Sammer-Vermutung am Donnerstag auf der Pressekonferenz der Hanseaten mit Humor: „Ich habe wirklich mal einen Puck gegen den Kopf bekommen. Der Arzt sagt, es könnte tatsächlich Folgeschäden gegeben haben.“ Klein beigeben will Werders Manager in der Diskussion aber keineswegs. „Die heftige Reaktion zeigt doch, dass etwas Wahres dran ist“, sagte er dem kicker und versteht die große Aufregung nicht: „Wir müssen doch mal die Kirche im Dorf lassen. Hundert andere haben es vor mir thematisiert, in diversen Interviews.“ Eichins Vorwürfe: Pep Guardiola könne an der Seitenlinie machen, was er wolle, und Franck Ribéry hätte in dieser Saison schon fünfmal vom Platz fliegen müssen, andere kritisierten die Elfmeterentscheidung in Hannover für die Bayern. Unterstützung erhielt Eichin von seinem Aufsichtsratsmitglied Willi Lemke. Der 68-Jährige sagte der tz: „Ich möchte Thomas Eichin gar nicht widersprechen. Er hatte ja vor allem unsere Spieler und die Schiedsrichter aufgefordert übergroßen Respekt abzulegen. Ob einige Bayern-Spieler hier und da zu glimpflich davongekommen sind, kann ich nicht sagen.“

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Zumindest Ribéry wird die Bremer Gemüter am Samstag nicht erhitzen, der Franzose fällt verletzungsbedingt aus. Eichin betonte am Donnerstag jedoch noch mal, dass er nicht den FCB kritisiert habe. Seine Aussagen seien vielmehr an die Unparteiischen und deren Umgang mit den Bayern gerichtet gewesen. Eine Menge Arbeit wartet also auf Schiri Thorsten Kinhöfer. Der 46-Jährige aus Herne zählt zu den erfahrensten Referees der Bundesliga, nach der Saison scheidet er aus Altersgründen aus.

Übrigens: Ein gemeinsames Treffen der Bosse vor dem Spiel wird es am Samstag nicht geben. „Ich habe eine andere Verabredung“, meinte Eichin. Auch Rummenigge hatte zuvor bereits erklärt, nach dem verbalen Schlagabtausch keinen Klärungsbedarf zu sehen. „Nein, es gibt nichts zu besprechen“, betonte der 59-Jährige. Er hat seine ganz eigene Idee, Eichin verstummen zu lassen: „Die größte Bestrafung ist gewinnen.“

sw

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