ManCity: Champions-League dank Milliarden-Scheich

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Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan aus Abu Dhabi hat Manchester City mit seinen Milliarden-Investitionen auf die Erfolgsspur gebracht.

Manchester - Er hat die Mittel, um die europäische Fußball-Elite aufzumischen. Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan aus Abu Dhabi ist Multimilliardär und Fußballfan.

Vor drei Jahren kaufte er den englischen Premier-League-Klub Manchester City, damals nicht mehr als Mittelmaß. Jetzt greift er nach Europas Krone. Denn die Ziele der neureichen “Citizens“ sind so unbescheiden wie das Vermögen ihres Scheichs: “Hier soll der beste Klub der Welt errichtet werden“, sagte Mittelfeldspieler Nigel de Jong dem “Stern“. Im Champions-League-Duell am Dienstag mit Bayern München will der englische FA-Cup-Sieger seine Ansprüche untermauern.

Bayern-Gegner im Portrait: Drei richtig schwere Brocken

Die Bayern haben Bei der Auslosung für die Gruppenphase eine Hammergruppe erwischt. © dpa
Der schwerste Gegner ist der Ex-Club von Jerome Boateng, Manchester City. Das Team von Trainer Roberto Mancini erreichte vergangene Saison in der Premier League Platz 3. © dpa
In der ersten Reihe bei City spielt der ehemalige Torschützenkönig der Bundesliga, Edin Dzeko. © dpa
Die "Citizens" tragen ihre Spiele im Etihad Stadium aus. Die erst 2003 eröffnete Arena fasst knapp 47.000 Zuschauer. © AP
Unangefochtener Star des Teams ist Carlos Tevez mit einem Marktwert von 40 Millionen Euro. © dpa
Der zweite Star neben Tevez ist Sergio Aguero. © Getty
Der zweite Bayern-Gegner ist der SSC Neapel. Das Team um Star Edinson Cavani erreichte in der vorherigen Spielzeit den dritten Platz in der Serie A. © Getty
Neu im Team: Bayern-Schreck Goran Pandev, der auf Leihbasis von Inter kam. Pandev hatte beim Achtelfinalaus der Münchner gegen den Champions-League-Sieger von 2010 im vergangenen März den entscheidenden 3:2-Siegtreffer im Rückspiel erzielt. © Getty
Der Trainer des 1926 gegründeten Traditionsvereins ist Walter Mazzari, Nachfolger von Roberto Donadoni. Die Mannschaft trägt ihre Spiele im knapp 60.000 Zuschauer fassenden Stadio San Paolo aus. © dpa
Auch hinter dem SSC Neapel steht ein finanzkräftiger Geldgeber: Filmproduzent Aurelio De Laurentiis übernamm 2004 die Geschäfte bei dem insolventen Verein und ist dort gleichzeitig Präsident. © dpa
Der vierte Verein in der Champions-League-Gruppe A ist der FC Villareal. Jupp Heynckes machte in der vergangenen Saison schon seine Erfahrungen mit dieser Mannschaft, als er mit Bayer Leverkusen im Achtelfinale der Europa League gegen die Ostspanier ausschied. © Getty
Trainiert wird Villareal von Juan Carlos Garrido. In der Königsklasse erreichte das Team in der Saison 2005/06 das Halbfinale. © dpa
Star des Teams ist der Italiener Giuseppe Rossi. Der gebürtige US-Amerikaner schoss sein Team letzte Saison bis ins Halbfinale der Europa-League. © dpa
Das Stadion des letztjährigen Tabellenvierten der Primiera Division ist vergleichsweise klein: Nur 22.000 Plätze bietet das El Madrigal. © Getty
Kapitän des Teams ist Marcos Senna, der 2008 Europameister mit Spanien wurde. © Getty
Villareal setzte sich in den Playoffs gegen Odense BK mit dem Ex-Münchner Stefan Wessels durch. © Getty

Mehr als eine Milliarde Euro pumpte Al Nahyan, dessen in Abu Dhabi herrschender Familienclan sein Geld mit Öl verdient, seit September 2008 nach Manchester. Er investierte ins Scouting-System, das Trainingsgelände und vor allem in die Mannschaft. So wurden vor der Saison mehr als 80 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Allein für den argentinische Nationalstürmer Sergio Agüero zahlten die “Hellblauen“ mehr Geld an Atletico Madrid, als der FC Bayern München für sämtliche Sommer-Transfers.

“Natürlich verdient man gut hier“

Der 23-jährige Schwiegersohn von Diego Maradona war den Engländern rund 45 Millionen Euro wert. Und nicht nur bei den Transfersummen zeigt sich der heranwachsende Riese spendabel. Um glanzvolle Namen in die unglamouröse Arbeiterstadt zu holen, lockt der Klubeigentümer mit üppigen Gehältern. Wochensalärs von über 200.000 Euro für Spieler wie den 24-jährigen Franzosen Samir Nasri sollen keine Seltenheit sein. Auch den ehemaligen Hamburger Nigel de Jong zog es aus diesem Grund 2009 nach Manchester: “Natürlich verdient man gut hier. Niemand der ehrlich ist, sagt, dass er hierherkommt, nur um Titel zu gewinnen.“

Mittlerweile verfügt Coach Roberto Mancini über eine kleine Weltauswahl. Seine Offensivreihe liest sich wie die Wunschliste eines Trainers, der keine Auflagen hat. Allein Agüero (acht Tore) und der ehemalige Wolfsburger Edin Dzeko (sechs) haben in den ersten sechs Spielen der Premier League gemeinsam 14 Treffer erzielt. Zuletzt verzichtete Mancini sogar auf den argentinischen Stürmer-Star Carlos Tevez und gab dem italienischen Nationalspieler Mario Balotelli den Vorzug, der es ihm gleich mit einem Treffer beim 2:0 gegen den FC Everton dankte.

UEFA trübt hellblauen Manchester-Himmel

Für Mancini und Manchester läuft derzeit vieles nach Plan. Der Tabellenzweite der Premier League nimmt die Entwicklung, die sich Scheich Al Nahyan vorstellte, als er den Klub für rund 200 Millionen Euro übernahm. Doch ein Vorhaben der Europäischen Fußball-Union (UEFA) trübt den hellblauen Manchester-Himmel. Mit dem Reformprojekt “Financial Fairplay“ gibt der Verband den Vereinen seit dieser Saison erstmals Schuldengrenzen vor. In den nächsten drei Jahren ist ihnen maximal ein Verlust von 45 Millionen Euro erlaubt. Ansonsten droht Verbands-Chef Michel Platini mit dem Ausschluss von internationalen Wettbewerben. Auf den Verbands-Vorstoß hatte vor allem Bayern München gedrängt.

Es war der Versuch des solide wirtschaftenden deutsche Rekordmeisters, für mehr Chancengleichheit im europäischen Spitzen-Fußball zu sorgen. Denn Klubs wie Manchester City stehen für das Gegenkonzept solider Geschäftsführung. Der englische Meister von 1937 und 1968 machte allein in der vergangenen Saison ein Minus von rund 141 Millionen Euro. Bislang glich der 40-jährige Al Nahyan solche Verluste aus. Das soll künftig verboten sein. Bayern-Manager Karl-Heinz Rummenigge sieht daher Probleme auf die Engländer zukommen. Er ist skeptisch, ob der neureiche Klub den Auflagen gerecht werden kann: “Es wird sicherlich interessant, zu beobachten, wie Manchester das gelingt.“

dpa

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