Kroate vor Wechsel

Mandzukic will weg - Mehr Stil als Ibrahimovic

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Mario Mandzukic.

München - Mario Mandzukic hat bekanntgegeben, dass er den FC Bayern verlassen will. Er verzichtet dabei auf böse Worte.

Die Nachricht ist keine Überraschung, aber die Wortwahl ist bemerkenswert offen: Mario Mandzukic hat im Trainingslager der kroatischen Nationalelf klargestellt, dass er nach der WM nicht mehr nach München zurückkehren wird. „Seien wir doch ehrlich: Mir entspricht der Spielstil nicht, den Pep Guardiola bei den Bayern durchführen will“, erklärte er. Der Stürmer habe Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge seinen Wechselwunsch bereits am 8. Mai mitgeteilt.

„Bis vor kurzem habe ich nicht daran gedacht, wegzugehen“, erzählte der 28-Jährige, „vor allem habe ich nicht gedacht, dass das schon jetzt passieren könnte.“ Aber nach den Champions League-Spielen gegen Real Madrid (0:1, 0:4) „habe ich definitiv begriffen, dass ich – wie auch immer ich mich anstrenge – bei dieser Art Fußball nicht mein Bestes geben kann“, begründete er seine Entscheidung, nach zwei Jahren München weiterzuziehen. „Meiner Meinung nach ist es in Ordnung, dass ich den Vereinsoberen aufrichtig gesagt habe, wie ich die Dinge sehe, und das rechtzeitig“, meinte der Nationalspieler. Groll verspüre er keinen, versicherte er. „Allen wünsche ich wirklich das Beste für die Zukunft – Bayern und seine Fans werden immer die schönste und super-emotionalste Geschichte meiner Karriere bleiben. Jetzt ist es aber dennoch Zeit für neue Herausforderungen.“

Die Trennung hat sich bereits vor dem Pokal-Finale in Berlin angedeutet, als Mandzukic beim Sieg über Dortmund nicht einmal mehr zum Kader gehört und die gesamte Reise nebst Feierlichkeiten gestrichen hatte. „Wenn es so ist, fühle ich mich nicht wohl. Es ist das Beste, dass wir uns trennen“, sagte er nun. Sein Vertrag läuft zwar bis 2016, doch nach der Verpflichtung des BVB-Stürmers Robert Lewandowski werden die Bayern dem Abwanderungswilligen die Freigabe nicht verweigern. Wohin es ihn zieht, verschweigt er bis auf weiteres: „Das drängt nicht, ich habe dazu nichts zu sagen.“

48 Tore in 88 Pflichtspielen ist eine gute Referenz für Europas Elite, dem FC Arsenal, Chelsea London und Juventus Turin werden Begehrlichkeiten nachgesagt. Der Kaufpreis wird auf rund 25 Millionen Euro veranschlagt.

Mandzukic war im Sommer 2012 für rund 13 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg gekommen, die Bayern hatten sich nach seinen EM-Auftritten kurzerhand entschlossen, den Angreifer abzuwerben. Er verdrängte Mario Gomez als Stürmer Nummer 1 und traf unter anderem beim Champions League-Coup gegen den BVB im letzten Sommer zum 1:0. Die aktuelle Saison beendete er mit 18 Treffern, er war der beste Torjäger des Double-Siegers. Dennoch wurden er und der neue Coach zu keinem Zeitpunkt Freunde. Die Trennung ist logisch, doch es ist mehr als nur eine Fußnote, dass keine bösen Worte fielen: Zlatan Ibrahimovic, der in Barcelona einst ebenfalls durch Guardiolas Sturm-Raster gefallen war, lässt bis heute keine Chance aus, um dem Coach eine mitzugeben.

Andreas Werner

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