TV-Experte im Interview

Marcel Reifs düstere Prognose: Bundesliga bald ohne FC Bayern

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Marcel Reif kann sich eine Bundesliga ohne den FC Bayern in Zukunft vorstellen.

Marcel Reif spricht im Interview über tiefgreifende Änderungen, die dem Fußball in Zukunft bevorstehen würden. So sei eine Bundesliga ohne den FC Bayern wahrscheinlich.  

Marcel Reif polarisiert. Auch nach dem Ende seiner Kommentatoren-Laufbahn sorgt der 68-Jährige immer wieder mit öffentlichen Äußerung für Schlagzeilen und rege Diskussionen unter den Fans. Im Interview mit dem Online-Portal Sportbuzzer verriet Reif unter anderem, dass er sich eine Zukunft des FC Bayern München in der Bundesliga nicht vorstellen könne. „Die Weltliga wird kommen. Nicht morgen, aber übermorgen. Es macht ja so keinen Sinn, gerade für die Bayern“, so Reif. Stattdessen würden sich die besten Mannschaften der Welt in einer eigenen Superliga messen, der „Elf-Freunde-Romantik“ dürfe man dennoch nicht hinterweinen. „Denn es ist ja eine der Hauptsäulen der Unterhaltungsindustrie. Dann ist es eben Industrie und Kommerz. Das ist auch kein Schimpfwort. Das ist einfach normal, da hängen so viele Arbeitsplätze dran, da werden Multimilliarden umgesetzt. Aber es hat eben nichts mehr mit Elf-Freunde-müsst-ihr-sein zu tun. Höchstens am Rande, weil sie zu elft auf dem Platz funktionieren müssen“, berichtet Reif. 

Tatsächlich gab und gibt es wohl Überlegungen einiger Topclubs eine eigene Elite-Liga mit entsprechender finanzieller Unterfütterung zu gründen. Konkrete Pläne hierfür liegen hingegen noch nicht vor, so soll beispielsweise der FC Bayern eine Abspaltung in einen Wettbewerb außerhalb der UEFA nicht unterstützen. Zudem bleibt fraglich, ob sich eine etwaige Weltliga in ihrer Organisationsform nicht vielmehr in Konkurrenz zur Champions-League statt zu den nationalen Ligen treten würde.

Fußball als popkulturelles Event

Zudem prognostiziert Reif eine zunehmende Entkopplung zwischen Fans und Vereinen im Bereich des Elite-Fußballs: „Du kannst nicht deine alte Fangemeinde haben, die die Lieder singt, die Choreos macht, und mit Herz und Nähe zum Spieler da ist, sich mit dem Klub identifiziert, denn die Klubs sind eben Weltunternehmen. Die Romantik hätten sie (Anm. d. Red.: die großen Klubs) gerne rübergerettet, aber das wird nicht gehen.“

Trotz teilweise kritischer Bewertung Reifs seien diese Tendenzen im Fußball für ihn nicht aufzuhalten: „Freiburg hat zum Beispiel ein Pokalspiel in Cottbus am Montag. Das ist boshaft. Das ist unanständig, das kann man nicht machen. Aber um den Fan geht es nicht mehr. Das ist nicht mehr der Punkt. Klar musst du aufsplittern, damit alle Fernsehender ihre Spiele live und exklusiv übertragen können. Wenn sie den Topfußball wollen, dann ist es undenkbar, dass es anders geht.“ 

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