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Ex-Löwe Pongračić wettert gegen Bayern-Legende van Bommel: „Ich will mir den am liebsten packen“

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Von: Vinzent Fischer

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Ist nicht gut zu sprechen auf Bayern-Legende Mark van Bommel: Ex-Löwe Marin Pongračić (l.).
Ist nicht gut zu sprechen auf Bayern-Legende Mark van Bommel: Ex-Löwe Marin Pongračić (l.). © Imago Images

In einem Live-Talk hat Ex-Löwe Marin Pongračić Anekdoten aus seiner Spielerkarriere erzählt. Dabei bekam vor allem Bayern-Legende Mark van Bommel sein Fett weg.

Dortmund/Wolfsburg - Ex-Löwe Marin Pongračić hat mit markigen Worten aufhorchen lassen. Der 24-Jährige war zu Gast im Live-Talk beim Rapper und Comedian Samuel Sibilski, genannt „SSYNIC“, auf der Streaming-Plattform Twitch. Dort sprach der Innenverteidiger von Borussia Dortmund* auch über seine Zeit beim VfL Wolfsburg*. Seinerzeit dort erstmalig Trainer in der Bundesliga*: Mark van Bommel. Pongracic teilte gegen die Legende des FC Bayern* ordentlich aus.

 „Ich will ausrasten, ich will zu van Bommel gehen, will mir den am liebsten packen.“

Marin Pongračić über seinen Ex-Trainer Mark van Bommel.

Als „Eklig“ beschreibt der 24-Jährige das Verhalten des VfL. „Bei elf-gegen-elf trainiere ich auf einmal nicht mit, ich kollab so, ich will ausrasten, ich will zu van Bommel gehen, will mir den am liebsten packen. Du bist dann der größte Idiot.“ Und Marin Pongračić legt noch weiter nach: „Da musst du dich dann hinsetzen und mit dem reden wie ein Politiker“, beschreibt er die Gespräche mit van Bommel. Harte Worte, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass der Ex-Löwe noch immer beim VfL Wolfsburg unter Vertrag steht. Pongračić ist nämlich nur verliehen, der BVB hat für den 24-Jährigen allerdings eine Kaufoption.

Nach Machtwort vom Vater: Marin Pongračić unterschreibt beim FC Bayern

Auch an seine Zeit als Jugendfußballer erinnert sich Marin Pongračić noch gut. Im Alter von 13 Jahren wechselte er von der SpVgg Landshut zur C-Jugend des FC Bayern München. „Hermann Hummels (Vater von BVB-Verteidiger Mats Hummels, d. Red.) hat angerufen, und meine Mum ist rangegangen. Die hat auf einmal angefangen, zu zittern und zu weinen. Ich dachte schon, ich hätte Scheiße gebaut“, erzählt der gebürtige Landshuter im Live-Talk.

Den Berichten von Pongračić zufolge wurde er von beiden Münchner Großklubs umworben. „Ich bin dann einmal zum Probetraining zu Bayern und einmal zu Sechzig“, so der Innenverteidiger. Zu seinem Wechsel zum FCB hat der 24-Jährige eine Anekdote parat. „Sechzig hatte damals die beste Jugend in ganz Deutschland. Bayern klingt zwar riesengroß, aber irgendwie hatte ich mehr Bock auf Sechzig, weil die Jungs da auch cooler waren und die Jugend war besser. Dann meinte ich zu meinem Vater, ich will zu Sechzig, und dann sagte er so: ‚Nene, du gehst zu Bayern.‘“

„Das war für mich alles ganz neu, ich war wie so ein Kleinstadt-Junge auf dem Fahrrad unterwegs und kannte sowas wie U-Bahn gar nicht.“

Marin Pongračić über seine ersten Erfahrungen mit der Millionenstadt München.

Der Schritt zum FC Bayern war für den gebürtigen Landshuter ein großer. „Meine Mutter hat mir dann einmal gezeigt, wie man mit dem Zug und der U-Bahn von Landshut zur Säbener Straße nach München kommt. Das war für mich alles ganz neu, ich war wie so ein Kleinstadt-Junge auf dem Fahrrad unterwegs und kannte sowas wie U-Bahn gar nicht“, erzählt Pongračić von seinen ersten Erfahrungen in der Millionenstadt.

Wie Marin Pongračić zum Innenverteidiger wurde - „Ich habe Embolo so richtig kaputtgemacht“

Wie viele andere hat auch der heutige Innenverteidiger nicht in der Abwehrzentrale angefangen. „Ich bin als Zehner hin (zum FC Bayern, d. Red.) und wurde im ersten Jahr gleich auf die Sechs gezogen.“ Der Positionswechsel war mit einer Partie besiegelt. „Mit 16, das werde ich nie vergessen, kam der Trainer zu mir und sagte: ‚Du bist jetzt Innenverteidiger‘“, erinnert sich Pongračić zurück. „Wir waren dort auf so einem Turnier in Basel und spielten gegen die im Viertelfinale. Dann sehe ich auf der anderen Seite Embolo (heute Profi bei Borussia Mönchengladbach, d. Red.) und denke mir nur so: ‚Oh mein Gott, das wird eine Aufgabe‘. Dann habe ich den so richtig kaputtgemacht, das war vielleicht mein bestes Spiel in der Jugend. Zu meinem Pech, weil ich es so gut gemacht habe, bin ich dann Innenverteidiger geblieben.“

Auch der FC Bayern bekommt von Pongračić sein Fett weg

2013 verließ Marin Pongračić den FC Bayern in Richtung FC Ingolstadt. „Die (der FC Bayern, d. Red.) wollten mich damals in der U17 übernehmen, aber ich war mit meiner Spielzeit nicht zufrieden“, erklärt der 24-Jährige den Wechsel. „Der Sprung zu den Profis ist viel zu groß. Da gehen so viele Spieler unter. Du spielst dann dritte oder vierte Liga, da musst du früher oder später den Wechsel machen“, erlaubt er sich einen Seitenhieb gegen den ehemaligen Arbeitgeber und fügt hinzu: „Manchmal locken die dich dann mit ein, zwei Spielen, aber im Endeffekt bringt das nichts.“

Nach drei Jahren war auch beim FC Ingolstadt wieder Schluss. „Ich wurde damals in Ingolstadt aufgrund von Disziplin rausgeschmissen. Dann war ich erstmal zwei Monate vereinslos.“ Eine schwierige Zeit für Pongračić, drohte der Traum vom Profifußball zu platzen. „Durch Zufall sagte mein Berater, du kannst dich bei Sechzig fit halten. Dort habe ich dann gut trainiert und die wollten mich behalten.“

„In der 89. Minute, als wir abgestiegen sind, hat Salzburg schon angerufen.“

Marin Pongračić berichtet vom Relegations-Rückspiel des TSV 1860 München gegen Jahn Regensburg.

Bei den Löwen arbeitete er sich in der Rückrunde der Saison 2016/2017 zum Stammspieler in der ersten Mannschaft hoch. Ein kometenhafter Aufstieg, der auch von anderen Vereinen nicht unerkannt blieb. Der TSV 1860 München stieg nach der verlorenen Relegation gegen den SSV Jahn Regensburg aus der 2. Liga ab. Schon während dem Rückspiel wurden im Hintergrund die Fäden für einen Abschied von den Löwen gezogen. „Mein Berater hat mir dann gesagt, in der 89. Minute, als wir abgestiegen sind, hat Salzburg schon angerufen.“

In der Mozartstadt unterschrieb Pongračić dann schlussendlich auch. Nach drei erfolgreichen Jahren bei RB Salzburg wechselte er zur Rückrunde 2020 zum VfL Wolfsburg, wo sein Vertrag noch bis 2024 gilt. Ob der 24-Jährige nach diesem Auftritt noch eine Zukunft in der Autostadt hat, ist mehr als fraglich. (Vinzent Fischer) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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