Seine schwierige Situation beim FC Bayern

Mario Götze: Anlass für ein paar Tätscheleien

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Mario Götze hat's nicht leicht beim FC Bayern.

München - Das „nächste Spiel“ war eigentlich in Dresden, und nach dem „nächsten Spiel“ wollte er sprechen, hatte Mario Götze am vergangenen Freitag angekündigt.

Aber am Montagabend wartete man vergeblich. Es kann natürlich sein, dass er den Benefizkick bei Dynamo, der 3:0 für den FC Bayern endete, nicht als vollwertige Partie rechnete – und sich deshalb erst am Samstag in Hoffenheim zu Wort melden wird. Plausibler aber ist die Erklärung, dass Götze einfach keine Lust mehr hat, sich zu äußern. Er hat seine Nachricht vor zwei Wochen bereits platziert – jetzt sind erstmal die anderen dran.

Der Dauer-Regen in Dresden kam ihm da ganz gelegen, eine schnelle Flucht aus dem Stadion in den Bus fiel neben den vielen anderen eilenden Kollegen kaum auf. Getroffen hatten andere, Arjen Robben, Arturo Vidal und Juan Bernat, Götze spielte 81 Minuten „gut und engagiert, so wie wir uns das wünschen“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer. Beobachter beschrieben Götzes Auftritt als eher blass.

Es war ein Testspiel, mehr nicht. Ein Spiel für diejenigen, die am Wochenende nicht viel gespielt hatten oder solche, die Spielminuten brauchen. Ob Götze es will oder nicht: Er gehört im Moment beim FC Bayern zu dieser zweiten Garde, ist eher Ersatzmann als Stammkraft. Gelegenheiten wie jene in Dresden – oder auch beim Audi Cup, wo er ein starkes Spiel ablieferte – sind für ihn wichtig. „In dieser Saison werden wir jeden brauchen. Wenn du etwas Großes gewinnen willst, brauchst du gerade diese Spieler. Und der Umgang mit ihnen ist zum jetzigen Zeitpunkt wichtiger als mit denen, die spielen“, sagte Sammer mit Blick auf die anhaltende Diskussion um die Zukunft von Mario Götze.

Überfüllung! Der FC Bayern sperrt zu: Bilder

Sammer hatte sich bewusst der Presse gestellt am Montag, und wiederholte seine Worte gestern auch noch mal vor Götze persönlich. Nach der lockeren Laufeinheit, die die Startelf-Spieler beim öffentlichen (wegen Überfüllung geschlossenen) Training am Vormittag absolvieren mussten, redete der 47-Jährige auf der Terrasse des Leistungszentrums an der Säbener Straße lange mit dem Nationalspieler. Götze hatte sich zuletzt über mangelnde Zuwendung beklagt. „Wir arbeiten jetzt, geben Gas, und nehmen den Mario in den Arm“, sagte Sammer nun.

Es war dem Sportvorstand zu viel geschrieben worden in den letzten Tagen, er sah sich gezwungen, sich nach den Wochen fehlender Vertrauensbekundungen doch mal demonstrativ vor Götze zu stellen. „Können wir uns auf eins einigen?“, fragte er in die Runde der Journalisten: „Lassen wir den Mario doch jetzt Fußball spielen. Ich muss nach jedem Spiel Fragen beantworten und Mario auch. Wir sollen es einfach mal positiv sehen.“

Auch Bundestrainer Joachim Löw meldete sich zu Wort und sagte: „Götze hat Außergewöhnliches. Ich glaube, das wissen die auch bei Bayern München.“ Aber ist das tatsächlich so?

Fakt bleibt: Pep Guardiola ist kein Fan von Mario Götze. Falls er selbst den Wunsch äußern würde, den Verein zu verlassen, soll die Schmerzgrenze der Bayern bei etwa 40 Millionen Euro liegen. Götze hatte 37 Millionen gekostet.

Götze hängt sich rein, hat im Urlaub viel gearbeitet, wirkt robuster als noch in den Vorjahren. Und trotzdem merkt man ihm an, dass ihm das letzte Stück Vertrauen in sich selbst fehlt. In Dresden gingen die Mitspieler immer wieder aufmunternd auf den 23-Jährigen zu. Es habe zwar „keine Anweisung in diese Richtung gegeben“, beteuerte Keeper Tom Starke; aber man hatte wohl Anlass für ein paar Tätscheleien gesehen. „Das kriegt er von den einen mehr, von den anderen etwas weniger“, sagte Sammer. Guardiola zählt eher zu letzterer Gruppe.

„Wir haben gut mit ihm geredet. Er genießt unser Vertrauen“, sagte Sammer. „Leichtigkeit und Vertrauen, die letzten zwei, drei Prozent“ sollen nun gemeinsam erarbeitet werden. Bevor auch Sammer in Dresden in den Bus eilte, blickte er noch einmal zu den Journalisten und sagte erneut: „Bitte lasst ihr ihn einfach in Ruhe!“

Es scheint ihm ernst zu sein.

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