Er geht unter dem FCB-Trainer unter

Das Gegenteil von Peps Liebling: Sorge um Mario Götze

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Mario Götze.

München - Während die EM-Nominierung von Pep Guardiolas Liebling Kimmich diskutiert wird, sorgt man sich um FCB-Spieler Mario Götze. Nur der Bundestrainer Joachim Löw bleibt cool.

Für seinen persönlichen Spaß am Spieltag muss Mario Götze derzeit neben dem Feld sorgen. Nach dem Topspiel des FC Bayern beim BVB, das er wie die drei vorherigen Liga-Partien 90 Minuten lang als Reservist verfolgt hatte, machte sich der 23-Jährige deshalb kurzerhand auf den Weg in den Kabinentrakt der Gastgeber. Die Räumlichkeiten sind ihm ohnehin noch gut vertraut, alte Bekannte waren vor Ort – und ein Schnappschuss kam bei diesem Kurz-Trip in (gute) alte Zeiten auch noch rum.

Man muss kein Prophet sein, um zu deuten, dass das Foto, das Götze am Wochenende über die sozialen Medien verbreitete, ein kleiner Streich an dessen Kumpel Marco Reus war. Er selbst grinst bekleidet in die Kamera, Reus hingegen steht im Eiswasser und hat nichts anderes an als eine Unterhose. „Schön, Dich mal wieder getroffen haben“, schrieb Götze unter das Foto. Den Smiley durfte sich jeder dazudenken. Wenigstens ein kurzer Lacher in diesen Wochen, die für den Fußballer Mario Götze doch eigentlich so dermaßen frustrierend sind.

Götzes Karriere-Konto weist in der Summe mehr Tiefs auf

Optimisten hatten vor dem Gastspiel in Götzes Heimat noch daran geglaubt, dass Pep Guardiola den Offensivspieler extra hat zappeln lassen. Ein Comeback gegen den Ex-Klub, hochmotiviert – das wäre doch eine gute Story gewesen. Aber das Drehbuch über Götzes Karriere sieht derzeit keine unverhofften Wendungen vor. Seit dem WM-Siegtor vor eineinhalb Jahren geht es einfach so weiter wie zuvor. Mit einigen Hochphasen – wie unter anderem dem starken Auftritt im Hinspiel gegen Dortmund. In der Summe aber mit deutlich mehr Tiefs. Mario Götze spielt unter Guardiola absolut keine Rolle. Und es wird der Punkt kommen, an dem sich der Nationalspieler ernsthafte Gedanken über seine Zukunft machen sollte. Kurz- genauso wie langfristig.

Joachim Löw sagte zwar nach dem 0:0 im Liga-Gipfel: „Bis zur EM habe ich keine Sorgen um ihn.“ Dass der Bundestrainer aber in der Offensive genug Optionen hat, um nicht auf Spieler setzten zu müssen, denen die Praxis fehlt, ist bekannt. Den Schritt zum Stammspieler bei Bayern hat Götze in den vergangenen beiden Jahren verpasst. Er wollte bis zur EM unverzichtbar sein, sowohl im Klub als auch in der Nationalmannschaft. In beiden Teams aber gibt es andere, die das Offensivspiel prägen.

Natürlich darf man in der Beurteilung der Gesamtsituation Götzes Verletzungsgeschichte nicht außer Acht lassen. Löw etwa bezeichnete es als „völlig normal, dass er nach so einer langen Verletzungspause nicht damit rechnen kann, dass er in den ersten Wochen viele Einsätze bekommt“. Die Aussagen, die unter anderem Matthias Sammer aber in den letzten Tagen getätigt hat, sprechen eine deutlichere Sprache. Obwohl Götze im Winter einen Privattrainer beschäftigt hatte, obwohl er Tag für Tag schuftet, sind „andere weiter als er“, hatte der Sportvorstand mehrfach betont. Franck Ribery hat den Anschluss an die Mannschaft bereits gefunden. Götze, der sogar als „Risiko“ bezeichnet wurde, ist seit einem Monat bereit, kommt aber nicht zum Zug.

So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

Die Personalie Götze ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, dass Spielerkarrieren maßgeblich von Trainern beeinflusst werden können. Pep Guardiola wollte Götze nie kaufen, er wurde überredet, den damals 21-Jährigen aus Dortmund zu holen. Intern hat man damit gerechnet, dass Götze den Spanier auf dem Platz überzeugen würde. Nun, ein Jahr vor Vertragsende, lässt der Durchbruch nach wie vor auf sich warten. Bis zur EM bleibt Götze nichts anderes übrig, als in München Gas zu geben. Parallel hat er zwei Möglichkeiten: Sich von Carlo Ancelotti überzeugen lassen, dass er unter Guardiolas Nachfolger eine reelle Chance bekommt. Oder eine neue Herausforderung suchen.

Wie schnell es gehen kann, wenn man Trainers Liebling ist, zeigt der Fall Joshua Kimmich. Guardiola vertraut dem Jungen, für den nun sogar eine EM-Nominierung möglich scheint. Kein Wunder, dass Götze sich die Lobhudeleien in der Bayern-Kabine am Samstag nicht antun wollte – und lieber zu guten alten Freunden floh.

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