Bewerbungsnote eins

Mandzukic-Entscheidung noch während der WM

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Fingerzeig in welche Richtung? Mario Mandzukic wird nach der WM wechseln – noch ist ungewiss, wohin.

München – Einen Doppelpack zu schießen, das ist für Mario Mandzukic nichts Neues. Doch dieser bei der WM nützt nicht nur Kroatien, sondern ihm persönlich und auch dem FC Bayern.

Einen Doppelpack zu schießen, das ist für Mario Mandzukic nichts Neues. Im Trikot des FC Bayern hat er in dieser Saison gleich drei Mal mindestens zwei Treffer in einem Spiel erzielt. Auch da freute er sich nach jedem Tor. Aber irgendwie war dieser Doppelpack beim 4:0 im WM-Spiel mit Kroatien gegen Kamerun doch etwas anderes.

Mandzukic explodierte regelrecht, als er bei seinem WM-Debüt per Kopf in der 61. Minute zum 3:0 traf. Er rannte in Richtung Bank, zeigte auf seinen Trainer. Aber es war eben auch nicht Pep Guardiola, der dort stand und jubelte, sondern Nationaltrainer Niko Kovac. Einer, der die Dienste des Stürmers schätzt – im Gegensatz zum Coach des Double-Siegers aus München (glaubt man Mandzukic’ Aussagen).

„Er ist nicht nur ein Torjäger. Marios Einstellung wertet jede Mannschaft auf und hat auch Einfluss auf den Gegner“, sagte der Trainer der Kroaten, die nach dem ersten Sieg in Gruppe A wieder Chancen auf das Achtelfinale haben. Am Montag steht gegen die punktgleichen Mexikaner das erste „Finale“ an – und die Hoffnungen ruhen auf Mandzukic.

In der Nationalmannschaft erfährt der 28-Jährige die Wertschätzung, die ihm bei Bayern unter Guardiola in der abgelaufenen Saison nicht gegeben wurde. „Ich habe so auf dieses Spiel gewartet. Es hätte nicht besser laufen können. Alle sind happy“, sagte Mandzukic. Damit meinte er: Das Team, er selbst, seine Berater – und der FC Bayern auch ein wenig.

Zwei Tore zum Einstand auf der großen WM-Bühne sind nicht unbedingt ein schlechtes Bewerbungsschreiben für die großen europäischen Klubs, die Mandzukic derzeit beobachten. Unter anderem Real Madrid und der AC Mailand sollen Interesse haben, den bis 2016 in München unter Vertrag stehenden, aber abwanderungswilligen Kroaten zu verpflichten. Das Problem: Weil Mandzukic seinen Abschied von Bayern bereits angekündigt hat, ist niemand bereit, die 30 Millionen Euro, die der Stürmer eigentlich wert wäre, zu bezahlen. Bis Ende Juni – also noch während der WM – soll eine Entscheidung getroffen werden. Bis dahin hoffen alle Beteiligten auf noch ein paar Mandzukic-Tore.

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Dass die Form trotz einer Saison, die ihn nicht ganz zufrieden stellte, stimmt, sah man gegen die vorzeitig ausgeschiedenen Kameruner über 90 Minuten. Mandzukic rackerte, lief, war stets ein Unruheherd. Der ehemalige Bayern-Spieler Daniel Pranjic sagte sogar: „Mario würde für seine Mannschaft sterben.“ Zwei Tore waren der Lohn für die Mühen, Barca-Profi Alexandre Song wurde nach einem Schlag gegen ihn zudem noch vor dem Halbzeitpfiff vom Platz gestellt. Trotzdem gab sich Mandzukic bescheiden: „Das ist ein Sieg des Teams. Ich will nicht über meine Tore nachdenken.“

Es ist schon beeindruckend, dass in Thomas Müller, Arjen Robben und Mandzukic gleich drei Bayern-Spieler in ihren ersten WM-Partien mindestens doppelt trafen. Aber Mandzukic denkt längst nicht mehr an seinen (Ex-)Verein. „Ich will der Welt zeigen, dass es uns gibt“, sagte er vor der WM. Die Formulierung „dass es mich gibt“ hätte auch einfach zu egoistisch geklungen.

Hanna Schmalenbach

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