Ex-"Aggressive-Leader" im Interview

Van Bommel: "Juve hat die Qualität ein Tor zu erzielen"

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Mark van Bommel gewann mit dem FC Bayern zweimal das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal.

München - Früher war Mark van Bommel Bayerns "aggressive Leader". Im Interview spricht der Niederländer über das Duell zwischen Bayern und Juve sowie über Arturo Vidal und seinem Abschied aus München.

Mark van Bommel trug 4,5 Jahre das Trikot des FC Bayern. Er war als Kapitän der verlängerte Arm von Ottmar Hitzfeld und der "General" adelte ihn zum "Aggressive Leader". Im Interview mit Eurosport.de äußert sich der Niederländer über seinen Nachfolger Arturo Vidal, den künftigen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti, seine Favoriten auf den Sieg in der Champions League sowie seinen Ambitionen als Trainer beim FC Bayern zu arbeiten und seinem Verhältnis zu Louis van Gaal.

Mark van Bommel über ...

... die Aussichten seiner Ex-Vereine PSV Eindhoven, Bayern und Barcelona in der Champions League: "Bayern und Barcelona sind für mich die ganz großen Favoriten. Dazu kommen aber immer Überraschungen. Atlético Madrid ist eine gefährliche Mannschaft, und obwohl ich nach dem 0:0 im Hinspiel noch hoffe, wird es PSV sehr schwer haben. Auch Paris Saint-Germain kann ich mir im Halbfinale vorstellen."

... die Spielweise von Juventus Turin gegen den FC Bayern: "Sie werden sicher nicht voll angreifen. Das kann in Europa vielleicht nur Barcelona. Alle anderen schauen gegen Bayern erst mal, dass sie hinten sicher stehen. Die Qualität, vorne eins zu machen, die hat Juventus. Aber eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass Bayern ausscheidet."

... Juve-Trainer Massimiliano Allegri, unter dem er beim AC Mailand gespielt hat: "Er hat damals genau gewusst, wann er eingreifen muss und wann er die Mannschaft einfach machen lassen kann. Wir waren eine alte Mannschaft. Oder sagen wir besser: eine erfahrene! (lacht) Was ich sagen will: Wir haben auf dem Platz auf viele Situationen selbst reagieren können. In den richtigen Momenten war er im Vordergrund, in anderen hat er sich zurückgehalten. Das ist das A und O bei einer Mannschaft, die alles gewonnen und viel erlebt hat."

... sein Verhältnis zum FC Bayern und seinen Ambitionen mal als Trainer bei den Roten zu arbeiten: "Der FC Bayern reizt mich immer! Ich habe mich immer sehr wohl gefühlt, aber leider haben sich die Wege 2011 getrennt. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt – aber ich kann mir das schon vorstellen. Wenn irgendwo Platz für mich ist, ist das immer eine interessante Option für mich, über die ich nachdenken würde. Aktuell ist das aber weit weg."

... eine mögliche Zusammenarbeit mit Carlo Ancelotti: "Ich glaube, der bringt seine eigenen Leute mit. (lacht) Im Ernst: Da ist nichts dran. Aber ich höre nur gute Geschichten über ihn. Aus Mailand vor allem, da ist er eine Legende. Ich denke, das ist das, was ein Trainer will: dass alle gut über ihn sprechen – egal ob die Spieler gespielt oder auf der Ersatzbank gesessen haben. Wenn du ehrlich und offen bist, dann akzeptiert das jeder Spieler. Und das ist er."

... Arturo Vidal: "So einen Spieler hat man immer gerne in der Mannschaft. Es hört sich vielleicht komisch an, weil solche Spieler wie wir viel draufhauen, aber sie sind taktisch schlau. Das wird unterbewertet. Sie fühlen ganz genau, welchen Zweikampf man gewinnen muss, wann man vorangehen muss, wann man sich eine Gelbe Karte holen muss."

... seinen Abschied aus München und seinem Verhältnis zu Louis van Gaal: "Ich habe ihn zweimal gesehen und die Hand gegeben, das war’s. Ich will gar nicht mehr groß drüber sprechen. Ich sage nur: Wie oft kommt es vor, dass ein Kapitän einen Spitzenverein in der Winterpause verlässt? Es war nicht geplant, dass es so endet. Aber ich musste eine Entscheidung treffen. Im Nachhinein bin ich froh, weil ich so noch für Milan spielen konnte."

... über Bastian Schweinsteiger: "Ich weiß nicht, ob das Verhältnis zwischen Pep und ihm da eine Rolle gespielt hat, darüber habe ich nie mit ihm gesprochen. Er hatte die Wahl: gehen oder das ganze Leben bei Bayern bleiben. Und für einen Wechsel war es sicher der richtige Zeitpunkt. Ich muss sagen, dass ich es immer geliebt habe, mit ihm im Mittelfeld zu spielen. Das ging wie blind. Bei Manchester ist es insgesamt eine schwierige Saison, da kann er als Einzelspieler wenig dafür."

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