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Bayerns neues Diamantenauge: Chefscout kommt vom BVB – in Dortmund spricht man von einer „Befreiung“

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Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Talentscout Markus Pilawa
Nun auf Talentsuche für den FC Bayern: Markus Pilawa. © imago/Kirchner-Media

Mit dem Talentscout Markus Pilawa hat sich der FC Bayern einen echten Profi geangelt. Er war unter anderem an den Wechseln von Ousmane Dembélé und Jadon Sancho beteiligt.

München - Hasan Salihamidzic (45) und sein Technischer Direktor Marco Neppe (36) verfolgten am Donnerstag-Vormittag die gesamte Trainingseinheit der Bayern-Profis vom Büro des Sportvorstands aus. Beide unterhielten sich angeregt. Zwischendurch schaute auch Johannes Mösmang (30) aus der Scouting-Abteilung vorbei. Noch keine Spur gab es von Markus Pilawa (44), der künftig als Chefscout beim FC Bayern arbeiten wird und den der deutsche Rekordmeister aus Dortmund nach München locken konnte.

Am späten Mittwochabend ( 27. Juli) veröffentlichte der BVB eine entsprechende Pressemitteilung: „Borussia Dortmund stellt seinen Leiter Scouting und Analyse, Markus Pilawa, mit sofortiger Wirkung frei. Pilawa hatte dem BVB zuvor angekündigt, zu einem direkten Konkurrenten wechseln zu wollen.“

Wechsel zum FC Bayern: BVB sieht Entscheidung als „Befreiung“

Dortmunds Geschäftsführer Carsten Cramer erklärte bei Sky: „Das passiert halt mal, dass jemand wechselt. Die Maßnahme, die wir ergriffen haben – wenn jemand zum direkten Konkurrenten wechselt – ist vernünftig und angemessen.“ Der Klub sehe die Entscheidung Pilawas relativ emotionslos. Laut Cramer sei es für beide Seiten eine Befreiung.

Dass die Bayern sich die Dienste von Pilawa sichern konnten, wird von vielen Insindern durchaus als Coup gesehen. In Dortmund ist man dem Vernehmen nach allerdings nicht gänzlich unglücklich, dass Pilawa den vorzeitigen Abgang vollziehen wird. Hinter den Kulissen soll es schon länger mit Trainer Edin Terzic und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke geknirscht haben. Pilawa genoss vor allem bei Michael Zorc, der im Mai als Sportdirektor abtrat, großes Ansehen.

Neuer FC-Bayern-Scout Pilawa gilt als „Diamantenauge“

In der Branche wird Pilawa ein gutes Auge für Talente nachgesagt. Unter anderem war er maßgeblich an den Verpflichtungen von Ousmane Dembele (25/wechselte für 140 Millionen Euro zum FC Barcelona) und Jadon Sancho (22/wechselte für 85 Millionen zu Manchester United) beteiligt und hat sich dadurch einen Ruf als „Diamantenauge“ erarbeitet. Auch, weil er vor allem in Frankreich und England als bestens vernetzt gilt.

Im Jahr 2012 wechselte Pilawa als Scout vom VfL Bochum nach Dortmund und übernahm 2017 die Nachfolge des damaligen Chefscouts und heutigen Stuttgarter Sportdirektors Sven Mislintat (49). In den Folgejahren installierte der Fußballfachmann einen erfolgreichen Scouting-Apparat. Pilawa gilt als gut strukturiert und organisiert und verrichtet seine Arbeit diskret im Hintergrund.

Interessant: Im Jahr 2019 fiel ihm bei einem Elite-Nachwuchsturnier im niederländischen Rotterdam ein gewisser Paul Wanner auf. Das Nachwuchsjuwel war damals erst 13 Jahre alt und begeisterte Pilawa mit seinen fußballerischen Fähigkeiten. Problem: Wanner war damals bereits beim FC Bayern unter Vertrag und der Scout sah keine Möglichkeit, ihn nach Dortmund zu locken. An der Säbener Straße werden sich beide künftig regelmäßig über den Weg laufen. Vielleicht sogar im Büro von Brazzo.

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