1. tz
  2. Sport
  3. FC Bayern

Martinez nach Check: "Todo bien"

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

München - Der erste kurze Auftritt von Javi Martinez in München passte zum schwierigen Rekordtransfer. In München ging er zwar an den meisten Mikrofonen vorbei. Ein "Todo bien" ließ er sich aber angebich entlocken.

null
Der BR filmte Martinez beim Check für einen Beitrag in "Sport in der Abendschau" am Mittwochabend ab 18:30 Uhr © BR

Nach der ungewöhnlichen Nachtschicht ihres Docs mussten sich die Bosse des FC Bayern München noch einmal in Geduld üben. Kurz nach Mitternacht hatte am frühen Mittwoch Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt Wunschspieler Javier Martinez schon einmal begutachten dürfen, das erhoffte endgültige „Si“ aus Spanien zum Rekordtransfer ließ dann aber weiter auf sich warten.

Nach wochenlangem Gezerre um den 40 Millionen Euro teuren spanischen Fußball-Nationalspieler ist der Wechsel zum deutschen Rekordmeister so nah wie noch nie. Unter Umständen könnte Martinez schon an diesem Sonntag beim Bayern-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart dabei sein - vor 71 000 Zuschauern in der aufgestockten Arena.

Martinez-Transfer: Das sagen Kroos, Lahm & Co.

Das Ende der Transferfrist am Freitag vor Augen hatten sich in der Nacht zum Mittwoch die Ereignisse überschlagen. Zur Geisterstunde erschien Martinez in Müller-Wohlfahrts Praxis in der Münchner Innenstadt und absolvierte die obligatorische sportärztliche Untersuchung. Rund drei Stunden dauerte der Kurz-Auftritt des 23-Jährigen, der sichtlich zufrieden die Praxis verließ. „Todo bien“, kommentierte Martinez nach Angaben von „bild.online“ kurz und knapp den Medizin-Check.

Der Schluss-Strich unter die unendliche Geschichte des bevorstehenden Rekordtransfers der Bundesliga lässt aber noch auf sich warten. Den ganzen Mittwoch über warteten Journalisten am Bayern-Vereinsheim an der Säbener Straße auf das endgültige grüne Licht aus Spanien. In Madrid ging es derweil um die allerletzten Details der komplizierten Personalie, die lange an steuerlichen und juristischen Problemen zu scheitern drohte.

Der Noch-Mittelfeldakteur von Athletic Bilbao wollte am Mittwoch beim spanischen Ligaverband in Madrid die Klausel ziehen, womit er sich zu der festgeschriebenen Summe von 40 Millionen Euro aus seinem Vertrag mit den Basken herauskaufen und damit den Arbeitsvertrag mit seinem Verein kündigen kann. Die Bayern würden gleichzeitig an selber Stelle einen Scheck über die erforderlichen 40 Millionen hinterlegen. Der Wechsel müsste dann final zwischen den beiden nationalen Fußball-Verbänden und Ligaverbänden abgewickelt werden. Denn eine Einigung zwischen den Vereinen war nie zustande gekommen. Bilbao weigerte sich.

Einen „Wahnsinnsbetrag“ hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß die Kosten des Rekordtransfers genannt. Um sie für die Bayern etwas zu drücken, soll Martinez im Gegenzug angeblich Gehaltseinbußen von zwei Millionen Euro pro Jahr hinnehmen und sich so indirekt beteiligen. Der Kontrakt des Spielers in München soll über fünf Jahre bis Mitte 2017 laufen.

Mit Wunschspieler Martinez würden die Bayern ein klares Signal setzen, dass sie nach zwei titellosen Jahren gerade national Borussia Dortmund unbedingt wieder als Nummer 1 ablösen wollen. Im defensiven Mittelfeld würde der Europameister den Konkurrenzkampf bei den Bayern verschärfen. Mit Bastian Schweinsteiger könnte er künftig ein starkes Duo in der Mittelfeldzentrale bilden. Auch ein Ausfall des deutschen Nationalspielers wäre im Gegensatz zur vergangenen Saison mit Martinez vermutlich besser zu verkraften.

Passend zum wochenlangen Gezerre um den Rekordtransfer ging auch der nächtliche Kurztrip an die Isar nicht ohne neue Irritationen über die Bühne. „Zu keinem Zeitpunkt“ habe der 23-Jährige die Erlaubnis zur Reise nach München gehabt, klagten die Basken am Mittwoch in einer knappen Stellungnahme auf ihrer Homepage. Das Athletic-Team weilte derweil in Helsinki, wo am Donnerstag das Play-off-Rückspiel in der Europa League bei HJK anstand - ohne Martinez.

Alle Martinez-News

Unsere Sonderseite zum Thema

Javi Martinez beim Medizincheck und am Flughafen in München

Auch interessant

Kommentare