Wie schon beim WM-Finale überragend

Matchwinner Boateng: Auf dem Weg zum Big Boss

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Jerome Boateng bejubelt seinen Treffer zum 1:0.

München - Stark im WM-Finale, stark seit dem WM-Finale: Jerome Boateng krönt seine derzeit starken Leistungen mit dem Siegtreffer für Bayern München gegen Manchester City.

Es war schon kurz nach Mitternacht, als die zahlreichen Journalisten in der Mixed Zone der Allianz Arena den Matchwinner endlich zu Gesicht bekamen. Während seine Teamkollegen schon längst frisch geduscht auf dem Weg nach Hause waren, trat Jerome Boateng noch im verschwitzten Trikot vor die Mikrofone. Nein, der 26-Jährige feierte sein Siegtor nicht mehr alleine in der Kabine. Vielmehr hatte die UEFA den Verteidiger des FC Bayern zum Dopingtest gebeten, doch nach dem Abpfiff lief es bei Boateng nicht mehr so rund wie zuvor auf dem Rasen. „Ich bin noch nicht fertig“, schmunzelte er, als er die Pinkel-Probe für die wartenden Journalisten kurz unterbrach.

Boateng wird Peps Abwehrboss

Gut anderthalb Stunden zuvor hatte er nicht nur sich selbst, sondern den kompletten FC Bayern erleichtert. Bis kurz vor Schluss schienen sich die Münchner zu Beginn der Champions-League-Saison mit einem Remis begnügen zu müssen, ehe Boateng zuschlug und mit seinem Hammer den 1:0-Sieg gegen Manchester City eintütete (90.). „Der Ball kam genau richtig. Ich dachte, den haue ich jetzt rein“, erklärte der Innenverteidiger sein goldenes Tor, mit dem er seine starke Leistung (tz-Note 2) krönte. „Es war ein hartes Stück Arbeit, aber am Ende haben wir verdient gewonnen“, konstatierte Boateng. Der gebürtige Berliner verlieh der FCB-Defensive die nötige Sicherheit, unterband Angriffe der Engländer mit sauberen Tacklings und bügelte auch den ein oder anderen Fehler seiner Nebenleute aus. Trotz gerade einmal drei Wochen Vorbereitung ist Boateng schon zu Saisonbeginn in Top-Form. Es kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass Pep Guardiola den Weltmeister zum Boss in der Bayern-Abwehr formt. Nach dem Duell gegen City lobte der Coach den Sieggaranten überschwänglich: „Je­rome ist ein top Mensch, ein top, top Spieler. Ich habe viele Male zu ihm gesagt: Wenn du einer der besten Innenverteidiger der Welt sein willst – you can do it!“

Seit drei Jahren steht der Ex-Hamburger nun beim FC Bayern unter Vertrag, 2011 holten die Roten den damals 22-Jährigen als einen der talentiertesten deutschen Verteidiger von Manchester City an die Isar. Zunächst oft als Rechtsverteidiger aufgeboten und immer wieder für einen Patzer gut, entwickelte sich Boateng zu einer inzwischen unverzichtbaren Säule in der Innenverteidigung. Gegen seinen Ex-Klub erzielte er am Mittwoch sogar sein erstes CL-Tor. „Niemand mehr als Jerome hatte es verdient, das Tor zu erzielen. Er war der beste Mann auf dem Platz und hat unglaublich gespielt“, adelte ihn FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

Der Gefeierte bedankte sich. „Ich freue mich natürlich über das Lob. Ich fühle mich einfach gut und arbeite an mir, um mich noch weiter zu verbessern“, erklärte Boateng in seiner gewohnt zurückhaltenden Art. In Hamburg trifft er am Samstag auf seinen nächsten Ex-Klub. Den würde ein Last-Minute-Treffer von Boateng noch härter treffen als die Engländer…

Pressestimmen: "Boateng versenkt ManCity"

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