Matthäus über Schweinsteiger-Comeback

"Bastian muss vielleicht Abstriche machen"

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Lothar Matthäus findet, dass Schweinsteiger beim FC Bayern den Unterschied ausmachen kann.

München - Auch ohne seinen Vize-Kapitän dominierte der FCB bislang die Bundesliga, qualifizierte sich in der Champions League mühelos im Rekordtempo für das Achtelfinale. Wie wichtig ist Schweinsteiger noch für den FCB? Die tz hakte bei Matthäus nach.

Vor über 20 Jahren war er Weltfußballer, heute ist Lothar Matthäus Experte bei Sky. Für den Pay-TV-Sender ist er bei den Top-Spielen der Bundesliga am Samstagabend stets live vor Ort – so auch Samstag, wenn der FC Bayern um 18.30 Uhr Bayer Leverkusen empfängt.

Auf ihren verletzten Kapitän Philipp Lahm müssen die Roten weiterhin verzichten, dafür kämpft sich sein Stellvertreter langsam an die Start­elf heran. Nach drei Kurzeinsätzen gegen Hoffenheim, Manchester City und Berlin könnte Bastian Schweinsteiger am Samstag etwas länger zum Einsatz kommen. „Was er braucht, ist jetzt mal eine lange Zeit ohne Verletzung“, meinte Matthäus Donnerstagmorgen im Kempinski-Hotel Vier Jahreszeiten, in das Sky zur Presserunde mit seinem Experten geladen hatte. Auch ohne seinen Vize-Kapitän dominierte der FCB bislang die Bundesliga, qualifizierte sich in der Champions League mühelos im Rekordtempo für das Achtelfinale. Wie wichtig ist Schweinsteiger noch für den FCB? Die tz hakte bei Matthäus nach.

Matthäus: "Leverkusen könnte gefährlich werden"

„Jeder Spieler ist wichtig für den Klub. Aber natürlich hat Bastian eine Ausnahmestellung, er ist eines der großen Gesichter des Vereins. Als er gegen Hoffenheim nach seiner langen Verletzungspause auf den Rasen zurückgekehrt ist, ist das Stadion explodiert – das sagt alles“, erklärt der 53-Jährige und hofft auf eine schnelle Rückkehr Schweinsteigers in die Weltspitze: „Ich wünsche mir, dass er wieder die Form erreicht, die er sich selbst wünscht. Dann kann er wieder den Unterschied ausmachen.“ An einen Freifahrtschein für den frischgebackenen Weltmeister unter Pep Guardiola glaubt der Weltmeister von 1990 aber nicht. „Nur für Bastian wird Pep Guardiola seine Philosophie nicht ändern. Vielleicht muss er, was seine Position betrifft, auch mal Abstriche machen – jetzt, wo ein Xabi Alonso da ist“, vermutet Matthäus gegenüber der tz. Ein Problem sieht er darin aber nicht: „Die Frage ist ja, was Pep will. Da muss und wird er Lösungen finden, schließlich ist er flexibel und seine Spieler sehr variabel.“

Auf die Begegnung gegen Leverkusen ist er gespannt, denn chancenlos sieht er den Tabellendritten nicht. „Leverkusen hat in dieser Saison schon überragende Spiele gemacht“, lobt Matthäus die Mannschaft von Roger Schmidt und deren Spielstil: „Ihre Spielweise könnte gefährlich werden für den FC Bayern. Sie werden den Münchnern nicht einfach den Ball überlassen, sondern können selber auch nach vorne spielen. Ich bin mal gespannt, wie die Bayern damit umgehen. Auf solche Teams sind sie bisher noch nicht häufig getroffen.“

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Das ist wohl auch mit ein Grund dafür, weshalb der Rekordmeister in 13 Spielen gerade einmal drei Gegentore kassiert hat – Rekord! Die Defensive steht, egal ob Dreier- oder Viererkette. Und Manuel Neuer befindet sich nicht erst seit gestern in bestechender Form. Dass der 28-Jährige es als erster Torhüter seit Oliver Kahn 2002 unter die Top drei bei der Wahl zum Weltfußballer geschafft hat, wundert Matthäus nicht. „Er hätte den Titel aufgrund seiner Leistungen sicher verdient“, adelt ihn der ehemalige Weltklassespieler, der 1991 als letzter Deutscher die Auszeichnung erhielt. Einzig mit Neuers Konkurrenz ist Matthäus nicht ganz einverstanden. Während Cristiano Ronaldo für ihn der Favorit auf den Goldenen Ball ist, hätte er anstelle von Lionel Messi lieber Arjen Robben auf der Shortlist gesehen. „Er war nicht nur die ganze Saison über beim FC Bayern sehr stark, sondern hat auch bei der WM Glanzlichter gesetzt. Ich hätte mir Arjen vor Messi unter den Top drei gewünscht.“

sw

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