Sportvorstand über Talente

Sammer: "Erkennen eine Wandlung bei Weiser"

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Vorstand Sammer: Hohe Ansprüche.

München - Stolze 26 Spieler saßen vergangenen Freitag im Flieger, als sich der FC Bayern auf nach Katar machte. Pep Guardiola hatte nicht nur seine Superstars eingepackt, sondern auch diesmal wieder einige Nachwuchstalente.

Während es sich Robben, Ribéry & Co. in der Business-Class bequem machten, nahmen die Youngster in der Premium Economy-Class Platz. Für problematisch haben sie das nicht befunden, warum auch? Ihr Lohn ist eine Trainingswoche mit den Weltstars. Und ihre Aufgabe? Für den „Wow“-Effekt zu sorgen! Den fordert Sportvorstand Matthias Sammer von seinen Nachwuchsspielern und nimmt sie in die Pflicht.

Vorstand Sammer: Hohe Ansprüche.

„Es reicht nicht, hier nur dabei sein zu wollen. Das ist eine Riesenchance für die jungen Spieler, die sie nutzen müssen“, erklärt Sammer und sagt knallhart: „Auf dem Trainingsplatz nichts zu hinterlassen, macht keinen Eindruck.“ Der Sportvorstand macht deutlich, was er von den Nachwuchskräften erwartet: „Emotionalität muss nicht immer verbal sein. Die kann man auch mit einer Aktion, einem Zweikampf, wo alle ‚Wow‘ sagen, zeigen. Das fehlt mir manchmal.“ Sammers Ansage richtete sich dabei nicht nur an die beiden A-Jugendlichen Michael Eberwein und Marco Hingerl, auch Gianluca Gaudino, Sinan Kurt und Mitchell Weiser schloss der 47-Jährige in seine Worte mit ein.

Vor allem Letztgenannter steht in der Pflicht. Weisers Vertrag läuft im Sommer aus, bleibende Fußspuren konnte er in den zweieinhalb Jahren beim FCB nicht hinterlassen. „Er hat eine Weile gebraucht, um zu merken, dass der Antrieb kein äußerer sein kann, um ein großer Spieler zu werden. Seit einem groben halben Jahr erkennen wir eine Wandlung bei ihm“, meinte Sammer. Und siehe da: Beim Test gegen eine Katar-Auswahl gestern Abend steuerte Weiser die ersten beiden Treffer bei, das 2:0 erledigte er sogar mit einer sehenswerten Einzelleistung. Die weiteren Tore beim 4:1 in Doha erzielten die Routiniers Ribéry und Pizarro.

Der Sportvorstand macht den Talenten Dampf, der Rekordmeister kümmert sich um die Jugend. Auch auf dem Transfermarkt. Da hatten die Aktivitäten der Roten zuletzt für Verstimmung bei der Konkurrenz gesorgt. Nach Gladbach-Manager Max Eberl kritisierte Frankfurt-Boss Heribert Bruchhagen die „Abgreif-Mentalität“, nachdem sich der FCB mit U 19-Europameister Joshua Kimmich ein zweites Juwel nach Sinan Kurt geschnappt hatte.

Kaderplaner Michael Reschke.

Sammer lässt das kalt: „Es gilt zu respektieren, was andere über uns reden. Aber unser Selbstbewusstsein ist groß genug, sich nicht davon beeindrucken zu lassen. Wir sind von unserem Weg überzeugt.“ Zuspruch erhielt er vo seinem Technischen Direktor Michael Reschke. „Es gibt keinen einzigen Königsweg“, beschrieb dieser den Werdegang junger Spieler: „Bei Philipp Lahm war es der Umweg über Stuttgart. Manuel Neuer hatte dagegen schon sehr jung einen Stammplatz bei Schalke.“

Augsburg heißt der Umweg von Pierre-Emile Höjbjerg. In Mode soll dieses Modell aber nicht kommen, so Reschke: „Ausleihen ist kein Prinzp bei uns, sondern immer eine Einzelfallentscheidung. Im wichtigen Entwicklungsprozess eines Spielers zwischen 19 und 21 Jahren gibt es viele sinnvolle Varianten.“ Die werden sich die Bayern weiter offenhalten…

Sven Westerschulze

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