Rotation als Trumpf

"Keiner will sich Blöße geben": Sammer erklärt Peps Erfolgsrezept

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Pep Guardiola war zufrieden mit der Leistung seiner Bayern gegen Olympiakos.

München - Matthias Sammer verrät, warum die Rotation beim FC Bayern ein wahres Erfolgsrezept ist. Lothar Matthäus sieht keinen Grund, warum Pep Guardiola gehen sollte.

War da was? Sommermärchen? Bestechungsversuch? Der Kaiser im Zwielicht? Ja, da war was, und da ist noch was. Aber am Dienstag, da war was ganz anderes: Fußball, richtig schöner Fußball, und darauf freute sich Franz Beckenbauer, als er von seiner Befragung in Sachen WM-Skandal zurück kam und dem Publikum im Sky-Studio verkündete: „Ich bin froh, dass ich wieder hier sein und mit vernünftigen Leuten über Fußball reden kann.“

Fast schon zwangsläufig gab es daher auch ein paar Minuten später eine Schalte zu Matthias Sammer, sozusagen der personifizierten Bayern-Vernunft und -Nüchternheit. Wobei ja selbst er geradezu in schwärmerische Unvernunft verfällt, wenn er Pep Guardiola den roten Teppich in Richtung Vertragsverlängerung ausrollt. „Was seine große Stärke ist, ist sein Fleiß, seine Akribie, die er darauf verwendet, seine Idee der Mannschaft mitzugeben“, sagte Sammer über den Trainer. „Er hält den Spannungslevel immer oben. Da ist die Rotation ein Mittel, ein anderes ist die Art, wie wir Fußball spielen. So schwer es auch manchmal ist, da will sich keiner die Blöße geben, dass er etwas nicht versteht. Das hält die Spannung oben.“

Dummerweise hält der Trainer den „Spannungslevel“ auch an anderer Stelle extrem hoch: In Bezug auf die Verlängerung des im kommenden Sommer auslaufenden Vertrags, weshalb sich Sammer immer wieder aufs Neue darüber ärgern muss, dass das Fan- und Journalistenvolk wissen will, wie es denn nun weitergeht. Am Freitag findet die Jahreshauptversammlung statt, dort wird allem Anschein nach nichts verkündet in Sachen Pep. Es bleibt wohl bei der von Karl-Heinz Rummenigge angekündigten „Weihnachtsüberraschung“ – auch Michael Ballack hat keine Vorahnung, er sagte: „Finanzielles ist für Pep nicht ausschlaggebend. Ich denke, es ist noch offen.“

Lothar Matthäus jedenfalls würde Guardiola empfehlen, beim Rekordmeister zu bleiben: „Es gibt keinen Grund zu wechseln, die Mannschaft wird besser und besser, sie trägt inzwischen auch seine Handschrift. Und der Verein erfüllt ihm jeden Wunsch.“

In personeller Hinsicht dürfte er aber im Moment sehr zufrieden sein, schließlich konnte er Holger Badstuber erstmals wieder in der Startelf bringen, worüber sich auch Franz Beckenbauer freute. „Das zeigt, dass Holger ein Kämpfer ist. Er hatte ja schwere Verletzungen, das wäre zu meiner Zeit das Ende der Karriere gewesen. Es ist ein Zeichen, dass ihn der Trainer in solch einem Spiel von Anfang an bringt.“

Im nächsten Königsklassenspiel wird er das aber nicht wiederholen können, Badstuber sah nach einer Rotbremse die Rote Karte. Womit wir fast schon wieder bei Franz Beckenbauer wären.

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