Sammer über Sorgen und den Kader

Transfers? "Das müssen wir besprechen"

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Matthias Sammer (l.) und Pep Guardiola.

Duisburg - Matthias Sammer schlägt Alarm! Am Rande des Testspiels beim MSV Duisburg formulierte der Bayern-Sportvorstand seine Sorgen und sprach über mögliche Transfers.

In der Analyse des Testspiels beim MSV Duisburg blieb Matthias Sammer gelassen. „Es war ein wunderbarer Test“, meinte der Sportvorstand des FC Bayern nach dem 1:1 (0:0) beim Drittligisten am Montagabend. Nachvollziehbar, schließlich hatte Neuzugang Robert Lewandowski gleich bei seinem Debüt getroffen und die personell dünn besetzten Bayern die Partie ohne Blessuren überstanden. Rund vier Wochen bleiben den Roten noch bis zum Saisonstart, der Großteil der WM-Fahrer stößt allerdings erst gut zwei Wochen vorher wieder zum Team. Pep Guardiola bleibt kaum Zeit, seine Stars fit zu machen. Darauf angesprochen wich auch bei Sammer die Gelassenheit und der 46-Jährige offenbarte seine Unzufriedenheit über die kurze Vorbereitungszeit und seine Ängste vor einem Stolperstart seines FC Bayern. Der Sportvorstand sprach über…

…die aktuelle Personalsituation: „Am Wochenende spielen wir wieder ein Turnier. Im Moment müssen wir sehr gut aufpassen auf die Spieler, die da sind. Wir dürfen sie nicht durch alles durchjagen, sondern müssen die Belastung steuern und richtig dosieren. Damit wir dann, wenn es draufankommt, topfit sind. Das wird schwer genug.“

…die kurze Vorbereitungszeit der Nationalspieler: „Ich weiß, dass die Spieler zurückkommen werden und heiß sein werden. Ich weiß aber nicht, ob sie noch ein bisschen müde sind. Die letzten zwei Jahre waren intensiv und körperlich sehr anstrengend. Was mir Sorgen macht, ist, dass aus leistungssporttechnischen Gründen von einem vernünftigen Aufbau überhaupt nicht die Rede sein kann.“

…daraus resultierende Gefahren: „Damit geht einher, dass die Spieler nur wenig Vorbereitung haben und relativ schnell ins Rennen müssen. Jetzt stellen Sie sich mal vor, dass die Ergebnisse am Saisonanfang nicht so stimmen. Dann entsteht sofort Druck. Und die Verhältnismäßigkeit zwischen dem Aufbau unserer Spieler und dafür keine Zeit zu haben, macht mir Angst. Dazu kommt die Tatsache, dass sich Spieler möglicherweise verletzen können. Dann hast du gar nichts mehr im Griff.“

…einen möglichen Stolperstart in die Liga: „Es braucht ein gewisses Maß an Zeit für Training und Aufbau, das haben wir nun mal nicht. Jetzt kann man versuchen, das auf einem Zwischenweg zu lösen. Das ist nicht optimal, aber macht mir keine Angst. Wenn alle gesund bleiben, ist das kein Problem. Im Moment sieht alles gut aus – nur wie sieht es morgen aus? Das ist die große Schwierigkeit. Ich kann nicht erst hinterher anfangen zu reden, sondern mache das lieber vorher.“

…fehlende Solidarität der Liga: „Da teile ich Karl-Heinz Rummenigges Ansicht. Dabei geht es gar nicht um die Anzahl der Spieler, sondern darum: Die Spieler beginnen Anfang August mit der Vorbereitung, und zwei Wochen später steht der erste Pflichtspielwettbewerb an. Und da rede ich nicht einmal vom Supercup. Da erklären sie mal einem normalen Trainer und einem Leistungssportler, wie man da eine Saison vorbereiten kann. Dabei geht es um jeden einzelnen Spieler, der keine Zeit hat, sich körperlich auf die Saison vorzubereiten. Das ist nicht im Interesse des Sports und nicht im Interesse der Spieler. Das hat Karl-Heinz Rummenigge angemahnt.“

…die Notwendigkeit von Transfers: „Wir müssen es zumindest besprechen. Allerdings birgt es auch Gefahren, den Kader aufzublasen – das ist nun mal so. Es geht ja nicht darum, ob wir auf dem Transfermarkt noch was machen, sondern alle Dinge vorher zu besprechen, um nicht hinterher zu sagen: ‚Daran haben wir nicht gedacht.‘ Bis Ende August haben wir ja auch noch genügend Zeit.“

sw

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